Montags-Umfrage RHEINPFALZ Plus Artikel Braucht Zweibrücken wieder zwei Krankenhäuser?

Das Nardini-Klinikum ist seit 2016 das einzige Krankenhaus in Zweibrücken.
Das Nardini-Klinikum ist seit 2016 das einzige Krankenhaus in Zweibrücken.

2016 schloss das evangelische Krankenhaus. Braucht Zweibrücken wieder zwei Krankenhäuser? Und wie steht es um die ärztliche Versorgung in der Stadt? Wir haben uns umgehört.

Sylvia Heilmann-Wohl und ihr Mann Reiner Wohl wohnen noch kein Jahr in Zweibrücken, sind aus der Region Heidelberg zugezogen. Die ärztliche Versorgung in der Stadt beschreibt das Ehepaar als „nicht ganz so gut“. Der Facharztmangel sei zwar kein Zweibrücken-exklusives Problem, „aber hier merkt man das schon etwas stärker“. Heilmann-Wohl nennt als Beispiel, dass sie in Zweibrücken keinen Hautarzt gefunden haben, der Behandlungs-Kapazitäten frei hatte. Das Ehepaar wurde an die ärztlichen Bereitschaftsdienst mit der Telefonnummer 116 117 verwiesen. Für Heilmann-Wohl ein Unding, immerhin habe nicht festgestanden, wo noch ein freier Arzt zu finden ist und wie weit das Ehepaar zu diesem fahren muss. Das Ergebnis: Das Ehepaar blieb bei mehreren ihrer Fachärzte im Raum Mannheim-Heidelberg. Das heißt aber auch, dass beide in regelmäßigen Abständen mehrere hundert Kilometer dorthin fahren müssen.

Monika Heilmann-Wohl
Monika Heilmann-Wohl
Reiner Wohl
Reiner Wohl
Peter Stahl
Peter Stahl
Nadine Brinette
Nadine Brinette
Monika Böckler
Monika Böckler
Sabine Ertel
Sabine Ertel

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„Ich finde es eine Katastrophe, was die Wartezeiten hier betrifft“, sagt der Zweibrücker Peter Stahl. „Beim Hausarzt funktioniert es noch einigermaßen. Aber wenn der Termin in Richtung Orthopäde oder spezialisierte Fachärzte geht, dann wird es eng.“ Stahl spricht von seiner Lebensgefährtin, die zuletzt fast acht Wochen auf einen Termin beim Orthopäden warten musste. Die gute Nachricht: Bei Kinderärzten sieht Stahl keine Probleme. Hier gehe es schnell mit dem Termin.

Contwigs Bürgermeisterin Nadine Brinette vergleicht die ärztliche Versorgung von Contwig mit Zweibrücken. Contwig, so sagt Brinette, sei mit seinen Ärzten gut aufgestellt. Es gibt zwei Hausärzte, einen Zahnarzt. „Allgemein ist die ärztliche Versorgung aber so, dass dringend nachgebessert werden muss.“ Und langes Warten auf einen Facharzt-Termin kennt Brinette aus eigener Erfahrung: „Da ist es halt immer die Frage, ob man privat oder gesetzlich versichert ist.“ Und braucht Zweibrücken wieder zwei Krankenhäuser? „Ich denke schon. Wir sind mittlerweile wirklich am Limit. Egal wo man hinhört.“

„Zweibrücken braucht zwei Krankenhäuser“, sagt auch die Zweibrückerin Monika Böckler. Sie mochte das ehemalige evangelische Krankenhaus mehr, das sei familiärer gewesen, findet sie. Ihre Meinung: „Es ist das falsche Krankenhaus zugemacht worden.“ Und auch die Versorgung mit Fachärzten in Zweibrücken ist für Böckler ein großes Problem. „Sie brauchen ewig, um einen Termin zu bekommen“, kritisiert die Zweibrückerin.

Sabine Ertel sieht es ähnlich. „Das katholische Krankenhaus ist total überfüllt, wenn man mal da rein muss“, sagt sie. Und die fachärztliche Versorgung, so die Zweibrückerin, sei ebenfalls ein Problem. „Ich gehe oft auch nach Homburg, etwa in die Uniklinik. Dort ist es aber auch schwierig, etwas zu bekommen“. Das fast leerstehende evangelische Krankenhaus beschreibt Ertel als „unheimlich“. „Wir können es nicht nachvollziehen, dass dieses Krankenhaus zugemacht worden ist“.

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