Zweibrücken
Bundeswehr investiert 62 Millionen Euro in den Standort Zweibrücken
Aus alt mach neu. So oder so ähnlich könnte das Motto in der Niederauerbach-Kaserne lauten. Die Bundeswehr will in den kommenden 18 Jahren rund 62 Millionen Euro investieren, um den Standort des Fallschirmjägerregiments 26 fit für die Zukunft zu machen.
„Das Regiment ist ein Schnellzug. Da hat man gar nicht die Zeit, um lange in sich zu gehen“, sagte Oberstleutnant Markus Meyer, seit August vergangenen Jahres Kommandeur des Fallschirmjägerregiments 26. Meyer ist für rund 1800 Soldaten verantwortlich, die an den Standorten Merzig und Zweibrücken stationiert sind. „Das sind viele Menschen, die viele Veränderungen mit sich bringen.“ Der Kommandeur spielt damit unter anderem auf die Ausbildung der Soldaten, die Auslandseinsätze und deren Logistik (Impfungen, Transport, das Stellen der Ausrüstung, Nachbereitung der Einsätze), Großübungen und das Personalmanagement in der Kaserne an. Beim Neujahrsempfang der Stadt betonte Meyer, dass die „materiellen Voraussetzungen“ die Grundvoraussetzung für motivierte und gut ausgebildete Soldaten sei. „Materiell müssen sich die Voraussetzungen am Standort Zweibrücken noch ein bisschen verbessern.“
Bis 2028 51 Millionen Euro Investitionen
Meyers Wunsch dürfte sich, was die Infrastruktur betrifft, erfüllen – wenn auch nicht im Schnellzug-Tempo. Bis 2028 will die Bundeswehr 51 Millionen Euro in die Niederauerbach-Kaserne investieren. In den Jahren darauf sollen weitere fünf Millionen Euro für Arbeiten in der Kaserne sowie sechs Millionen Euro für den Standortübungsplatz und das Bundeswehr-Dienstleistungszentrum Zweibrücken bereitstehen, sagte ein Sprecher des Bundesamtes für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr auf Anfrage der RHEINPFALZ. „Für die Liegenschaft sind umfangreiche Umbau- und Sanierungsmaßnahmen vorgesehen, die im laufenden Betrieb zu erfolgen haben“, so der Sprecher weiter. Hinter ein Projekt kann die Bundeswehr demnächst ein Häkchen setzen. Im Dezember wurden die Arbeiten an der rund 4,6 Millionen Euro teuren Sporthalle abgeschlossen. Das neue, barrierefreie Gebäude ersetzt die alte, zweigeschossige Sporthalle, die eigentlich hätte saniert werden sollen. Wie berichtet, wurden bei Voruntersuchungen Schadstoffe gefunden, sodass der Plan einer Renovierung verworfen wurde. Für die neue Halle, Baubeginn war 2017, muss laut Meyer noch die Ausstattung, sprich Sportgeräte, angeschafft werden. „Ich hoffe, dass die Soldaten die neue Halle ab Mitte des Jahres nutzen können“, so Meyer im Redaktionsgespräch.
Neues Sanitätszentrum
Auch hinter der neuen Sporthalle wird seit vergangenem Jahr geschraubt, gehämmert und gebohrt. Für 4,7 Millionen Euro wird dort das alte Gebäude in ein neues Sanitätszentrum umgewandelt. „Derzeit ist der Arzt in einem anderen Gebäude untergebracht, der Zahnarzt befindet sich in Lebach“, sagte Meyer. Diese Zwischenlösung soll bis Ende des Jahres, spätestens nächstes Jahr passé sein, und die Soldaten im neuen Gebäude versorgt werden. Seit 2016 geschlossen ist die Küche in der Kaserne. Während an der Truppenküche gearbeitet wird, soll eine Interimsküche auf dem Exerzierplatz für Abhilfe sorgen. „Das Wort Provisorium trifft es natürlich nicht ganz, da die Containerküche einige Jahre lang genutzt wird“, sagte Meyer. Kosten: rund 4,3 Millionen Euro (wir berichteten am 5. Januar). Weiteres Sorgenkind sind die Soldatenunterkünfte. Auch diese sollen umgebaut werden. Wann, steht allerdings noch in den Sternen. Die Soldaten sollen künftig nicht mehr in Mehrbettstuben, sondern in Einzelzimmern mit kleinem Bad wohnen und schlafen. Erschwert werden die Planungen dadurch, dass die Gebäude dem Denkmal- und Ensembleschutz unterliegen. „Der Umbau ist mit der Denkmalschutzbehörde eng abzustimmen. Hierfür schließt die Bauverwaltung voraussichtlich bis Ende Februar die Untersuchungen ab. Anschließend wird unsererseits mit der Denkmalschutzbehörde über die realisierbaren Varianten verhandelt werden. Das führt zu zeitlichen Verzögerungen“, so der Bundesamt-Sprecher.
Gebäude bekommen W-Lan
Ursprünglich sollte dieses Jahr mit dem Umbau des ersten Gebäudes begonnen werden. Eins nach dem anderen sollten die Häuser saniert werden. Der Oberstleutnant nimmt die Verzögerung gelassen. „Wir haben ja Unterkünfte. Die sind nicht hochmodern, aber die Soldaten können dort momentan leben.“ Bis Mitte 2020 sollen die jetzigen Gebäude mit W-Lan ausgestattet werden. „Das ist schon viel wert“, so Meyer. Im Mai 2021 soll der Spatenstich für eine Kapelle erfolgen. Diese wird für rund 850 000 Euro auf einer freien Fläche rechts des Haupteingangs zwischen Gebäude A 1 und der Wache entstehen und Platz für bis zu 100 Personen bieten. „Das war ein Wunsch der Soldaten“, sagte Meyer und versucht die Anwohner in der Kasernen-Nachbarschaft zu beruhigen. „Das wird keine dreischiffige Kapelle werden.“ Sieben mal 13 Meter soll die Kapelle groß, rund sieben Meter hoch sein und an das Ehrenmal für die gefallenen Soldaten angebaut werden. Sie soll als Rückzugsort für alle Soldaten gleich welcher Konfession dienen. In dem neuen Raum sollen auch Militärpfarrer Gottesdienste abhalten. Das sei bislang innerhalb der Kaserne nur in Unterrichtsräumen möglich.