Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Bekannte Krimiautorin wohnt jetzt in Zweibrücken

Die Abenteuer, die ihr Hunderüde Ben erlebt hat, haben Angelika Godau dazu inspiriert, ein Buch zu schreiben.
Die Abenteuer, die ihr Hunderüde Ben erlebt hat, haben Angelika Godau dazu inspiriert, ein Buch zu schreiben. Foto: thof

Seit November wohnt die Autorin Angelika Godau mit Mann, den Hunden Ben und Linda und Katze Maya in Zweibrücken. Das Ehepaar ist ganz begeistert von der Herzogstadt und von der Freundlichkeit der Menschen. Es weiß, wovon es spricht, denn es lebte schon in Detmold, Köln, Mannheim und sogar in der Türkei.

Sie zog nach Zweibrücken, weil die Tochter nach Bechhofen geheiratet hat. „Ich komme mir manchmal schon wie ein Nomade vor“, lacht die Autorin, von der man schnell den Eindruck von Vielseitigkeit und Neugier auf das Leben bekommt. „Aber, was soll ich machen? Ich bin ein Familienmensch und nicht so gern von Kindern und Enkeln getrennt.“ Nun also Zweibrücken. Da wollen die beiden auf jeden Fall wohnen bleiben.

Nach ihrem ersten Buch befragt, sieht sie ihren Hund Ben an, dem schon vor fünf Jahren die Ehre zuteil wurde, Hauptfigur in ihrem Buch „Ein Streuner mit Sommersprossen – meets Internet“ zu werden. Ben war tatsächlich als Streuner auf den Straßen Mailands unterwegs. Dann kam er zu den Godaus – als Pflegehund, der schließlich für immer blieb. Seine Geschichte zwischen zwei Buchdeckeln spiegelt die Art wieder, in der sie auch alle anderen Bücher schreibt: Immer mit Bezug zur Realität.

„Ich muss mich in meine Figuren hineinversetzen können“

So wäre Fantasy, wie sie sagt, überhaupt nicht ihr Ding. „So viel Fantasie habe ich überhaupt nicht“, meint sie lachend. „Ich brauche was, was ich mir vorstellen kann, ich muss mich in meine Geschichten und meine Figuren hineinversetzen können.“

Seit dem Jahr 2000 hat Godau neun Romane veröffentlicht, deren Figuren mindestens so vielschichtig sind wie die Autorin. Die gelernte Zeitungsjournalistin schloss ein unterbrochenes Psychologiestudium ab und arbeitete zehn Jahre in eigener Praxis in Mannheim, bevor sie sich mit ihrem Mann den Traum von Sonne und Meer erfüllte.

Im neuen Roman ist Zweibrücken schon einer der Schauplätze

Und da sie es liebt, Orte zu beschreiben und sich von Städten inspirieren zu lassen, kann man sich in ihrem neuen Buch, das im Mai erscheinen wird, auch auf Zweibrücken freuen. Erst mal nur als Nebenschauplatz. Da geht es um eine Suchtklinik, die in der Rosenstadt angesiedelt ist. Für ein nächstes Buch schwebt ihr aber bereits die Rennwiese als Ort der Geschehnisse vor. „Irgendwas mit Doping oder so was. Da muss ich aber noch viel recherchieren, denn mit Pferden kenne ich mich leider überhaupt nicht aus.“

Sie kennt sich gut in den sozialen Medien aus

Dazu benutzt die 71-Jährige die sozialen Medien, in denen sie sich gut auskennt und wo sie eine große Autorenpräsenz hat. „Ich finde es ganz wichtig, den Anschluss nicht zu verlieren, sonst ist man schnell verloren. Außerdem muss ich doch ein Auge auf meine Enkelkinder haben, damit die da keine Dummheiten machen“, zieht sie selbstironisch ihr Fazit.

Krimis haben es der in Bayern geborenen Autorin besonders angetan, allen voran ihre „Granny-Reihe“. Inspiration für ihre Hauptfigur fand sie in ihrer Urgroßmutter, die sie nie kennengelernt hat.

„Die war aber, als ich ein Kind war, oft ein Thema bei uns. Das Minchen und ihr Minister, der angeblich umgebracht worden ist. Zumindest hat sie das behauptet. ,Die haben mir meinen Minister umgebracht’, war ein vielzitierter Satz in meiner Familie. Den fand ich schon als Kind spannend, so spannend, dass ich mich über 50 Jahre später auf die Suche nach der Wahrheit gemacht habe. Dieser Minister war ein hohes Tier, über ihn fand ich eine Menge in den Archiven.“ Damit war die Idee zum ersten „Granny-Krimi“ geboren, dem bis jetzt zwei weitere folgten.

Sie habe natürlich eine Vorstellung davon gehabt, wie ihre Urgroßmutter gewesen sein könnte, und so hat sie sie auch beschrieben. „Sie ist tatsächlich der Liebling all meiner Leser geworden – diese alte, moralisierende Dame, die aus der Kaiserzeit in die Neuzeit platzt und von einer Entrüstung in die nächste fällt. So lange, bis sie entdeckt, dass es auch Vorteile gibt … Damenrasierer und Kondome, zum Beispiel.“ Wenn sie auf Lesungen in die Rolle der Granny Luise schlüpft, ist ihr die Begeisterung des Publikums sicher.

Als Leserin hat Angelika Godau genretechnisch keine Grenzen. Ob Fitzek oder Fachliteratur – das spielt für sie keine Rolle. Die Bücher, die sie liest, sind so facettenreich wie ihr Leben. Und ihre sprühende Neugier.

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