Zweibrücken
Dörrenbachwald-Verein fordert Runden Tisch Windkraft
Vor allem deshalb, weil sie im konkreten Fall 250 Meter hoch werden sollen. „Um erneuerbare Energien werden wir nicht herumkommen. Aber bitte mit Sinn und Verstand“, befand die Vereinsvorsitzende Erika Watson am Donnerstagabend, 7. April. BayWa habe am 29. Dezember den Bauantrag gestellt. Nun müssten das Ordnungs- und das Bauamt darüber entscheiden. Vereinsmitglied Gerhard Freimann: „Ich möchte meine Heimat erhalten, wie wir sie kennen.“ In der Halle nach ihrer Meinung gefragt, sagten nur acht der Zuhörer, dass sie neue Windkraftanlagen auch dann noch gut fänden, wenn diese nur zweieinhalb Kilometer von ihren Häusern entfernt aufgestellt werden. Drei der Anwesenden würden Windräder in nur einem Kilometer Entfernung tolerieren.
Nach Freimanns Worten spielt die Höhe der Windräder keine Rolle bei der Genehmigung. „Das kann ich nicht verstehen.“ Der Verein fordere eine verpflichtende Umweltverträglichkeitsprüfung bei jedem Genehmigungsverfahren. BayWa nannte er „keine böse Firma. Das sind einfach Investoren, die Geld verdienen möchten.“
„Infraschall, der uns verrückt macht“
Dem widersprach der Arzt Dirk Gimmler aus dem Publikum und sprach von einer unrühmlichen Rolle, die das Unternehmen in der Nazizeit gespielt habe. Gimmler warnte vor „dem homogenen Infraschall, der von Windrädern ausgeht und uns verrückt macht“. Dagegen sei keine Dämmung möglich. Zudem drohe Gefahr, wenn Eisstücke von den Rotorblättern herabfallen. An seinem früheren Wohnort Heiligenwald im Saarland habe er gesehen, so Gimmler, wie rund um ein großes Windrad alle Wanderwege wegen Eiswurfgefahr gesperrt wurden. „Bei 250 Meter Höhe reden wir hier von einem riesigen Gebiet“, meinte Gimmler.
Gerhard Freimann kritisierte „viel zu geringe Rückstellungen“, die BayWa für die Demontage in 20 Jahren errechnet habe. Anne Bauer, für die SPD im Stadtrat Zweibrücken und im Bau- und Umweltausschuss aktiv, erörterte noch einmal, warum die Ausschussmitglieder 2018 keine Konzentrationsfläche oder Vorrangzone für Windkraft hätten ausweisen können. Damit ließe sich nämlich ein Wildwuchs an Bauanträgen verhindern, weil dann nur noch in festgelegten Konzentrationsgebieten der Bau von Windrädern zulässig wäre. „Wieso darf jetzt ein Bauantrag gestellt werden, obwohl 2018 festgestellt wurde, dass die Fläche nicht geeignet ist?“, wurde Anne Bauer vom Vereinsmitglied Gerhard Freimann gefragt. So entspann sich eine lebhafte Diskussion zuerst zwischen den beiden und später auch mit Beteiligung weiterer Anwesender. Erika Watson sagte, der Verein habe einen Anwalt aus Bayern beauftragt, dessen Kosten nun zur Hälfte bezahlt seien. Sie rief zu Spenden und zum Eintritt in den Verein auf. Zum Schluss des Abends sprach sie sich für einen Runden Tisch mit Vertretern der Stadt aus – zum Thema Erneuerbare Energien.
Neue Kriterien für Konzentrationsflächen?
Im Publikum kam die Frage auf, warum die Stadt keinen neuen Anlauf zur Ausweisung von Konzentrationsflächen nehme. Denn aktuell änderten sich die Genehmigungskriterien für Windkraft vor dem Hintergrund des Ukraine-Krieges und dem Ziel, die Abhängigkeit von Gas und Öl zu verringern. Außerdem sei es möglich, dass Voraussetzungen, die 2018 zum Ausschluss von Konzentrationsflächen geführt haben, heute nicht mehr vorliegen. Damals habe zum Beispiel eine Flugroute des geschützten Rotmilans auf Pfälzer Seite der Weißen Trisch dieses Gebiet disqualifiziert.