Zweibrücken „Das sind kleine, gute Felder“
«ZWEIBRÜCKEN.» „Wir haben kleine, gute Felder“, sagt Heike Schreiner, Geschäftsführerin des Pfälzischen Rennvereins Zweibrücken, mit Blick auf die acht Rennen des Sommerrenntags. Am Sonntag eröffnen um 14.15 Uhr die Traber den Renntag, in dessen Mittelpunkt der Preis der Stadt Zweibrücken um den Silbernen Bügel stehen wird.
Die Verantwortlichen des Rennvereins sind zufrieden mit dem Nennungsergebnis bei den Galoppern. Zuletzt kämpften viele Rennvereine mit rückläufigen Starterzahlen, am vergangenen Wochenende wurden in Blieskastel zwei Rennen sogar komplett gestrichen. „Selbst in Köln gibt es am Sonntag ein Rennen, in dem nur sechs Pferde starten“, sagt Schreiner und verweist darauf, dass selbst große Bahnen darunter leiden, dass immer weniger Pferde für den Renneinsatz trainiert werden. „Im Moment ist es schwierig, Pferde für die 2400-Meter-Distanz zu bekommen“, erzählt die Geschäftsführerin. Deshalb stehen morgen drei Galopprennen über die 1800-Meter-Distanz auf dem Programm. Erstmals wird das Rennen um den Silbernen Bügel dann nicht nach 2400 Metern entschieden sein, sondern bereits nach 1800. Auf das Zweibrücker Derby freut sich Schreiner besonders. Mit Noble Fighter ist ein erfahrenes, erfolgreiches Pferd am Start, das den Silbernen Bügel schon 2015, ebenfalls mit Selina Ehl im Sattel, gewann. „Für den ist das ein Haps“, bemerkt Schreiner. Sie hat aber auch Tango Libre von Christian Peterschmitt auf dem Zettel, auch wenn die Konkurrenz jetzt stärker ist als im Frühjahr, als der fünfjährige Wallach haushoch überlegen war. Ein Comeback und eine Premiere gibt es in den Rennen zwei und drei. Die VR-Bank Südwestpfalz reiht sich mit einem Ausgleich-IV-Rennen über 1350 Meter wieder in den Kreis der Sponsoren ein. Um die 3000-Euro-Börse – auf den Sieger warten 1600 Euro – bewerben sich auch zwei in Zweibrücken trainierte Pferde: der von Christof Schleppi trainierte Dawn Prayer, der mit Höchstgewicht an den Start geht, und Angel Danon von Kurt Kasper. Ein Heimsieg über die Fliegerdistanz ist für beide durchaus möglich. Erstmals sponsert Edeka Ernst ein Rennen: Im Ausgleich IV über 2400 Meter tritt Frühjahrssieger Giant’s Cauldron an, der in Zweibrücken den Preis der Gewobau gewonnen hatte. 2014, als Dreijähriger, stand Giant’s Cauldron im Stall von Peter Schiergen: ein zweiter Platz in einem Listenrennen in Baden-Baden, die Teilnahme am Deutschen Derby in Hamburg und der vierte Platz im Großen Preis von Baden, einem Gruppe-1-Rennen. Es folgten eine einjährige Pause nach einer Sehnenverletzung und der Kastration, außerdem ein Stallwechsel. Doch nach seiner Rückkehr auf die Rennbahn konnte er nicht mehr an die alte Klasse anknüpfen. Seit 2017 betreut ihn Jessica Lehmann aus dem saarländischen Hinzweiler. Gleich im ersten Start in Zweibrücken gelang dann der erste Sieg. Zuletzt wurde er in Haßloch Zweiter und in Mannheim Dritter, die Form für den zweiten Zweibrücken-Sieg ist vorhanden. Das vierte Ausgleich-IV-Rennen, der Preis der Sparkasse Südwestpfalz, sieht ebenfalls einen Frühjahrssieger. Jocund aus dem Honzrather Stall von Petra Blumenauer gewann unter Michelle Blumenauer im Preis der Karlsberg-Brauerei, versteckte sich dann aber drei Rennen lang. Bis er in Webenheim unter Alexander Weis wieder ganz nach vorne lief. Ein Heimsieg ist im abschließenden Preis des Bauzentrums Sauerer möglich. Sven Schleppi ist mit Manchurian vertreten, Peterschmitt schickt gleich zwei Starter ins Rennen: Beagle Boy mit Mark Gier im Sattel und Patanos mit Larissa Bieß, die mit dem Neunjährigen in Köln ihr erstes Rennen im Rahmen der Fegentri-Weltmeisterschaft gewonnen hatte. „Bei den Trabern hätten wir gerne den einen oder anderen Starter mehr gehabt“, räumt Schreiner ein. „Das ist aber eine Geldfrage“, ergänzt sie. Angesichts der Dotierung – 1200 und 1500 Euro – und der vier Trabrennen zuletzt in Webenheim sei es schwierig, Starter nach Zweibrücken zu locken. Mit Andreas und Martin Geineder reisen zwei Fahrer aus Bayern an, Trabfahrer und Hufschmied Björn Spangenberger kommt morgen aus Nordrhein-Westfalen in die Südwestpfalz.