Zweibrücken
Commodore C64: Der Computer mit dem wir groß wurden
Welcher war Ihr erster Computer? Das wollten wir von Passanten in der Zweibrücker Fußgängerzone wissen. Und natürlich die kleinen Geschichten drumherum. Spoiler vorneweg: Ein bestimmtes Modell, das schon lange nicht mehr erhältlich ist, wurde am meisten genannt.
Frank Theisinger aus Zweibrücken ist mit seinem Bruder Peter zusammen Inhaber einer Heizungsbaufirma. Als solcher hat er viel im Büro mit Computern zu tun. Sein erster Computer allerdings war ein Commodore 64, auch C64 genannt. „Den habe ich 1984 mit 15 Jahren vom Konfirmationsgeld gekauft, und den habe ich immer noch, inklusive der Originalverpackung“, erinnert er sich genau. Natürlich hat das Gerät, das aus heutiger Sicht technisch gesehen eher einem programmierbaren Taschenrechner gleicht, hauptsächlich zum Spielen gedient. „Erste Versuche im Programmieren haben wir relativ schnell abgebrochen. Wäre ich damals drangeblieben, würde ich vielleicht so manches Programm von heute besser verstehen“, sagt der Handwerker.
Eva-Maria Fuhrmann aus Reifenberg kennt den C64 auch als ersten Computer, an dem sie gespielt hat. „Henry’s House, Hexenküche, Boulder Dash“, kann sie die Spiele noch heute aufsagen. Allerdings hat der Computer ihrem Bruder gehört. „Als ich 18 war, hatte ich dann den ersten eigenen Computer aus dem Aldi, ein Windows-Rechner, ein Riesenturm“, sagt sie. Der sei nicht so teuer gewesen. Auf die Frage, ob sie mit dem zurecht gekommen ist, antwortet sie: „So semi. Aber das lag eher an der Benutzerin.“ Heutzutage nutzt die Lehrerin einen älteren Acer-Laptop und für die Schule ein Tablet. Einen Desktop-Rechner besitzt sie nicht mehr.
Auch Christian Gantner aus Zweibrücken hat seine ersten Erfahrungen mit Computern auf einem C64 gemacht. „Das muss um 1990 herum gewesen sein. Damit haben wir hauptsächlich gespielt. Zum Beispiel Pit Stop, das Spiel, bei dem man im Splitmodus mit zwei Rennautos gegeneinander fahren konnte. Und natürlich Mario Bros. Ich habe zusammen mit meinen beiden Brüdern gespielt, und es gab keinen Streit, das war immer lustig und toll“, erinnert er sich. Teuer sei der Commodore nicht gewesen, vermutlich sei er gebraucht gekauft worden, erinnert er sich nicht mehr an Details. „Aber das hat richtig Spaß gemacht“, weiß er noch. Und neben dem Zweck der Spielmaschine haben die drei Brüder ihn auch genutzt, um ein wenig zu programmieren. „Ein Männchen, das sich bewegt“, sagt er. Da sich die Technik schnell entwickelt habe, sei der Rechner nach drei Jahren schon ausgesondert worden.
Hans-Peter Hoffmann aus Zweibrücken hatte als ersten Computer „einen Riesenkasten, grau, und der hat ausgesehen wie ein Röhrenfernseher. Und was ich noch sicher weiß, es war ein Spiel drauf, und zwar Tischtennis.“ Der Monitor war noch schwarzweiß, und irgendwann habe er ihn weggeworfen. „Eigentlich haben wir ihn zur Textverarbeitung angeschafft, aber das Programm war so umständlich und für meine Fähigkeiten vermutlich nicht kompatibel“, erinnert er sich an seine erste Rechenkiste, die er geschenkt bekommen hat.
Der Zweibrücker Christian Lanninger ist zum ersten Mal als Jugendlicher mit Computern in Berührung gekommen, als sein Vater Anfang der 1990er Jahren am Schlossplatz seine Immobilienfirma eröffnet hat. Dort stand dann ein Rechner inklusive Monitor mit gelbem Hintergrund und schwarzer Schrift. „Da war ich so um die 12 oder 13 Jahre“, erinnert er sich. Einen eigenen stationären Computer hat Christian Lanninger nie besessen. Nur ein iPad und ein Handy nutzt der Hausmeister heute, und zwar seit 2015. Da fällt ihm plötzlich ein, dass er als Jugendlicher doch mal eine Zeit lang einen Computer mit Kassetten als Datenträger hatte. Vermutlich ein C64 mit Datasette, aber so genau erinnert er sich daran nicht.
Ralf Nickolaus aus Einöd hatte nie einen Computer. „Meine Frau hat einen. Ich selbst habe mich damit noch nie befasst“, erzählt der pensionierte ehemalige Mitarbeiter des Homburger Bauhofes. Da er immer mit den Händen gearbeitet habe, habe er nie einen Computer gebraucht, und auch kein Interesse daran. „Das Einzige, was ich habe, ist mein Handy“, sagt der 67-Jährige.