Zweibrücken
Bis zu minus 25 Grad: Schüler der Mannlich-Realschule plus reisen nach Finnland
Es könnte kalt werden im finnischen Haapavesi, klirrend kalt, wenn die Schüler Ende des Monats anreisen. „Wir sind sehr beschäftigt damit, die passende Ausrüstung zusammenzusuchen“, sagt Claudia Sadowski, die gemeinsam mit ihrer Kollegin Sarah Pulaj die achtköpfige Schülergruppe, sechs Mädchen und zwei Jungen, zur Partnerschule in Mittelfinnland begleitet. Mit bis zu minus 25 Grad müsse man rechnen; in den letzten Tagen sei es dort aber etwas wärmer geworden, so Sadowski.
Es ist die erste Reise der Schule überhaupt nach Finnland. Möglich wird sie dank Erasmus, wie Sadowski erklärt: „Wir sind seit letztem Jahr Erasmus-Schule und darauf sind wir stolz. Es ist das erste Mal, dass eine Schülergruppe mit Erasmus ins europäische Ausland reist.“ Im September soll der Gegenbesuch aus Finnland erfolgen. Erasmus ist ein Programm der Europäischen Union, das nicht nur den Austausch von Studenten, sondern auch den von Schülern fördert. Für Lehrer gibt es ebenfalls Erasmus-Austauschprogramme.
Schüler per Bewerbungsverfahren ausgewählt
Aber warum ausgerechnet Finnland? „Wir wollten die englische Sprache fördern, und da Großbritannien bei Erasmus nicht dabei ist, erst ab 2027, war es naheliegend, in ein skandinavisches Land zu gehen, um sich mit Englisch zu verständigen“, erläutert Sadowski, Lehrerin für Englisch und Deutsch. Ihre Kollegin Sarah Pulaj unterrichtet Englisch und Erdkunde.
„Weil die Reise zu 100 Prozent von Erasmus finanziert wird, ist das auch eine Chance für sozial schwächere Kinder, die sonst keine Möglichkeit hätten, an einem Austausch teilzunehmen“, sagt Sadowski. Auf die acht verfügbaren Plätze – diese Zahl legte die finnische Partnerschule fest – hätten sich etwa doppelt so viele Kinder aus den neunten und zehnten Klassen beworben. Voraussetzung sei gewesen, dass sie gut in Englisch sind. Über ein Bewerbungsverfahren auf Englisch mit Bewerbungsschreiben, Lebenslauf und Motivationsschreiben habe man eine Auswahl getroffen.
Rentierfarm, Musik und Tanz
Die acht Jugendlichen und ihre beiden Lehrerinnen fliegen nun laut Sadowski am Samstag, 31. Januar, von Frankfurt nach Helsinki und von dort nach Oulu, das dieses Jahr europäische Kulturhauptstadt ist. Nach zwei Übernachtungen in Oulu verbringt die Gruppe eine Woche in der Partnerschule in Haapavesi, etwa 100 Kilometer südlich von Oulu. Auf dem Rückweg wird ein zweitägiger Stopp in Helsinki eingelegt, bevor alle am Montag, 9. Februar, wieder in Frankfurt eintreffen.
Die 14- bis 15-Jährigen sind laut Sadowski in Gastfamilien untergebracht. Sie sollen sich unter anderem über das Projekt „My dream school“ (Meine Traumschule) austauschen, an dem beide Schulen vorab gearbeitet haben. Geplant sei auch der Besuch einer Rentierfarm; am Abschiedsabend soll es deutsche und finnische Gerichte, Musik und Tanz geben.
Die Eckpunkte des Programms seien „in unzähligen Videocalls abgesprochen worden“, berichtet Sadowski. Vergangene Woche hätten auch die Schüler einen Videoanruf nach Finnland in die Partnerschule gemacht. Die Schülerinnen und Schüler seien ganz gezielt auf den Aufenthalt vorbereitet worden, ergänzt Sadowski. Dabei sei es auch um die Frage gegangen, wie man sich in dem Gastland zu benehmen habe.