Pferdesport
Das Juwel Rennwiese und die Vielseitigkeit
Andreas Schmitt sitzt am frühen Sonntagnachmittag auf dem Sprecherturm neben der Rennwiesen-Tribüne und moderiert über das Mikrofon, gut hörbar für alle, gerade die Vielseitigkeitsprüfung der Klasse A**. Sophie Stolley von den Pferdefreunden Fröhnerhof geht auf BWE Stopping Waves als Erste auf die Strecke mit 18 Hindernissen auf der Rennwiese. Stolley startet aus einer Box in Richtung Hallenbad, kurz darauf geht es auf die lange Gerade in Richtung Festhalle und in die Kurve mit insgesamt vier Hindernissen, dann warten der „Mielke“, die Stufen „Über’n Wall A-B-C“ und unter anderem noch zwei Wassergräben auf die Buschreiter.
„Und sie reitet nach 3:11 Minuten durchs Ziel“, gibt Schmitt Stolleys Zeit durch. Die zweite Starterin ist Mia Frank vom RV Schweich auf Castielle. „Das ist wie aus dem Lehrfilm geritten, so stellen wir uns das vor“, lobt der 59-Jährige in seiner Eigenschaft als Landestrainer die Reiterin zu Beginn ihres Geländeritts. Am Ende ist Frank nach 3:53 Minuten, doch inklusive einiger Fehler, im Ziel.
Jüngste Unwetter haben Geläuf nicht geschadet
Einer nach dem anderen gehen die 23 Teilnehmer dieser Prüfung jetzt in die Bahn, immer fachkundig begleitet vom Pferdewirtschaftsmeister Schmitt. Zwischendurch schwärmt er via Mikrofon vom Ambiente. „Wir sind sehr glücklich über so eine Sportstätte wie hier in Zweibrücken für die Landesmeisterschaften. Die Rennwiese ist wirklich ein Juwel.“ Die Prüfung gewann am Ende Nicoletta Massmann (RFV St. Georg-Oberursel-Bommersheim) auf Majestro.
Die Unwetter von Donnerstag und Freitag hatten der Rennwiese aus Schmitts Sicht keinen Schaden zugefügt. „Der viele Regen hat der Rennwiese schon gut getan. Das Geläuf ist klasse“, urteilt er. Nur für die abschließende L-Geländeprüfung hatte er eine Änderung vorgenommen. „Im Coffin stand neben den schweren Sprüngen doch zu viel Wasser, das haben wir aus Sicherheitsgründen weggelassen.“ Ein Coffin ist eine etwa 15 Meter lange Hinderniskombination mit einer Senke, das war eigentlich am oberen Ende der Rennwiese hin zum Westpfalzstadion als Hindernis eingeplant. Die Pferde kamen alle gut durchs Gelände, wie die zuständige Tierärztin Alex Bach aus Boppard am Rhein bestätigte.
Landestrainer bittet um mehr Hilfe bei Großveranstaltungen
„Das ist perfekt hier, wir sind sehr, sehr zufrieden“, unterstreicht Schmitt. Nicht schlecht dafür, dass die Veranstaltung t mit heißer Nadel gestrickt gewesen sei, lange fand sich kein Veranstalter. Der Reit- und Fahrverein Zweibrücken hatte sich schließlich bereit erklärt, die Titelkämpfe auszurichten. Die Spring- und Dressurprüfungen wurden im Landgestüt geritten, die Geländeprüfungen eben auf der Rennwiese.
Eines würde sich Allrounder Schmitt als Landestrainer, Hindernisbeschaffer, Parcoursbauer und Moderator aber wünschen: mehr Hilfe. „Die letzten vier Wochen vor den Landesmeisterschaften waren schon sehr stressig. Und heute bin ich quasi auch schon wieder mit den Raben aufgestanden“, meint er lachend.
Ergebnisse
Landesmeisterschaft Pony: 1. Melissa Wetzlar (RFV Rheinböllen) mit Cleopatra, Note 49,0; 2. Sophia Stolley (Pferdefreunde Fröhnerhof) mit Heebie-Jeebies, 69,5
Landesmeisterschaft Junioren: 1. Eleonora Prskavec (ReitSF Mittelrhein), mit Little Coco, 55,50; 2. Finja Behm (RSG Hunsrück Höhen) mit Markus, 62,40; 3. Sophia Stolley (Pferdefreunde Fröhnerhof) mit BWE Stopping Waves, 76,50
Landesmeisterschaft Junge Reiter: 1. India Flockerzi (RFV Mainz-Gonsenheim) mit Remeber Me, 34,50; 2. Tamara Nöllgen (ReitSF Mittelrhein) mit Salt’n Pepper, 46,50; 3. Sinaida Wolf (RSV Pfalzmühle Haßloch) mit Chapeau Claque, 68,0
Landesmeisterschaft Reiter: 1. Carola Schmitt-Cordes (RSG Hunsrück-Höhen) mit Linus KS, 28,50; 2. Lisa Hemmer (FRV Neuhofen) mit Forstmeister, 33,60.