Interview
Christin Hussong freut sich aufs Werfen am Fließband
Frau Hussong, mal im Scherz gefragt: Wissen Sie überhaupt noch, wie das geht mit dem Kofferpacken?
Ja, klar (lacht). Und ich bin auch schon fertig damit.
Als wir uns am Montag für das Telefoninterview verabredet haben, waren Sie gerade auf dem Weg zum Corona-Test ...
Ja, wir sind nach St. Ingbert in ein Labor gefahren. Den negativen Test brauchen wir, damit wir überhaupt losfliegen dürfen. Am Dienstag kamen die Ergebnisse: Alles gut. Ich darf fliegen und mein Papa und Trainer (Udo Hussong, Anm. d. Red.) auch.
Seit wann wissen Sie – angesichts der anhaltenden Corona-Krise –, dass das Trainingslager des Deutschen Leichtathletik-Verbandes im türkischen Belek tatsächlich stattfindet?
Vergangene Woche haben wir unsere Flüge genannt bekommen, seitdem weiß ich es. Am Montag hatten wir dann mit dem DLV eine digitale Konferenz, in dem das Hygienekonzept noch mal genau erklärt wurde.
Normalerweise fliegt das deutsche Team ja gemeinsam. Und diesmal?
Der DLV wollte zunächst, dass wir zusammen fliegen. Jetzt ist wohl doch so, dass es drei verschiedene Flüge sind. Ich fliege erst am Mittwochabend von Frankfurt nach Antalya. Von dort dauert’s noch eine halbe Stunde mit dem Bus bis Belek.
Ungewöhnlich als Profisportlerin: Seit Beginn der Corona-Krise im vergangenen Jahr ist das wieder Ihr erster Flug?
Ja, geflogen bin ich wirklich schon ganz lange nicht mehr. Letztes Jahr waren wir zu Beginn der Corona-Krise in Europa auch in Belek und sind gerade noch so zurückgekommen. Und zu den Meetings später sind wir dann sicherheitshalber mit dem Auto gefahren. Ich bin schon gespannt, wie das jetzt alles abläuft am Flughafen.
Das Trainingslager wird wegen Corona anders aussehen als üblich?
Ja, erst mal haben wir alle Einzelzimmer. Und eigentlich trainiere ich dort – wie zu Hause auch –allein mit meinem Papa. Es soll laut DLV keine Vermischung der Gruppen geben, damit das Infektionsrisiko möglichst minimiert ist. Aber natürlich kann man den anderen Werfern auf der Anlage wenigstens mal zuschauen ...
Worauf freuen Sie sich sonst noch?
Einfach mal wieder im Warmen zu werfen. Die Wetter-App sagt im Vorfeld was von 18 bis 20 Grad. Drei-, viermal konnten wir bisher draußen werfen, wir hatten ja auch hier schon ein paar richtig schön warme Tage. An einem wollte ich sogar fast schon ohne Jacke, nur im Top, werfen (lacht). Aber in den letzten Tagen war es wieder ganz schön frisch geworden, vor allem durch den Wind.
Wo sehen Sie sich formmäßig und mit Ihren Kraftwerten nach dem Aufbautraining im Winter?
Ich bin sehr zufrieden mit meiner Form und den Werten. Wenn das so weiterläuft, wird es richtig gut. Jetzt geht es vor allem darum, dass alles auf den Speer zu bekommen.
Was bedeutet das für Ihre Trainingsinhalte jetzt in Belek?
Im Kraftraum werde ich da weniger sein. Vorrangig geht es jetzt ums Werfen.