Fußball
Contwiger Tim Hüther macht in Verletzungspause den Trainerschein
Für Tim Hüther war es ein „Riesending“, mit der Palatia in die Bezirksliga aufzusteigen. Auch wenn der Mittelfeldspieler dafür auf dem Feld nicht so viel wie angedacht zum Meisterschaftserfolg in der A-Klasse beitragen konnte. Meistens stand Hüther in seiner zweiten Personalrolle, als Co-Trainer, am Spielfeldrand. Denn der pfeilschnelle Außenbahnspieler hat sich während der Aufstiegssaison einen Knorpelschaden im Knie zugezogen.
Wie es der Zufall will, ausgerechnet gegen seine frühere Mannschaft, die SG Rieschweiler II, ist es passiert. „Ich bin im Vollsprint mit einem Gegenspieler zusammengeprallt, dabei trafen unsere beiden Kniescheiben aufeinander“, beschreibt er den schmerzhaften Moment vom 26. Februar diesen Jahres noch mal.
Der nächste Schockmoment
Nach der Diagnose erwartete den 28-jährigen dann gleich der nächste Schock: Ein Jahr Zwangspause! „Für mich ist es die Hölle, nicht nur nicht mitspielen zu können, sondern auch nur außen zu stehen und zu wissen, auch wenn ich möchte, kann ich nicht aktiv mithelfen“, veranschaulicht Hüther, der als Disponent im Einkauf bei der Wasgau AG in Pirmasens angestellt ist, sein momentanes Seelenleben.
Dass sein Team, das ganz offiziell auch das von seinem Trainerkollegen Stefan Höh ist, jetzt auch noch so schwer in die Saison gestartet ist, macht es doppelt bitter für ihn. Die Bezirksliga ist seiner Ansicht nach eine „kampfbetonte Liga“, was er im Vorhinein nicht erwartet hat. „Aber so langsam finden wir uns rein.“
Mit dem TuS Bedesbach-Patersbach erwartet sie am Samstag (16 Uhr) eine kämpferisch starke Mannschaft, bei der sie entsprechend gewappnet sein müssen, um dagegenzuhalten. „Der Gegner spielt schon sehr lange in der Bezirksliga. Ein Sieg wäre bezüglich des Aufwandes, den wir bis auf Waldfischbach in jedem Spiel betrieben haben, um uns weiter zu steigern und zu verbessern, unglaublich wichtig. Tabellarisch stehen wir nicht da, wo wir uns alle gerne sehen würden, aber ich bin nach wie vor fest davon überzeugt, dass wir als Team aus diesem Loch rauskommen.“
Licht am Horizont
Etwas Licht am persönlichen Horizont sieht er wieder. „Ich hab mich im Juni einer Operation unterzogen, die hat Nils Veith, der auch der Mannschaftsarzt des 1. FC Kaiserslautern ist, an der Homburger Uni durchgeführt. Dadurch kann ich nach vorsichtiger Prognose nur sechs Monate ausfallen“, hofft er. Um konkret zu werden muss die Abschlussuntersuchung im Oktober abgewartet werden. Zeigt sich dabei, dass alles nach Plan heilt, kann er ab da wieder mit Lauftraining loslegen, „um dann als Ziel in der Wintervorbereitung wieder mit einzusteigen.“
Die persönliche wettkampflose Zeit hat Tim Hüther genutzt, um sich als Trainer fortzubilden. Es sollte anfangs nur die C-Lizenz werden. Nach einer dreitägigen Eignungsprüfung kam die Entscheidung, sogar die B-Lizenz anzugehen. Statt fand das Ganze in Edenkoben beim Südwestdeutschen Fußballverband. „Das war eine klasse Erfahrung, Fußballer- und Trainerkollegen wie Jannick Immel (Jahn Zeiskam) oder den Spielführer von Schott Mainz, Tim Müller, der im DFB-Pokal gegen Borussia Dortmund gespielt hat, kennenzulernen und zu erleben, wie sie den Fußball sehen.“ Hüther selbst ist ja erst seit einer Saison im Traineramt, die meisten Lehrgangsteilnehmer aber schon über Jahre gestandene Trainer.
Die zehntägige Bildungsteilnahme habe vieles bei ihm verändert. „Das Spiel an sich verfolge ich jetzt ganz anders. Die Sicht auf den Fußball ist klarer, ich denke taktischer, mehr in Spielsystemen, achte auf Dinge, auf die ich vorher nie gedacht habe.“ Genauso habe sich die Anforderung an seine Trainingslehre verändert. „Vor dem Lehrgang habe ich mir zu viele Gedanken gemacht, die alles verkompliziert haben. Jetzt setze ich einen Schwerpunkt, den ich in der nächsten Einheit verbessern möchte und darauf baue ich die Übungen von einfach nach schwer auf, um das gewünschte Ziel zu erreichen.“