Zweibrücken Contwiger Palatia holt sich den Kreispokal
«PIRMASENS.» Die Contwiger Palatia, gegründet 1920, hat zum ersten Mal in ihrer 98-jährigen Vereinsgeschichte den Fußball-Kreispokal gewonnen. In einem wenig spektakulären Finale besiegte das Team von Trainer Maximilian Blum gestern im Stadion Husterhöhe die SG Waldfischbach mit 2:0 (1:0).
Als Schiedsrichter Fabian Vollmar nach 92 Minuten zum letzten Mal Luft in seine Pfeife geblasen hatte, gingen die Arme der rot-weiß gedressten Akteure aus Contwig hoch – und die Köpfe der Waldfischbacher runter. Während Contwigs Spieler und das Personal aus dem Umfeld sich in den Armen lagen, abklatschen, sachte eine erste, kleine Sektfontäne spritzen ließen und für die Fotografen posten, suchte Waldfischbachs Spielertrainer Martin Gampfer nach Erklärungen für die insgesamt schwache Leistung seines Teams. „Vielleicht waren wir zu nervös“, meinte Gampfer, der mitspielend stets vorbildlich kämpfte, aber in drei entscheidenden Situationen zur Waldfischbacher Niederlage beitrug. So ließ er sich in der 62. Minute vom gerade eingewechselten Contwiger Heiko Grünnagel den Ball abluchsen. Grünnagel bediente den in der Mitte mitgelaufenen Mesout Moutous, der dann den Ball erst an den Pfosten setzte, den Abpraller dann aber über den am Boden liegenden SG-Keeper Florian Vivi per Kopf doch noch zum 2:0 der Palatia im Tor unterbrachte. Effektiv aus Palatia-Sicht und der des Anhangs aus dem Schwarzbachtal war das. Denn: Es war dies die einzige Torchance der Contwiger in der ganzen zweiten Hälfte. Bei zwei weiteren Szenen hätte Gampfer per Kopf für Waldfischbach treffen können. Aber es war nicht Gampfers Tag und schon gar nicht sein Match, das er bereits in der 79. Minute beenden musste. Nach einem Foul im Mittelfeld sah Gampfer seine zweite Gelbe Karte und Rot hinterher. „Das war unnötig“, sagte er. Unterm Strich habe seine Mannschaft „nicht gezeigt, was wir können.“ Sein Contwiger Pendant Maximilian Blum analysierte ohne eine Spur Euphorie nur Minuten später: „Wir wollten defensiv gut stehen und wenig zulassen. Das ist uns gelungen.“ Auch weil bereits am kommenden Sonntag erneut das Duell Contwig gegen Waldfischbach ansteht und dabei der Erste (45 Punkte aus 19 Spielen) den Zweiten (42/18) der A-Klasse empfängt, sei die Feier nach dem Schlusspfiff eher gediegen ausgefallen. Blum: „Das hatten wir uns so vorgenommen, denn unser Fokus liegt auf der Runde.“ Der Dosenöffner des Pokalsieges hat indes einen Namen: Stefan Kehl. Der 32-jährige Außenverteidiger der Palatia bugsierte mit all seiner Routine einen Freistoß unweit des Sechsmetereckes, als jeder eine Flanke erwartete, ins kurze Eck des Waldfischbacher Gehäuses. „Ich sah, dass der Torwart weit rechts steht und dachte, probier’s doch mal.“ Es war nach 17 Minuten der erste Torschuss der Contwiger – Effizienz eben. Was die 22 Akteure sonst so boten, konnte nicht deren tatsächliche Leistungsstärke spiegeln. Spielfluss war keiner zu erkennen. Immer wieder kam es auf beiden Seiten zu Fehlabspielen und etlichen (kleine) Fouls. Das lag insbesondere an einem sehr holprigen Rasen im Stadion Husterhöhe, der sich als zwölfter, schier übermächtiger Gegenspieler aufplusterte. Das arg ramponierte Grün passt einfach nicht in das wunderschöne städtische Stadion, in dem sich lediglich rund 600 Zuschauer eingefunden hatten. Gampfer: „Da macht Fußball keinen Spaß.“ Die Contwiger werden’s anders sehen. Sie holten nicht unverdient den Kreispokal, obwohl sie weniger Spielanteile und deutlich weniger Torchancen hatte. Die Contwiger Effizienz – sie darf sich kommenden Sonntag noch einmal beweisen. So spielten sie SG Waldfischbach: Vivi – Schneider, Gampfer, Wollenschläger, Jörg (77. Wilhelm) – Hörner (72. Scherrer), Zimmermann – Neupert, König, Mohames (57.Nikolaus) SV Palatia Contwig: Betz – Hein, Semar, Rausch, Kehl – Hoffmann (83. Utzinger), Götzinger, Sefrin (75. Höh), Tropper – Moutous, Koch (59. Grünnagel) Tore: 0:1 Kehl (17. Minute), 0:2 Moutous (62.) - Gelbe Karten: Jörg – Sefrin, Götzinger, Hein – Gelb-Rot: Gampfer (79. Minute, wiederholtes Foulspiel) – Beste Spieler: Neupert, Schneider – Kehl, Hein – Zuschauer: 600 - Schiedsrichter: Fabian Vollmar (Großsteinhausen).