Zweibrücken Chips sind der Renner

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Der Zucker darf nicht ausgehen. „Die Flüchtlinge trinken keinen Kaffee mit Zucker, sondern eher Zucker mit Kaffee“, hatte Tassilo Wilhelm jüngst beim Rundgang durch die Flüchtlingsunterkunft des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) mit einem Schmunzeln erklärt. Gestern Morgen wurde Nachschub geliefert: 110 Kilo Zucker brachte der Zweibrücker Cap-Markt, zusammen mit weiteren Lebensmitteln, in die Unterkunft. Dort sind seit Mittwoch mehr als 170 Flüchtlinge zu versorgen.

300 Eier, 60 Packungen Scheibenkäse, 24 Packungen Pampers, 48 Päckchen Kaffee: Das ist eine Auswahl dessen, was die Mitarbeiter des Cap-Markts gestern in den Sprinter luden und zum ehemaligen Hotel Europa brachten, wo der ASB seit diesem Monat ein Unterkunft für besonders schutzbedürftige Flüchtlinge betreibt, etwa alleinreisende Frauen und junge Familien. Bis Mittwoch waren es knapp 70 Personen, nun sind es mehr als 170. „Am Mittwochabend um 20 Uhr kam der Anruf, und jetzt steht schon alles da“, sagte Hermann Grieser gestern Morgen. Er ist bei der Heinrich-Kimmle-Stiftung, die den Cap-Markt betreibt, für den Vertrieb zuständig, bei den Auslieferungen dabei und stolz: „Für uns ist das eine Herausforderung, aber wir können damit beweisen, wie schnell und zuverlässig wir so etwas bewerkstelligen.“ Der Cap-Markt in der Hallplatz-Galerie ist ein Integrationsbetrieb, dort arbeiten behinderte und nicht behinderte Menschen (derzeit zwölf) zusammen. „Die Integrationsmitarbeiter ziehen richtig mit. Jeder hilft auf seine Weise. Das ist ihr Beitrag, den Menschen zu helfen, die am Rande der Gesellschaft stehen, denn dieses Gefühl kennen sie selbst“, erklärt Marktleiterin Andrea Huber und lobt ihre Mannschaft. Der Markt versorgte zunächst das Flüchtlingslager des Deutschen Roten Kreuzes im Flughafenterminal, dann kam die ASB-Unterkunft dazu. Der Markt liefert in erster Linie das Essen für Frühstück und Abendbrot, etwa Butter, Marmelade, Honig, Tee, Kaffee, Geflügelwurst, Käse und Milch, aber auch Hygieneartikel wie Duschzeug, Shampoo, Einweg-Rasierer, Zahnpasta und Windeln. Dazu kommen drei Sorten Obst: Gestern waren es Äpfel, Bananen und Clementinen. Obst wird alle zwei Tage geliefert, die anderen Dinge nach Bedarf. Im Schnitt steuert der Caddy des Cap-Markts zweimal die Woche den Flughafen an. Der Sprinter kommt nur bei Großlieferungen zum Einsatz, etwa, wenn neue Flüchtlinge eingetroffen sind. Es kämen auch öfter Flüchtlinge in den Markt und kauften ein, berichtet Huber. Gefragt seien besonders Süßigkeiten („Chips sind der Renner“), auch Thunfisch und Sonnenblumenkerne, zudem Energy-Getränke. Nie, stellt sich Huber Gerüchten entgegen, habe es dabei Probleme gegeben. „Weder gab es Diebstähle noch hat einer nicht bezahlt oder sich nicht benommen.“ Die Leute seien freundlich und zudem dankbar. Der Cap-Markt, der von Edeka beliefert wird, hat laut Grieser wegen des Auftrags für die Flüchtlingsunterkünfte sein Lager erweitert. Es drohten keine leeren Regale im Markt − auch Zucker ist noch da.

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