Handball
Bittere Niederlage der SG Zweibrücken in Bingen
Kurz vor dem Abpfiff erzielte Mehmet Süngü für die HSG Rhein-Nahe Bingen das Siegtor zum 29:28 (13:16)-Erfolg für die Gastgeber. „Wenigstens einen Punkt hätten wir verdient gehabt“, stellte ein enttäuschter SG-Trainer Klaus-Peter Weinert fest. Als Außenseiter war Weinerts ersatzgeschwächtes Team nach Bingen gefahren. Die Gastgeber haben sich nun nach ihrem vierten Sieg im fünften Spiel – erwartungsgemäß – in der Spitzengruppe festgesetzt. Bei der SG musste diesmal neben den Langzeitverletzten auch noch Benny Zellmer krankheitsbedingt ersetzt werden. „Am Ende muss man sagen, dass uns wahrscheinlich ein Mann gefehlt hat. Einer mit Erfahrung, um wechseln zu können und dem ein oder anderen Spieler mal eine Verschnaufpause zu geben“, resümierte Weinert.
Lange Zeit hatte es so ausgesehen, als sollten die Gäste einen, möglicherweise sogar zwei Punkte aus Bingen mitbringen. 25:21 führte die SG nach 49. Minuten. Zum vierten Mal war Max Kroner an die Siebenmeterlinie gegangen, zum vierten Male traf er, sorgte für die Vier-Tore-Führung. Aber Bingen steckte nicht auf, nahm danach den für das Zweibrücker Angriffsspiel wichtigen Niklas Bayer in Manndeckung und erhöhte so auch den Druck auf Spielmacher Adam Soos.
Schnelle Mitte im letzten SG-Angriff verhindert
Nach 54 Minuten verkürzte Bingens Top-Spieler Johannes Sturm auf 25:26. Kroner behielt aber auch bei seinem fünften Strafwurf die Nerven, traf zum 27:25 für die SG. Erneut war es Sturm, der Bingen wieder auf ein Tor ranbrachte, und Lorenzo Lang markierte mit dem Treffer zum 27:27 erstmals nach 20 Minuten wieder den Ausgleich für die Gastgeber.
Kroners brachte Zweibrücken per Strafwurf noch mal in Führung, aber Sturm glich zum 28:28 aus. Die letzte Spielminute brach an, Weinert nahm eine Auszeit. Den SG-Angriff konnte Bingens Defensive nur regelwidrig stoppen. Kroner trat erneut zum Siebenmeter an. Der siebte Versuch erwies sich als verflixter: Er scheiterte.
Noch eine halbe Minute clever verteidigen, um zumindest den Punkt mitzunehmen. Kapitän Philipp Hammann setzte früh ein Stopp-Foul und kassierte eine Zwei-Minuten-Strafe. Die Überzahl spielte Bingen dann clever aus: Mehmet Süngü kam von links zum Wurf und traf zum 29:28. SG-Keeper Damian Zajac schaltete schnell auf Angriff um, warf den Ball nach vorne. Die schnelle Mitte wurde durch einen Binger Spieler regelwidrig verhindert. „Wir hätten laut geltender Regel einen Siebenmeter zugesprochen bekommen müssen“, befand Weinert. Denn laut Regel ist ein Spieler, der in den letzten 30 Sekunden regelwidrig eine Wurfausführung unterbindet – zum Beispiel den Anwurf per schneller Mitte – mit der Roten Karte zu bestrafen. Zudem erhält der Gegner einen Strafwurf. Der Pfiff blieb aber aus, Bingen durfte jubeln.
So spielten sie
SG SV 64/VT Zweibrücken: Dentzer, Zajac (ab 40.) - Bayer (2), Soos (9), Eberhard (2) - Hammann (3), Kroner (9/6) - Wöschler (1) – Ihl, Baumgart (1), Graff (1), Eisel.