Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Corona-Inzidenz: Zweibrücken in Deutschland ganz hinten, Südwestpfalz ganz weit vorn

So voll wie beim Stadtfest ist’s in Zweibrücken derzeit noch nicht, aber die Stadt füllt sich zusehends.
So voll wie beim Stadtfest ist’s in Zweibrücken derzeit noch nicht, aber die Stadt füllt sich zusehends.

Im Wesentlichen geht der hohe Inzidenzwert in Zweibrücken auf „vier Familien mit einer größeren Anzahl an Familienmitgliedern“ zurück. 24 der aktuell Infizierten gehören einer der vier Familien an. Das teilte Thorsten Höh, der Sprecher der Kreisverwaltung, auf Anfrage mit. Da Zweibrücken nur 34.000 Einwohner hat und die Inzidenz den Wert pro 100.000 Einwohner angibt, lässt sich folglich aus den Angaben des Gesundheitsamtes schlussfolgern, dass fast alle Personen, die derzeit in Zweibrücken mit dem Coronavirus infiziert und ansteckend sind einer dieser vier Familien angehören müssen.

„Es gibt keinen Schwerpunkt, bei dem sich die einzelnen Personen angesteckt haben, bevor es innerhalb der Familien zu den Folgeinfektionen kam“, versichert Höh. Die Fälle der verschiedenen Familien hingen nicht zusammen. Unter den aktuell Infizierten befinden sich laut Höh weder geimpfte Heimbewohner noch Bewohner anderer Einrichtungen.

Um die Inzidenz in Zweibrücken zu senken, hat das Land der Stadt Zweibrücken am Mittwoch zugesagt, dem Zweibrücker Impfzentrum 800 Impfdosen von Biontech zusätzlich zu liefern. Wer noch nicht geimpft ist, sollte sich umgehend registrieren.

In Zweibrücken liegt die Inzidenz am Mittwoch bei 79, im Landkreis Südwestpfalz bei 1,1.

4400 Genesungs-Nachweise bisher verschickt

Das Gesundheitsamt der Kreisverwaltung hat bislang rund 4400 Genesungs-Nachweise an Personen aus dem Landkreis und den Städten Zweibrücken und Pirmasens verschickt. Wer diesen Nachweis in Händen hält, kann damit belegen, dass er an Corona erkrankt war, aber wieder gesund ist. Wer den Genesungs-Nachweis vorlegt, kann die gleichen Erleichterungen in Anspruch nehmen wie vollständig Geimpfte und negativ Getestete.

Die 4400 Personen, für die der Kreis eine Bescheinigung ausgestellt hat, waren in den sechs Monaten vor dem 12. Mai an Corona erkrankt, davon 2400 aus dem Landkreis, 700 aus Zweibrücken und 1300 aus Pirmasens (alle Zahlen gerundet).

Damit die Kreisverwaltung die Bescheinigungen verschicken konnte, sei eine „arbeitsintensive Nacherfassung der Daten“ nötig gewesen, sagte Höh. Seit dem 12. Mai werden die Genesungs-Bestätigungen zusammen mit der Quarantäne-Bescheinigung fortlaufend verschickt. Dies sei – nicht zuletzt wegen der aktuell niedrigen Infektionszahlen – gut leistbar, so Höh.

In den nächsten Tagen erhielten nochmals rund 100 Personen, die aus dem Erfassungsraster gefallen waren, ihre Bestätigung. Höh: „Danach sind es jeweils nur noch die aktuell Genesenen. Im Juni waren dies zwischen 20 und 40 Personen täglich.“

Personen, deren positiver PCR-Test maximal sechs Monate zurückliegt, sind ab 28 Tagen nach diesem Test bis zu sechs Monate lang den negativ Getesteten und den vollständig Geimpften gleichgestellt und genießen Erleichterungen. Liegt der Test länger als sechs Monate zurück, benötigen diese Personen neben dem Genesenen-Nachweis nach derzeitiger Gesetzeslage zusätzlich eine einmalige Impfung, die frühestens sechs Monate nach der Genesung erfolgen sollte.

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