Meinung
Christian Gauf zitiert Helmut Schmidt – und sagt damit alles
Am Ende war es eine klare Sache: Christian Gauf bleibt Bürgermeister von Zweibrücken, und das mit einem sehr deutlichen Ergebnis. Der frühere Leiter der Finanzabteilung Julian Dormann hätte Gauf durchaus gefährlich werden können, aber am Ende hielten die Reihen innerhalb der Fraktionen. Dormann war es auch nicht gelungen, die FWG von sich zu überzeugen, die ihn als Kämmerer stets gelobt hatte. Dafür war seine Vorstellung am Mittwoch zu schwach.
Dass Christian Gauf so deutlich wiedergewählt wurde, liegt auch daran, dass die Zweibrücker im Juni 2024 einen deutlich konservativeren Stadtrat gewählt hatten. CDU und AfD hatten zugelegt, SPD und Grüne Sitze verloren. Das Ergebnis vom Mittwoch spiegelt das neue Kräfteverhältnis wider.
Gaufs Wiederwahl bedeutet eine Fortführung der bisherigen Stadtpolitik. Nach vorne blickte Gauf am Mittwoch kaum, sagte lediglich, dass er gemeinsam mit den Zweibrückern „an einer lebendigen und zukunftsfähigen Stadt arbeiten“ möchte. Er machte keinen Hehl daraus, dass er in seiner zweiten Amtszeit an dem festhalten wird, was ihm in den ersten acht Jahren wichtig war und richtig schien. Seine Wiederwahl steht für ein Weiter-so-wie-bisher. Sie ist kein Zeichen für einen Aufbruch.
Gauf sagte das klipp und klar: „Wer Visionen von mir erwartet, dem antworte ich mit Ex-Bundeskanzler Helmut Schmidt: ,Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen.’ Ich bin Realist.“ Hui, das war deutlich! Er hätte nicht einmal den früheren SPD-Kanzler zitieren müssen. Er hätte es mit Angela Merkel sagen können: „Sie kennen mich.“ Sogar ein Plakat der CDU mit Konrad Adenauer zur Bundestagswahl 1957 hätte es getan. Darauf stand: „Keine Experimente!“
