Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Bruderduell der Dettingers in der Zweibrücker Westpfalzhalle

SV 64-Spielmacher Felix Dettinger freut sich auf das Messen mit seinem Bruder Max.
SV 64-Spielmacher Felix Dettinger freut sich auf das Messen mit seinem Bruder Max. Foto: Moschel

Handball: Handball: Für den Rückraumspieler und angehenden Schreiner Felix Dettinger vom Spitzenreiter SV 64 Zweibrücken ist das Heimspiel gegen den Tabellen-14. TuS Dansenberg 2 eine besondere Partie. Denn sein Bruder Max spielt für den TuS. Es gibt also ein Bruder-Duell am Samstagabend in der Westpfalzhalle – allerdings auch das vorerst letzte auf dem Handballparkett.

Nach der Kür, dem Erfolg im Spitzenspiel gegen die SG Saulheim, kommt die Pflicht. Der Tabellenführer der Handball-Oberliga, der SV 64 Zweibrücken, empfängt am Samstag ab 18 Uhr den TuS Dansenberg 2. „Ich freue mich auf das Spiel“, sagt Felix Dettinger. Schon das Hinspiel, als er zum ersten Mal überhaupt gegen seinen Bruder gespielt habe, „war ein tolles Erlebnis“, unterstreicht der 19-Jährige – das sich nach Samstag so schnell nicht wiederholen wird. Denn Dettinger kehrt nach der Saison zu seinem Heimatverein nach Dansenberg zurück, spielt kommende Runde gemeinsam mit Bruder Max, der in Kaiserslautern studiert. Auch das wird eine Premiere werden. „Aber erst einmal will ich mit dem SV 64 Meister werden, das wäre ein perfekter Abschluss“, hebt Felix Dettinger hervor.

Wechsel zurück nach Kaiserslautern

Der Kaiserslauterer kam durch seinen Bruder zum Handball, spielte von klein auf in Dansenberg. Im zweiten B-Jugend-Jahr wechselte er dann nach Zweibrücken. Dass er als Spielmacher und Torschütze in seinem zweiten A-Jugend-Jahr die Junioren in die Jugend-Bundesliga dirigierte, „das war unglaublich. Das hatte uns ja niemand zugetraut“, erinnert er sich gern an diese Zeit. Auch die Hinrunde, als die Zweibrücker mit fünf Siegen starteten, die Fans begeisterten, „war etwas, was ich sicher nie vergessen werde“. Der 1,80 Meter große Spieler war schon immer als Spielmacher gefragt. Von Jugend an.

Er entschied sich, auch nach der Jugendzeit beim SV 64 zu spielen, fühlt sich sehr wohl in Zweibrücken. „Aber ich habe unterschätzt, wie schwer es ist, die Ausbildung und Oberliga-Handball zeitlich unter einen Hut zu bringen“, nennt Dettinger einen Grund für den Wechsel zurück nach Dansenberg. Er lebt in Kaiserslautern und absolviert im elterlichen Betrieb eine Ausbildung zum Schreiner. „Das macht viel Spaß“, sagt er über seinen handwerklichen Beruf. Aber der Fahraufwand zwischen Kaiserslautern und Zweibrücken ist hoch. Gerade freitags, wenn vor dem Training schon früh die Mannschaftsbesprechung auf dem Plan steht. „Das ist zeitlich oft sehr eng“, stellte Felix Dettinger fest. Er freut sich, dass Freundin Ann-Kathrin Verständnis dafür hat. „Sie kennt das aber nur so“, sagt er.

Westpfalz-Derby für guten Zweck

Neben der Meisterschaft mit den Oberliga-Herren könnte Dettinger auch noch Saar-Pokal-Sieger mit der zweiten Mannschaft der Zweibrücker werden. „Das ist wirklich eine lustige Geschichte“, sagt er zum unerwarteten Einzug ins Final Four-Turnier an Ostern. Entscheidend sei der Sieg beim Oberligisten Völklingen gewesen, als der SV 64 in Mini-Besetzung gewann. „Die hatten uns völlig unterschätzt“, analysiert er.

Den Gegner unterschätzen, diesen Fehler will der Oberliga-Tabellenführer gegen Dansenbergs Zweite nicht machen. „Es wird sicher eine Herausforderung sein nach diesem besonderen Spiel gegen Saulheim, uns jetzt wieder richtig zu fokussieren“, sagt SV-Trainer Stefan Bullacher. Aber weil alle den Willen haben, „bin ich mir sicher, das gelingt uns“.

Es soll wieder ein kleines Handballfest in der Westpfalzhalle werden, verbunden mit einem guten Zweck. Für jede verkaufte Eintrittskarte spenden der SV 64 Zweibrücken, der Cap-Markt und die Spedition Gillner jeweils zwei Euro, also insgesamt sechs Euro, um die Therapie für die vierjährige Jayla Bohn aus Pirmasens mitzufinanzieren, die einen Gehirntumor hat. Ein Medikament, das noch in der experimentellen Phase ist, könnte ihr helfen, wird aber von der Krankenkasse nicht bezahlt. Um dem Mädchen zu helfen, ist ein große Spendenaktion angelaufen, an der sich auch die Zweibrücker Handballer und ihre Partner beteiligen.

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