Zweibrücken Das spannendste Rennen

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Vor Landtagswahlen war die Ausgangslage im Wahlkreis Zweibrücken bisher immer klar: Der Platzhirsch hieß SPD – und gewann immer. Das ist bei der kommenden Wahl am 13. März zum ersten Mal anders: Das Rennen ist offen. Der SPD-Kandidat Stéphane Moulin kann den Wahlkreis genauso gewinnen wie CDU-Kandidat Christoph Gensch. Beide liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen.

Insgesamt treten im Wahlkreis Zweibrücken sechs Kandidaten an. Seit 1991 kann man in Rheinland-Pfalz einen Wahlkreiskandidaten direkt wählen. Seit 1991 hat die SPD immer gewonnen: erst mit Ingrid Schneider, die bis 2001 im Parlament saß, dann mit Fritz Presl, der jetzt mit 71 Jahren aus dem Landtag ausscheidet. Die SPD setzt darauf, dass der Industriekaufmann Stéphane Moulin (39) das Mandat für die SPD verteidigt. Die CDU hat Christoph Gensch (37) aufgestellt. Auch im sozialdemokratischen Lager schließt man nicht aus, dass der relativ bekannte Arzt und Fußballer den Wahlkreis erstmals für die CDU gewinnen könnte. Sowohl Moulin als auch Gensch müssen den Wahlkreis gewinnen, um sicher in den Landtag einzuziehen. Denn beide stehen auf der Landesliste ihrer Partei nicht auf einem sicheren Platz. Moulin kann es über die Landesliste nicht schaffen. Bei Gensch hängt es davon ab, wie viele Parteien ins Parlament einziehen; auf jeden Fall würde es knapp. Beide setzen also alles daran, den Wahlkreis zu gewinnen. Und deshalb ziehen SPD und CDU auch alle Register: So viel Prominenz wie dieses Mal fand sich selten so geballt vor einer Wahl in Zweibrücken ein. Für die SPD kommt am Montag der Bundesvorsitzende Sigmar Gabriel (17.30 Uhr, Festhalle), Ministerpräsidentin Malu Dreyer war mehrfach im Wahlkreis, zuletzt in Contwig. Die CDU bietet am Dienstag Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen auf (10 Uhr, DVAG-Gebäude Flughafen), Spitzenkandidatin Julia Klöckner stand vergangenen Samstag in der Fußgängerzone. Bei dem massiven Aufgebot der beiden Volksparteien haben die übrigen Kandidaten im Wahlkreis Mühe, ins Rampenlicht zu kommen. Für die Grünen tritt der Käshofer Politiker und Arzt Fred Konrad (54) an. Er holte vor fünf Jahren 12,4 Prozent der Erststimmen. Konrad hat keine Aussicht, den Wahlkreis direkt zu gewinnen. Er schaffte vor fünf Jahren den Einzug in den Landtag über die Landesliste seiner Partei. Diesmal ist er darauf noch besser platziert, so dass er den Sprung ins Parlament wohl wieder schafft. Die FDP trat 2011, 2006 und 2001 mit dem Hornbacher Stadtbürgermeister Reinhold Hohn an, der einmal auch als Nachrücker im Landtag saß. Dieses Mal kandidiert die 39 Jahre alte Lehrerin Erika Watson, die auf der Landesliste nicht abgesichert ist. Gleiches gilt für den Wahlkreiskandidaten der Linken, den aus Contwig stammenden Gerüstbauer Atilla Eren (48). Auch er geht erstmals ins Rennen. Die FWG schickt den 51 Jahre alten Bürgermeister von Schauerberg, Martin Eichert, ins Rennen. (Archivfotos: 1 mml, 4 blau)

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