Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Bezirkssynode will Krankenhaus und Kapelle erhalten

Der Landesverein als Eigentümer will die Himmelsbergkapelle und das alte Krankenhaus abreißen.
Der Landesverein als Eigentümer will die Himmelsbergkapelle und das alte Krankenhaus abreißen.

Die Vertreter des Protestantischen Kirchenbezirks Zweibrücken, die am Samstag in der Karlskirche zur Bezirkssynode zusammenkamen, wollen es nicht hinnehmen, dass das ehemalige evangelische Krankenhaus und die Kapelle abgerissen werden sollen. Sie fordern den Erhalt der Gebäude.

„Die Synode des Protestantischen Kirchenbezirks Zweibrücken fordert den Landesverein für Innere Mission und dessen Rechtsnachfolgerin, die Diakonissen Speyer-Mannheim, auf, die Kapelle des ehemaligen Evangelischen Krankenhauses nicht abzureißen“, lautete der Antrag von Tilo Brach, dem Pfarrer der Protestantischen Kirchengemeinde in Winterbach. Die Synode trage die Verantwortung für die Rahmenbedingungen des geistlichen Lebens im Kirchenbezirk.

Abriss falsches Signal

Ein Abriss der Kapelle, in der Menschen um das Leben gebetet und in der sie im Leid Trost erfahren hätten und ihre Hoffnung im Gebet auf Gott setzten, sei ein falsches Signal in einer Welt, in der die Evangelische Kirche der Pfalz um den Glauben an Jesus Christus werben wolle. Es sei „ein Schlag ins Gesicht derer, die in dieser Kapelle Trost und Zuflucht gefunden haben“, argumentierte Brach. Der Abriss sei betriebswirtschaftlich unnötig und widerspreche dem Auftrag der Kirche, den nach Gott suchenden Menschen einen Raum zu geben. Brach: „Menschen erleben in einem bestimmten Raum biographische Schnittpunkte ihres Lebens. In diesem Raum empfinden sie geistliche Heimat.“ Die Synodalen stimmten mehrheitlich dem Antrag zu. Auch der erweiterte Antrag der Contwiger Pfarrerin Silke Gundacker fand breite Zustimmung: Sie forderte, nicht nur zu verlangen, die Kapelle vom Abriss zu verschonen, sondern auch das Krankenhaus. Gundacker: „Wir nehmen das nicht so hin! Alle Maßnahmen sollten ergriffen werden, dass das Hauptgebäude des Evangelischen Krankenhauses nicht abgerissen wird, sondern einer gesellschaftlich und betriebswirtschaftlich sinnvollen Nutzung zugeführt wird.“ Waren die Anträge den aktuellen Ereignissen geschuldet, so befassten sich die 77 von 100 Synodalen auch mit der Erhöhung der Gemeindeumlage sowie der Gründung eines Verwaltungszweckverbandes Zweibrücken-Pirmasens. Die Gemeinden hätten von der guten Konjunktur profitiert, die Kirchensteuer sei daher höher ausgefallen als erwartet, so Butz. Deshalb könnten sie auch mehr an den Kirchenbezirk bezahlen. Die Erhöhung der Gemeindeumlage wurde von den Synodalen akzeptiert. Sie wird dem Kirchenbezirk 4400 Euro zusätzlich bescheren. Noch nicht entschieden wurde über die Zusammenlegung der Verwaltungen der Kirchenbezirke Zweibrücken und Pirmasens. Das Vorhaben wurde am Samstag sowohl in Zweibrücken als auch in Pirmasens vorgestellt; eine Abstimmung ist im Frühjahr vorgesehen. Bei einer Zusammenlegung der Verwaltungen mit Sitz in Zweibrücken blieben die Kirchenbezirke selbstständig, hatte Butz betont.

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