Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Corona-Ausbruch in der Kaserne?

Über 30 Soldaten sollen sich im April in der Niederauerbach-Kaserne mit dem Coronavirus angesteckt haben.
Über 30 Soldaten sollen sich im April in der Niederauerbach-Kaserne mit dem Coronavirus angesteckt haben.

Zwischen 30 und 40 Soldaten der Niederauerbach-Kaserne sollen sich gleichzeitig innerhalb einer Woche mit dem Coronavirus infiziert haben. Die Bundeswehr will sich dazu nicht äußern, nennt keine Zahlen.

Dem Vernehmen nach kam es im April zu dem Ausbruch in der Kaserne. Auf Nachfrage antwortete Informationsfeldwebel Andreas Hultgren am 3. Mai: „Das Lagezentrum Fallschirmjägerregiment 26 überwacht tagesaktuell die Fallzahlen über Covid-19 Verdachtsfälle. Mit Stand heute ergibt sich dort keine Besonderheit gegenüber dem bundeslandspezifischen Inzidenzwert. Aus diesem Grund gibt es keinen Anlass für besondere Maßnahmen.“

Genaue Zahlen oder Inzidenzwerte für den April nannte Hultgren nicht, auch nicht auf eine weitere Nachfrage am Dienstag. Hier hieß es, „dass wir zur personellen Einsatzbereitschaft und Krankenständen der Soldaten des Fallschirmjägerregiments 26 keine detaillierte Auskunft erteilen dürfen“. Für das Regiment bestünden seit März 2020 besondere Hygieneauflagen. Nach jeder positiven Testung würden die Maßnahmen überprüft und gegebenenfalls angepasst. „Auch bei aktuellen Erkrankungsfällen geschah dies“, so Hultgren.

Gesundheitsamt Südwestpfalz nicht für alle Soldaten der Kaserne zuständig

Dem Gesundheitsamt Südwestpfalz sind keine 30 bis 40 aktiven Coronafälle zur selben Zeit in der Niederauerbach-Kaserne bekannt, wie Kreissprecher Thorsten Höh auf Anfrage sagte. Allerdings würden hier auch nur Corona-Infizierte registriert, die in der Südwestpfalz wohnen. Infizierte Soldaten, die in der Niederauerbach-Kaserne stationiert sind, aber woanders ihren Wohnsitz haben, flössen nicht in die hiesige Statistik ein.

Das Fallschirmjägerregiment hatte zwischenzeitlich an das Landeskommando Rheinland-Pfalz verwiesen. Doch auch von dort war keine Antwort zu dem mutmaßlichen Corona-Ausbruch in der Zweibrücker Kaserne zu bekommen. Das Landeskommando erklärte, es sei nicht zuständig für truppendienstliche Belange und verwies zurück an die Fallschirmjäger vor Ort.

Am 3. Mai lag in der Kaserne laut Sprecher „keine Besonderheit gegenüber dem bundeslandspezifischen Inzidenzwert“ vor. Geht man von mindestens 30 Corona-Neuinfektionen innerhalb einer Woche aus und davon, dass das Regiment an den Standorten Zweibrücken und Merzig 1800 Soldaten hat, so ergäbe sich intern eine Inzidenz von über 1600, was um ein Vielfaches über dem Bundesland-Durchschnitt läge.

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