Deutsches Sportabzeichen
Das kratzt am Zweibrücker Sportstadt-Image
Auch wenn Zweibrücken 2019 prozentual zur Einwohnerzahl in der Pfalz hinter Speyer noch auf Platz zwei lag: Von 1982 zu 1351 Sportabzeichen ist ein herber Rückgang. Peter Ehrmantraut, seit 2007 Kreisbeauftragter für das Sportabzeichen, kann das nicht verstehen, die Zahlen aber nachvollziehen. „Bei den vier Schulen, die mitgemacht haben, ist es nur geringfügig weniger gewesen“, verweist er auf das Helmholtz-Gymnasium (682 Abzeichen), das Hofenfels-Gymnasium (341) sowie die Hilgard-Grundschule und die Sechsmorgen-GS (je 45). Allerdings waren eben nur vier Schulen mit im Boot.
Bei den Vereinen war es dagegen mit der VT Zweibrücken (44) sogar nur ein einziger. Dazu kamen 194 private Sportler. Und das trotz aller Werbung, die der 78-Jährige in Schule und Vereinen immer wieder für das Sportabzeichen gemacht hat. Laut Ehrmantraut hätten Vereine auch jederzeit Extratermine wahrnehmen können. „Und es war ja bis Januar Zeit, Unterlagen einzureichen“, verdeutlicht er. Ehrmantraut findet zudem: „Wenn Zweibrücken sich eine Sportstadt nennen will, muss sie sich nicht nur an einigen Spitzenleistungen messen lassen, sondern auch am Breitensport.“
Vereine ohne Lust auf Prämien?
Zudem ließen sich Vereine und auch Schulen einiges für die jeweilige Kasse entgehen. Denn seit 2009 bezuschusse die Sparkasse Südwestpfalz jedes abgelegte Sportabzeichen (ab mindestens 20) mit je fünf Euro. „Dazu kommen noch ordentliche, prozentual an der Mitgliederzahl festgemachte Prämien für die besten Vereine und Schule.“
Am vergangenen Mittwoch hätte in Zweibrücken die Sportabzeichen-Saison 2020 im Westpfalzstadion mit einem Mittwochtreff starten sollen. Keine Chance in Zeiten des Corona-Virus! „Und auch bis zum Beginn der Sommerferien im Juli wird wohl nichts stattfinden“, glaubt Ehrmantraut. Der übergeordnete Sportbund Pfalz hat alle Präsenztermine bis dahin abgesagt. Zehn Mittwochstreffs hatten bis Juli über die Bühne gehen sollen, dazu diverse Sonderaktionen wie Walking-, Schwimm- oder Radfahrtage und das Inklusionsfest am 24. Juni im Stadion. Alles passé.
17 Prüfer gehören zu Ehrmantrauts angestammtem Team, am 7. April hatte er sie in einer Sitzung auf die neue Saison einschwören wollen. Auch das klappte nicht. Unterlagen und Prüfkarten hat er inzwischen vom Sportbund zugeschickt bekommen, die werden noch ein bisschen Staub ansetzen, bis es wieder losgeht.
Zusatztermine bis Jahresende?
Wann das ist? „Ich weiß es ehrlich nicht“, sagt Peter Ehrmantraut. Klar ist: Er will die Termine verstärkt nachholen, wenn die Lockerungen da sind. „Vielleicht noch das ganze Jahr über“, verdeutlicht er. Ob auch in den Sommerferien, wo sonst Pause ist, das lässt er noch offen. Normalerweise endet die Saison ja in den letzten Septembertagen. „Aber ich bin auch der Letzte, der auf Anfragen nicht offen und positiv reagiert“, hofft er auf baldige Lockerungen.