Zweibrücken Bekannte treffen sich als Trainer
ZWEIBRÜCKEN. Den Schwung mitnehmen und an die gute Leistung im Heimspiel gegen Mülheim und die noch bessere Leistung in Worms anknüpfen: Das haben sich die Oberliga-Handballer der VTZ Saarpfalz für das Spiel am Sonntag gegen den TV Bitburg vorgenommen (18 Uhr, Westpfalzhalle). Nicht jeder Zweibrücker in der Halle wird der VTZ die Daumen drücken. Der inoffizielle Zweibrücker Florian-Enders-Fan-Club hat sein Kommen angekündigt, um den Bitburger Spielertrainer und sein Team zu unterstützen.
Den Fan-Club hat sich Enders in zwei sehr erfolgreichen Drittliga-Runden als Spieler des SV 64 Zweibrücken erarbeitet. „Ich freue mich riesig, mal wieder nach Zweibrücken zu kommen“, sagt „Flo“ und bekennt lachend: „Natürlich steckt noch ein bisschen SV-Gen in mir, deshalb wäre es schön, wenn wir der VTZ ein Bein stellen könnten. Aber ehrlicherweise wollen wir natürlich jedem Gegner immer ein Bein stellen“. Dass die VTZ in diesem Spiel Favorit ist, „ist überhaupt keine Frage. Aber wir haben nichts zu verlieren, haben den Klassenverbleib bereits sicher und wollen einfach jedes Spiel genießen, das jetzt noch kommt“, sagt Enders. Genau das, der unbändige Spaß am Handball, sei etwas, das Bitburg auszeichne, stellt VTZ-Trainer Danijel Grgic fest. Mit der Mannschaft, die Zweibrücken im Hinspiel 31:21 bezwang, „hat das Bitburger Team nichts mehr zu tun, die haben sich enorm weiter entwickelt“, lobt Grgic die Arbeit von Spielertrainer Enders. Als Stratege mit enormem Spielverständnis haben ihn auch die SV-Fans lieben gelernt, und als einen Spieler mit unglaublichem Siegeswillen. „Ich hasse es noch immer zu verlieren“, bekennt Enders; diese Eigenschaft teilt er zu 100 Prozent mit Grgic. Dem er höchsten Respekt zollt. Dass die neu zusammengestellte Mannschaft der VTZ so erfolgreich spiele, „das ist die Arbeit von Danijel Grgic. Was den Handball angeht, den Sachverstand, theoretisch und praktisch für mich einer der Besten seines Fachs. Früher als Spieler, jetzt als Trainer“, sagt Enders, der in Luxemburg bei einer Unternehmensberatung arbeitet. Der Start ins Berufsleben war der Grund gewesen, warum der 26-Jährige dem Drittliga-Handball in Zweibrücken Adieu sagen musste. Enders und Grgic kennen sich aber auch schon aus Saarlouis, wo der Bitburger Trainer während seines Studiums in Saarbrücken mittrainierte, bevor er zum SV 64 wechselte. „Ein guter Junge, der fleißig ist, Spielverständnis und richtig Ahnung hat“, gibt Grgic das Kompliment zurück. Es sei eine ganz normale Entwicklung gewesen. Mannschaft und Trainer mussten sich finden, sagt Enders auf den schwachen Saisonstart zurückblickend. „Die Mannschaft weiß jetzt, was ich will“, nennt er einen Grund, warum nach der Niederlage gegen die VTZ die Erfolgsserie begann. Unter anderem gewannen die Bitburger in Saulheim, besiegten zu Hause die HF Illtal. „Das alles ist Warnung genug“, sagt Grgic. Aber wenn es seiner Mannschaft gelinge, erneut mit dem Elan und der Einstellung ins Spiel zu gehen wie in Worms, „dann ist mir nicht bange“, bleibt der VTZ-Trainer gelassen. Passen muss gegen Bitburg auf jeden Fall Torwart Philipp Serr. Die Verletzung am Knie ist inzwischen diagnostiziert: Meniskusriss. Das bedeutet wohl noch eine etwas längere Pause. Diese Woche musste der in Worms überragende Kapitän Philip Wiese krankheitsbedingt im Training passen. „Ich gehe aber davon aus, dass wir am Sonntag eine gute Mannschaft stellen können und die Erfolgsserie ausbauen“, sagt Grgic.