Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Dank Götz und Markovic: Drittligist SV 64 Zweibrücken holt auswärts einen Punkt

Auf lange Distanz: SV 64-Torwart Marko Ivankovic (links, hier mit Tom Grieser in einem früheren Spiel) versenkte den entscheiden
Auf lange Distanz: SV 64-Torwart Marko Ivankovic (links, hier mit Tom Grieser in einem früheren Spiel) versenkte den entscheidenden Wurf zum Unentschieden im leeren Kasten der ESG Gensungen/Felsberg.

Der überragende Tim Götz brachte die Drittliga-Mannschaft des SV 64 Zweibrücken nach dem 12:17- Rückstand bei der ESG Gensungen/Felsberg in ein Spiel zurück, dass die Gäste sogar hätten gewinnen können. Den Punktgewinn sicherte letztlich aber ein ungewöhnlicher Torschütze.

24:24 (11:13) endete die Ligapokal-Partie des SV 64 Zweibrücken am Samstagabend bei der Erwachsenenspielgemeinschaft (ESG) Gensungen/Felsberg. Für die Hessen war es das dritte Unentschieden im dritten Spiel. „Die Jungs duschen gerade und feiern im Rahmen der Möglichkeiten ein bisschen den Punkt“, sagte SV-Stefan Bullacher nach dem Abpfiff. Warum es am Ende nicht sogar zwei Punkte für die Gäste zu feiern gab, dafür stand exemplarisch eine Szene eine Minute vor dem Abpfiff.

24:22 hatten die Gastgeber bis zur 58. Minute geführt. Benny Zellmer brachte den SV auf 23:24 heran. Die ESG, mal wieder auf den siebten Feldspieler setzend, blieb an der SV-Abwehr hängen. Torwart Marko Ivankovic bekam den Ball, warf zum 24:24 ins leere ESG-Tor. Das ESG-Team zeigte beim folgenden Angriff Nerven, verlor den Ball. Es folgte die so vieles aussagende Szene: Philipp Kockler bekam die Chance, die Zweibrücker 40 Sekunden vor dem Abpfiff in Führung zu werfen. Aber der Rückraumspieler, der einen gebrauchten Tag erwischte, scheiterte zum zweiten Mal in Folge an ESG-Torwart Lucas Voß. Weil er nicht mit letzter Konsequenz warf.

Viel zu viele Angriffsschnörkel

Fehlende Konsequenz im Abschluss zog sich am Samstag als Schwäche fast durch das gesamte SV-Angriffsspiel. Dazu kam ein alles andere als souverän die Partie leitendes Schiedsrichterinnen-Gespann. Laura Kreß und Birgit Tarka entschieden auch in dieser Situation falsch. Kockler war beim Wurf behindert worden. Den Freiwurf und damit weiteren Ballbesitz verweigerten die Referees dem SV aber. Stattdessen gab es noch mal die Angriffschance für die ESG, die aber ungenutzt blieb.

Die Zweibrücker waren gut ins Spiel gestartet. Die Abwehr stand, Torwart Alexander Dörr zeigte in der Anfangsphase einige gute Paraden. Sebastian Meister vom Kreis zum 1:0, Tom Grieser von Linksaußen zum 2:1. Nach neun Minuten führten die Zweibrücker 5:3. Tim Götz hatte zum 4:3 getroffen. Kapitän Philipp Hammann, der im weiteren Spielverlauf auch einige gute Möglichkeiten liegen ließ, markierte auf Zuspiel von Dörr per Gegenstoß das 5:3.

SV-Trainer Bullacher wechselt viel durch

In diese Phase hinein fielen einige aus SV-Sicht kaum nachvollziehbare Entscheidungen der Schiedsrichterinnen, die die Abwehrarbeit betrafen. „Natürlich verunsichert so etwas die Mannschaft“, bestätigte Stefan Bullacher. Die Sicherheit im Angriff kam nicht zurück. Zu oft wurde mit viel zu viel Schnörkeln gespielt, fehlte es den Wurfversuchen aus der zweiten Reihe an Durchschlagskraft, was einige SV-Angreifer dazu verleitete, zu häufig über den Kreis zu spielen. „Es war sicher nicht unsere beste Angriffsleistung“, bestätigte der SV-Coach. Er wechselte viel durch und versuchte, die angriffsstärkste Formation zu finden, ohne die Deckung zu sehr zu schwächen. Die ESG Gensungen/Felsberg setzte verstärkt auf den siebten Feldspieler, ging mit 13:10 in Führung; Benny Zellmer verkürzte mit dem Halbzeitpfiff per Strafwurf auf 11:13.

Götz bläst zur Aufholjagd

Die Abschlussschwäche bescherte den Zweibrückern auch einen schwachen Start in Durchgang zwei. Die ESG baute die Führung bis zur 35. Minute auf 17:12 aus. SV-Spielmacher Tim Götz wollte aber sichtlich nicht als Verlierer heimfahren: Fast im Alleingang sorgte er nun im Angriff für Gefahr, als Torschütze und Ballverteiler. Das 13. und 14. SV-Tor markierte er selbst. Zweibrücker war wieder in Schlagdistanz. Nachdem Keeper Marko Ivankovic einen Strafwurf pariert hatte, Zellmer per Siebenmeter auf 17:19 verkürzte, traf Götz zum 18:19 und unmittelbar darauf zum 19:20. Zwei Paraden Ivankovics gegen Jannis Kothe, und dann nutzte Zellmer die dritte seiner drei Siebenmeter-Chancen so sicher wie die beiden vorangegangenen – 20:20.

„Wir hatten es selbst in der Hand“, sagte Bullacher zu den SV-Siegchancen. In der Schlussphase musste Götz der tollen Aufholjagd aber kräftemäßig Tribut zollen. Die ESG hatte auch phasenweise begonnen, ihn ganz eng zu decken. Seine Teamkollegen sicherten dann den Punktgewinn.

So spielten sie

SV 64 Zweibrücken: Dörr, Ivankovic (1) (ab 35.) - Eisel (1), Götz (6/1), Kockler - Hammann (2), Grieser (2) - Meister (1) – Ihl (1), Zellmer (4/3), Schaller (3), Gohl, Huber (2), Schwarzer (1), Naumann

Spielfilm: 3:5 (11.), 9:9 (23.), 12:9 (27.), 13:11 (Halbzeit), 17:12 (35.), 17:14 (38.), 20:18 (48), 20:20 (50.), 23:20 (54.), 24:22 (56.), 24:24 (Ende) - Zeitstrafen: 4:3 - Siebenmeter: 4/3 - 5/4 - Schiedsrichterinnen: Kreß/Tarka (HV Thüringen).

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