Zweibrücken Der dreifache Geldmacher

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Es geht immer ums Geld. Das weiß der Zweibrücker Kurt Werle. Vor drei Jahren musste die im Familienbesitz befindliche Druckerei Konkurs anmelden, seine Bemühungen um ein richtiges großes Druckereimuseum für Zweibrücken sind bislang auch am fehlenden Geld gescheitert. Nun thematisiert er anhand des aktuellen Kinofilms „Money Monster“ die Macht des Geldes mit einer Personen-Trilogie, die zum Nachdenken anregt – und auch zum Schmunzeln.

Diesmal nicht mit einzelnen Buchstaben, sondern mit 200 bis 300 Münzen hat der 77-jährige Zweibrücker Schriftsetzer-Meister eine Schaufenster-Puppe bestückt, um die Macht des Geldes sichtbar zu machen. Der Geldmann trägt Kunstleder, die Münzen und Geldschein _ alles echt – sind mit einem Spezialkleber befestigt. Die Münzen hat Kurt Werle im Laufe der letzten Jahrzehnte von seinen Urlaubsreisen mitgebracht. Nicht nur aus Europa, vom Hongkong-Dollar bis zum Südafrika-Rand sind eine Fülle von Münzen und Scheinen vertreten. „Margarete Palz mit ihren fantasievollen Kostümen hat mich inspiriert“, verrät er sein Vorbild. Die Macht des Geldes wollte er schon immer mal darstellen. So hat er in diesem Jahr peu à peu seinen Geldmann beklebt, der sich als ebenso windig wie wandelbar herausstellt. Werle hat sich für ihn drei Gesichter und drei Kopfbedeckungen ausgedacht, die für ihn verschiedene Typen des Umgangs mit Geld darstellen. Das ist der joviale, lockere Selfmademan, der durch Geburt, seine Herkunft, oder auch durch Glück zu seinem Geld kam. Er sieht freundlich aus, trägt einen rosafarbenen Hut, zeigt sein wahres Gesicht und trägt höchstens mal eine Sonnenbrille. Aber er bleibt zugänglich und vergisst nicht seine Herkunft, denkt durchaus sozial und ist auch mal bereit, für karitative Zwecke zu spenden. Der zweite Typus ist ist der durchaus arrogant dreinblickende „Money Maker“, der zielstrebig, konsequent und teilweise auch unerbittlich daran arbeitet, sein Geld zu vermehren. Werle hat ihm eine Gummimaske verpasst, „damit sieht er ein bisschen aus wie Donald Trump“. Auch wenn man die Haartolle nicht sieht, sie ist nun unter dem braunen Cowboyhut versteckt. Das soziale Denken ist ihm abhanden gekommen, falls er es je besaß. Und dann gibt es noch den schlimmsten Typen, das „Money Monster“, wie Werle es nennt. Er ist der Horror, deshalb trägt er die Horrormaske aus den „Scream“-Filmen vorm Gesicht, die eigentlich nichts Menschliches mehr hat. Sein Kopfputz ist der Hut einer Freimaurerloge aus den USA. Es ist eine skrupellose Symbolfigur, die mit Egoismus und Rücksichtslosigkeit ihr Ziel verfolgt, und – die Handschellen symbolisieren es – nicht nur legale Dinge tut. Die Idee zu seiner kleinen Geld-und-Macht-Typologie hatte Werle schon, bevor der Film „Money Monster“ herauskam – den er auch noch nicht gesehen hat. Der Filmtitel allein hat es ihm angetan – und natürlich das Thema an sich, „dass jemand voller Geld hängt und was daraus wird“. „Ich wollte die Banken nicht miteinbeziehen, aber sie gehören zu der Geistermaske“, erklärt Werle seine lebensgroße Figur, die in seinem Druckereimuseum steht und die Blicke auf sich zieht. Als Künstler versteht sich Werle nicht. Es ist seine Art, die Enttäuschung über die Insolvenz der Druckerei zu verarbeiten. Die Art und Weise, wie der Insolvenzverwalter und die Käufer mit den Objekten der Druckerei umgegangen sind, haben ihn nachdenklich gemacht. Darüber und über Geld im Allgemeinen diskutiert er auch gerne mit Besuchern, denen er die verschiedenen Versionen seines Geldmannes vorführt – ebenso wie die anderen Schätze, die er gesammelt hat: die Druckmaschinen, Schreibmaschinen und die vielen Bücher, die nicht nur die Bücherfreunde vor Ort, sondern auch schon Doktoranden angelockt haben. Info Die Geldtypen sind zu sehen bei Kurt Werle in Zweibrücken, Luitpoldstraße 28-30, Telefon 0151/10279949. |Archivfoto: Moschel

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