Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Charlotte Stuppi trainiert in Zweibrücken unter den Augen des Bundestrainers

Aufmerksam beobachten Bundestrainer Eberhard Seemann (rechts) und Heimtrainer Andreas Rubly, wie Nachwuchsspringreiterin Charlot
Aufmerksam beobachten Bundestrainer Eberhard Seemann (rechts) und Heimtrainer Andreas Rubly, wie Nachwuchsspringreiterin Charlotte Stuppi auf Asterix ihre Trainingsrunden dreht.

„Fang auf der rechten Hand an, wir fangen immer auf der besseren Hand an“, ruft Springreiter Andreas Rubly seinem Schützling Charlotte Stuppi in der großen Reithalle des Landgestüts zu. Die 13-Jährige ist ein dennoch wenig nervös: Bundestrainer Eberhard Seemann ist am Freitagnachmittag da – zum Besuch des Heimtrainings.

Und so reitet Stuppi auf dem 13-jährigen Wallach Asterix Runde um Runde durch die Halle und über die als Hindernisse im Stern auf dem Boden liegenden Balken. Im Trab, im Galopp, manchmal muss sie das Pferd auch parieren. „Nicht schlimm. Konzentrier’ dich“, sagt Rubly dann, „bleib mit der Wade schön dran.“ Zwischendurch unterhält er sich mit dem 51-jährigen Seemann – der Bundestrainer Children ist extra aus Warendorf angereist – in Ruhe über das, was das Sportpaar im Drittel der Halle zeigt.

„Wir Nachwuchstrainer versuchen schon, unsere Kaderreiter auch mal zu Hause zu besuchen“, erklärt Seemann seine Visite, die er mit einem Wochenendlehrgang im saarländischen Illingen verbindet. Zwei Lehrgänge habe der Nachwuchs in Warendorf jeweils an Ostern und im Herbst, „sonst sehen wir uns auf den Turnieren“. Für den Nachwuchs sei es immer auch eine gewisse Auszeichnung, in Warendorf die optimalen Trainingsbedingungen zu nutzen.

Stuppi derzeit die einzige im Nachwuchskader 1

Die Reiter seien aber deutlich besser einzuschätzen, wenn man sie auch mal im gewohnten Umfeld begutachte, so Seemann. „Wir reden über die vergangene Saison, setzen Ziele für die neue, sehen die Trainingsgegebenheiten vor Ort und können uns mit den Heimtrainern austauschen“, erklärt Seemann weiter.

Charlotte Stuppi gehört seit dem vergangenen Jahr dem NK 1-Kader der U14-Klasse an. Seit dem Turnier in Aachen, wo sie alle Springen gewonnen hat. Sie ist derzeit das einzige Kadermitglied. „Die Children-Klasse reicht von elf bis 14 Jahren bis zu M-Klasse-Springen“, sagt Seemann. „Die meisten kommen erst mit 14 Jahren beim M-Springen an“, unterstreicht er. 50 Prozent des Kaders seien demnach meist schon 14 Jahre, 35 Prozent 13-jährig und nur zehn bis 15 Prozent zwölf Jahre alt. Zuletzt habe er eine Menge Reiter altersbedingt abgegeben.

Bundestrainer Seemann: Trainingsbedingungen in Zweibrücken sehr gut

Seemann ist erstmals in Zweibrücken und überrascht, dass das Landgestüt mitten in der Stadt liegt. „Das hat man nicht so oft“, findet er. Die Bedingungen seien sehr gut, der Boden top und auch nicht zu viel Betrieb. „Es ist alles da, was man fürs Training braucht. Auch ein Heimtrainer mit genügend Fachkompetenz.“

Während Mama Manuela im anderen Hallenteil Pony Mirio H bewegt, mit ihm zu Fuß ein paar Runden dreht, ist Charlotte Stuppi derweil weiter brav auf ihren Runden, reitet die Balken mal in engen, mal in weiten Kurven an. Seit November kommt die junge Homburgerin, die die achte Klasse des Saarpfalz-Gymnasiums besucht, jeden Tag zum Training nach Zweibrücken. Einmal im Monat trainiert sie zusätzlich mit Spring-Landestrainer Sepp Gemein in Kaiserslautern. Die Saison kann kommen.

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