Fussball
Contwiger Blum als fußballbegeisterter „Teilzeit-Pensionär“
Dem Müßiggang will Gerhard Blum auch mit 66 Jahren noch nicht frönen, vielmehr sieht er sich noch in der Pflicht. Seit fast einem Jahr ist der ehemalige Lehrer des Hugo-Ball-Gymnasiums in Pirmasens mittlerweile offiziell in Pension. Eigentlich, der Lehrer für Sozialkunde und Englisch will sich aber nicht auf seinen wohlverdienten Lorbeeren ausruhen. „Ich stehe immer auf Abruf bereit. Mir macht es einfach Spaß, Lehrer zu sein. Es war auch von Anfang an klar, dass ich aushelfe“, erklärt der Contwiger, der im vergangenen Schuljahr, obwohl er kein aktiver Beamter mehr ist, jeden Monat als Lehrer zum Einsatz kam.
Dabei ist er auch flexibel, sei nicht auf seine beiden Paradefächer beschränkt. „Ich springe dort ein, wo es fehlt. Ich mache im Notfall auch den Sportunterricht“, fügt er an. Fußball werde dann jedoch nicht gespielt, auch wenn er in seiner Freizeit gern dem runden Leder hinterherspringt. „Bei mir wird geturnt oder wir machen Leihathletik“, verdeutlicht Blum, der nach eigenen Angaben bereits mehr als 30 Jahre als Trainer aktiv ist. Bei ihm fremden Fächern greift der Contwiger aber auch heute noch, als erfahrener Lehrer, gerne auf die Kenntnisse anderer Kollegen zurück.
Dem Job als Lehrer hatte Blum schon immer viel abgewinnen können. „Ich habe den Lehrerjob gerne gemacht. Das ist immer lustig und bezahltes Entertainment“, sagt Blum lachend. So lange es ihm gut geht, will er noch weiter vor Schulklassen stehen. Schule und Fußball konnte der Trainer der Palatia auch im Berufsleben miteinander verbinden. „Ich habe in der Schule alle Fußballteams trainiert. Wir haben im Bezirk, in der Pfalz und auch überregional einige Turniere gewonnen“, berichtet Blum, dessen Sohn Max die erste Contwiger Mannschaft trainiert.
Blum: Schüler sind besser als ihr Ruf
Im Unterricht beschreibt sich der „Teilzeit-Pensionär“ eher als zugänglichen Typ, der seinen Schülern auch mal auf Du und Du begegnete. „Wenn ein Schüler in meiner Mannschaft trainierte, fand ich es immer komisch, dass sie mich morgens siezen und abends im Training Du zu mir sagen. Das wollte ich nicht“, erklärt er. Auch findet er die heutigen Schüler insgesamt besser, als es ihr Ruf vermuten lässt. „Ich hatte nie Probleme mit den Schülern“, stellt er entschieden fest, will aber weiter nur auf dem Hugo-Ball-Gymnasium unterrichten.
Mit jungen Leuten zusammenzuarbeiten, lag Blum schon immer, wie er berichtet. Auch deshalb war er in den vergangenen drei Jahren Trainer der A-Junioren des SV Palatia Contwig. „Ich hatte auch immer mal wieder Schüler von mir in der Mannschaft“, erzählt Blum. Auch deshalb ist er nun Trainer der zweiten Palatia-Garde geworden, denn etliche Spieler seiner bisherigen Jugendmannschaft sind nun in den Aktivenbereich aufrückten. „Da sind richtig gute Leute dabei, die sind auch taktisch gut eingestellt“, erzählt der Lehrer weiter, der nach eigenen Angaben in den vergangenen beiden Jahren insgesamt 17 Jugendspieler an die beiden aktiven Teams abgab.
Underdog gegen den SV Bottenbach
Mit seiner zweiten Palatia-Truppe empfängt er am Sonntag (17 Uhr) zu Hause das Spitzenteam des SV Bottenbach. Auch im Spiel gegen die Bottenbacher wird Blum wieder eine ganz junge Mannschaft aufs Feld schicken. „Wir sind in dieser Partie auf jeden Fall der Underdog. Ich denke, dass Bottenbach am Ende unter den ersten vier Mannschaften landen wird. Ich hoffe, es fehlen mir nicht zu viele Spieler“, erklärt der Palatia-Coach, der als Saisonziel den Klassenerhalt in der Gruppe A der B-Klasse West Pirmasens/Zweibrücken ausgibt.