Saisonbilanz
Basketballern der VT Zweibrücken fehlt ein Quäntchen zum Klassenverbleib
„Es war ein schönes Abenteuer, es hat Spaß gemacht – und wir haben viel Lehrgeld bezahlt“, so umreißt Denis Rendgen, Abteilungsleiter, Spieler und früherer Spielertrainer der VT Zweibrücken, am Rande der RHEINPFALZ-Sportlerwahl Mitte April die abgelaufene Oberliga-Saison der Zweibrücker. Die Spielzeit des Aufsteigers hätte nicht mit dem Abstieg enden müssen. Auf Rang zehn mit 14 Punkten aus sieben Siegen kamen die VTZ-Korbjäger ins Ziel, die in der Saison zunächst von Gabriela Chnapkova und dann von Soeren Adomeit trainiert wurden. Gerade mal vier Punkte fehlten auf den rettenden Platz neun, den der MJC Trier mit 18 Zählern belegte.
Soeren Adomeit hatte die Saison eigentlich noch als Spieler begonnen. „Ich hab’ mich aber schon in der Vorbereitung verletzt“, erzählt der 39-jährige gebürtige Ixheimer, „ich hatte mir die Bizepssehne gerissen.“ Der Bezirksleiter im Vertrieb eines Schraubenherstellers in Künzelsau, der mit seiner Frau und der zweijährigen Tochter in Ixheim wohnt, war folglich eine Zeit lang außer Gefecht gesetzt. „Die Verletzung wurde konservativ behandelt, das hat gedauert“, berichtet er.
Tolle VTZ-Phase um die Jahreswende
„Die Saison war ein geiler, langer und wilder Ritt“, schnauft Adomeit bei der Analyse der Oberliga-Runde durch. „Wir wussten, dass es eine harte Saison wird und wir als Aufsteiger gegen den Abstieg spielen“, sagt er. Der Start – noch unter Trainerin Gabriela Chnapkova – war dennoch ernüchternd. Die VTZ zeigte in den ersten Spielen, dass sie in der höheren Klasse durchaus mithalten kann, verlor aber dreimal. Nach einer heftigen 49:106-Abreibung beim 1. FC Kaiserslautern und nur einem Sieg (gegen die HSG Heidesheim zu Hause) in acht Spielen gab die Trainerin nach der 61:97-Niederlage bei der SG Lützel-Post Koblenz ihr Amt im November ab. Sie war mit der Trainingsbeteiligung und der Einstellung ihrer Spieler nicht immer einverstanden gewesen.
„Die Mannschaft ist nicht einfach, wir haben viele eigene Charaktere“, gibt Soeren Adomeit zu. Unter anderem nach einer längeren Aussprache in der Kabine übernahm er dann den Job, gegen den TuS Endsorf saß er im Heimspiel erstmals auf der Bank – und siegte gleich. „Das hat brutal viel Spaß gemacht“, sagt Adomeit. Der 80:68-Erfolg war der Auftakt zu einer guten Serie: In den nächsten fünf Begegnungen bis Mitte Januar siegte das VTZ-Team dreimal zu Hause und einmal auswärts bei den TVG Baskets Trier. Gegen den späteren Tabellendritten Lambsheim knackten die VTZ-Korbjäger zudem in dieser Saison erstmals die 100-Punkte-Marke (105:74).
In die Landesliga nächstes Jahr Top-Favorit?!
„Es war meine Idee, auf eine Zonenverteidigung umzustellen. Das hat ganz gut geklappt. Und im Angriff wollten zurück zu unseren alten, einfacheren Spielzügen“, berichtet Adomeit, was er in dieser Phase anders gemacht hat. Nach dem fulminanten Start unter seiner Regie wurde es aber wieder schwieriger. „Wir haben uns schwer getan gegen eine Zonenverteidigung, und am Ende der Spiele hat uns oft Nervosität zu schaffen gemacht.“ Wie im Heimspiel gegen Nieder-Olm, als die VTZ zur Pause mit 47:29 führte und doch noch 75:80 verlor. Die letzten drei Matches taten besonders weh, auch ins Ensdorf und in Lambsheim hätte die VTZ nicht verlieren müssen. Bester Punktesammler und Dreipunktewerfer des Teams war Tim Burkholder, bester Freiwurfschütze Luca Höchst. Der Umzug von der Hofenfels- in die Ignaz-Roth-Halle mitten in der Stadt war für Zweibrücker ein voller Erfolg: Regelmäßig kamen rund 100 Fans zu den Heimspielen und sorgten für tolle Stimmung. Dazu kam der hier jetzt mögliche Essen- und Getränkeverkauf.
„Die Landesliga ist kein Beinbruch“, sagt Adomeit zum Abstieg, „wenn der Kader so bleibt, wie er ist, sind wir Top-Aufstiegskandidat.“ Er selbst absolvierte im April zwei Trainerlehrgänge beim Basketball-Verband Pfalz, „das vorher war ja eher ,Learning by doing’“, sagt er. Und: „Ich bin dankbar für die Erfahrung in dieser Saison. Wenn die Mannschaft mich will, mache ich gerne weiter.“
Saison in Zahlen
VT Zweibrücken: Platz 10, 14 Punkte, 1562:1794 Körbe; 22 Spiele, sieben Siege, 15 Niederlagen
Punkte und Spiele: Tim Burkholder 300 Punkte (19 Spiele/15,8 Punkte im Schnitt), Luca Höchst 282 Punkte (22/12,8), Johannes Meenken 223 (21/10,6), Max Simon 170 (22/7,7), Milomir Mihailovic 146 14/10,4), Austin Parker 126 (9/14,0), Johann Klein 84 (16/5,2), Leon Gilles 80 (14/5,7), Aykut Bozdemir 71 (22/3,2), Denis Rendgen 46 19/2,4), Mohammad Kamal Midani 20 (15/1,3), Fabian Kortmann 6 (14/0,4), Nils Selinger 4 (1/4,0), Jonathan Ayer 2 (1/2,0) und Zai Foster 2 (15/0,1).