Zweibrücken Basco könnte ihr die Socken ausziehen
„Ich bin gesundheitlich sehr eingeschränkt, doch die Freude mit den Hunden zu arbeiten, ist ungebrochen.“ Michaela Kirch ist mit zwei Vierbeinern regelmäßig auf der Einöder Höhe anzutreffen, im Windpark auf der Weißen Trisch haben Basco und Bob viel Auslauf. Sie hat den Labrador und den Rottweiler vom Rollstuhl aus im Auge.
Die Rheinländerin, die zeitweilig bei ihrem Freund in Zweibrücken lebt, ist schwer rheumakrank und deshalb auf Krücken und den Elektrorollstuhl angewiesen. Ihren schwarzen Kleinbus mit Euskircher Kennzeichen zieren Aufkleber: Einer, der auf ihre Beeinträchtigung hinweist, und einer mit Hundepfotenabdrücken. Die sind goldfarben, und die zwei Hunde sind für die frühere Einzelhandelskauffrau tatsächlich Gold wert. Der braune Labrador Basco kam in Köln zur Welt, am 1. Mai wird er elf Jahre alt. Kirch hat ihn seit er zehn Wochen alt ist. Damals war sie noch verheiratet, der Hund hat ihr später über eine schlimme Lebensphase hinweggeholfen. „Mein Mann trennte sich nach 25 Jahren von mir“, erzählt sie, Basco habe sich damals als großer Trost erwiesen: „Ich war so froh, in dieser schwierigen Zeit Basco bei mir zu haben, dadurch hatte ich einen strukturierten Tagesablauf. So verlor ich nicht all meine sozialen Kontakte.“ Kirch hat mit dem Tier die Hundeschule bis hin zur Begleithundeprüfung besucht, außerdem mehrere Kurse für Hol- und Bringarbeiten gemacht. Kirch ist mit dem Oberkörper noch recht gut beweglich. Es ist nicht so, dass der treue Labbie Basco ihr die Socken von den Füßen ziehen müsste. „Aber er könnte das“, sagt Kirch. Falle ihr eine Wäscheklammer oder ein Kugelschreiber zu Boden, brauche sie nur ein Kommando zu geben, schon eile Basco zu Hilfe. Der Hund sei jetzt aber schon im fortgeschrittenen Alter. „Er braucht mehr und längere Ruhephasen als früher“, erklärt das Frauchen. Kirchs Freund Jürgen Schubert ist der Schutzhundetyp. Der Rentner ist die Haupt-Bezugsperson für den Jung-Rottweiler Bob. Der ist gerade ein Jahr alt und liebenswert rüpelhaft. Er soll die gleiche Ausbildung wie Basco durchlaufen. Schubert und Kirch haben die Erfahrung gemacht, dass ihr Rottweiler bei manchen Argwohn hervorruft, wenn sie ihn unangeleint draußen rumtoben lassen. Sie halten das für eine unangebrachte Reaktion. „Nur weil ein Rottweiler frei rumläuft, heißt das nicht, dass er sich ein Opfer für sein Abendessen besorgen will“, sagt Kirch. Der Rottweiler stehe in der Beißstatistik mit dem Pudel zusammen an achter Stelle. Kein Hund komme aggressiv auf die Welt. „Es ist der Mensch, der aus dem Hund macht, was er ist. Eine liebevolle Partnerschaft zwischen Hund und Halter in Respekt und Unterordnung wird niemals einen Beißer erzeugen“, so das Halter-Paar.