Zweibrücken Beim Klassiker ruht die Freundschaft
Zweibrücken. Alexey Wetz, Rückraumspieler des Handball-Oberligisten VTZ Saarpfalz, hat heute nur eine kurze Anreise zum Auswärtsspiel seines Teams: Der in der Kaiserslauterer Innenstadt wohnende Wetz fährt nur bis zur Handballhalle im Stadtteil Dansenberg. Beim um die Meisterschaft spielenden TuS Kaiserslautern-Dansenberg, nach Minuspunkten gerechnet Tabellenzweiter, bestreitet die VTZ um 20 Uhr ihr letztes Vorrundenspiel.
Mit gemischten Gefühlen, gesteht der 23-Jährige, sehe er der Partie entgegen. Seit Rundenbeginn spielt Wetz für die VTZ, kam im Sommer eben aus Dansenberg. Mit Handball begann Wetz im südrussischen Rostow am Don. Aus der russischen Millionenstadt siedelte seine Familie 2004 nach Kaiserslautern um. Wetz spielte weiter Handball, in der Jugend für den TuS Dansenberg und wurde bereits als 17-Jähriger in der ersten Mannschaft eingesetzt. Im Rückraum spielte der 1,83 Meter große Spieler von Jugendtagen an und hatte bei den Aktiven Anteil daran, dass der TuS Meister in der Pfalzliga wurde, in die Oberliga zurückkehrte und sich dort wieder etablierte. „Als Rechtshänder spiele ich natürlich am liebsten im linken Rückraum. Aber Handball ist ein Mannschaftssport, und deshalb spiele ich dort, wo die Mannschaft mich braucht“, sagt Wetz, der bei der VTZ meist im rechten Rückraum gebraucht wird. Nach dem Abitur begann er in Kaiserslautern eine Ausbildung zum Fachinformatiker, befindet sich im letzten Ausbildungsjahr. Die Spiele des TuS hat er fast alle gesehen, kennt die Mannschaft bestens, verbringt seine Freizeit mit Dansenberger Handballfreunden. „Klar, freue ich mich für die Jungs, dass es so gut für sie läuft. Noch schöner wäre es natürlich, wenn wir ganz nah an ihnen dran wären, es nicht nur ein Klassiker wäre, sondern ein echtes Spitzenspiel“, meint Wetz. Mit seinem Trainer Mirko Schwarz ist sich Wetz einig, dass der TuS klarer Favorit ist. „Die spielen zu Hause, haben einen guten Lauf, die Halle wird voll sein. Natürlich sind die Dansenberger Favorit“, unterstreicht Wetz. Für die 60 Spielminuten ruhe die Freundschaft. „Wir wollen zeigen, was wir können, und es gibt ja einige, für die das Spiel etwas Besonderes ist“, sagt Wetz. Dansenbergs Steffen Kiefer trug bis vergangene Runde noch das VTZ-Trikot. Neben Wetz spielten die Zweibrücker Martin Mokris und Tomas Marusak schon für den TuS, Kreisläufer Marco Gubisch begann wie Wetz in der Dansenberger Jugend. „Es sind viele Emotionen mit diesem Spiel verbunden“, weiß Wetz, dass es kein Begegnung wie jede andere ist. Dass die VTZ der Dansenberger Mannschaft, die seit Saisonbeginn vom früheren Niederwürzbacher Nationalspieler Jürgen Hartz trainiert wird, in der Tabelle nicht folgen kann, „haben wir uns natürlich anders vorgestellt. Wenn wir genau wüssten, woran es liegt, dass unsere Leistung so schwankt, würden wir es abstellen“, sagt Wetz. Wichtig werde wie im letzten Spiel sein, dass ein Team auf dem Platz stehe. Nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Philip Wiese im Spiel gegen den TV Mülheim war das Team zusammengerückt. Das muss es auch in Dansenberg, denn der Kapitän fällt mit Schulterproblemen aus. „Gott sei Dank ist nichts gerissen, aber Philip kann den Arm gar nicht heben“, sagt Schwarz. Einsatz zwecklos. (add)