Zweibrücken Das Freibad ist offen! Aber nur eine traut sich ins Wasser

Bademeister Lars Abel reinigte am Montag noch den Beckenrand.
Bademeister Lars Abel reinigte am Montag noch den Beckenrand.

Seit Dienstag, 10 Uhr, ist das Zweibrücker Freibad an der Schließ wieder geöffnet. Ein einziger Badegast kam bis 12 Uhr: Karin Ipser, die Vorsitzende des Freundeskreises „Erschließ’ mich neu“, schwamm am Dienstagmorgen zwei Kilometer.

Um den Saisonstarttermin halten zu können haben der Fachangestellte für Bäderbetriebe Lars Abel und seine Kollegen in diesem Frühjahr länger geschuftet als in den Vorjahren. Denn zur Auswinterung, wie das in der Fachsprache heißt, gehört jedes Jahr das Neustreichen der Becken und Umrandungen mit spezieller Schwimmbadfarbe. Und eben jene Malerarbeiten hat das schlechte Wetter lange und oft behindert in diesem Jahr. Daher gingen für die Vorbereitungen in diesem Jahr ganze zwei Monate drauf.

Anfang der Woche hat das Personal die Wasserpumpe für die Rutsche im Nichtschwimmerbecken aus dem Winterschlaf geholt, das Pumpensystem entlüftet und die normalerweise wassergefüllten Rundgänge rund um Schwimmer- und Nichtschwimmerbecken gereinigt. Die Beckenreinigung übernimmt seit Jahrzehnten ein Roboter unter Wasser. Externe Dienstleister haben den Rasen gemäht, andere die Toiletten und Duschen gereinigt.

Ein Frischedienst hat die Waren für den Kiosk angeliefert. Der Betreiber ist derselbe wie im vergangenen Jahr, die Firma „Saarländisch gudd gess“, die auch die Gastronomie im Hallenbad Badeparadies betreibt. Auch das stadteigene Schwimmbadpersonal, bestehend aus zwölf Fachangestellten für Bäderbetriebe, auch Schwimm- oder Bademeister genannt, ist für beide Schwimmbäder zuständig, obwohl es feste Teams gibt. Aber in Urlaubs- und Krankheitszeiten wird ausgeholfen und ausgetauscht.

Lars Abel ist seit sechs Jahren bei den Stadtwerken beschäftigt, die schon immer das Badeparadies betreiben und das Freibad vor drei Jahren von der Stadt übernommen haben. Seit 2022 ist er fest im Freibad-Team. Neben den schwimmbadtechnischen Aufgaben musste das Team Freibad auch die Spielgeräte des Kinderspielplatzes am Babybecken neu aufbauen. Denn im Winter kommen die Spielgeräte wie Kletterturm und Rutsche ins Lager. Das Wasser in den Becken wird hingegen nicht abgelassen. „Sonst platzt uns der Beton von den Wänden“, sagt der Fachmann. Nur zum Streichen wird das Wasser im Frühjahr einmal bei Plusgraden abgelassen. Apropos Plusgrade: 24 Grad hat das Wasser, es wird geheizt.

Die Eintrittspreise sind konstant geblieben. Erwachsene zahlen drei Euro und Jugendliche bis 17 Jahren zwei Euro für eine Tageskarte. Die Öffnungszeiten wurden in diesem Jahr um eine Stunde verlängert, das Freibad ist somit täglich von 10 bis 20 Uhr geöffnet. Kassenschluss ist um 19 Uhr. Die Saison endet in der Regel zwischen Anfang und Mitte September, und zwar mit einem Hundeschwimmen, das sich laut Abel großer Beliebtheit erfreut.

Lars Abel rechnet in der ersten Woche mit nicht allzu viel Andrang, denn es hat häufiger Regen gemeldet. Im vergangenen Jahr zählte das Freibad wesentlich mehr Besucher als in den beiden Coronajahren zuvor. Die Besucherzahlen von vor zehn oder 20 Jahren werde man aber nicht mehr erreichen, meint Abel. Dazu gebe es mittlerweile zu viele Freizeit-Alternativen.

Bis Mittag war Karin Ipser der einzige echte Badegast im Becken, abgesehen von einem Freibad-Azubi, der auch kurz seine Schwimmrunden drehte. Bei zehn Grad Außentemperatur war die warme Dusche hinterher gefragt.

Das Contwiger Freibad öffnet laut Verbandsgemeindeverwaltung Zweibrücken-Land voraussichtlich am 4. Juni seine Pforten.

Karin Ipser war am Dienstag der erste und einzige Badegast vor 12 Uhr.
Karin Ipser war am Dienstag der erste und einzige Badegast vor 12 Uhr.
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