Montagsumfrage Backtipp: Puddingplätzchen, Tonkabohnen und Omas Kochbuch
Benjamin Fernau hat im vergangenen Jahr während beruflicher Kurzarbeit das Thema Plätzchenbacken entdeckt. In diesem Jahr sind seine Aufgaben vor Weihnachten jedoch so vielfältig, dass er gar nicht dazu kommt zu backen. Von Familie und Freunden hat er daher in diesem Jahr backen lassen. „Damit bin ich dann trotzdem gut versorgt“, verrät er. Als er noch selbst am Backofen stand, hat er ein Rezept seiner Uroma für Schwarzweiß-Gebäck genutzt. Und „Gedriggde“ hat er gebacken, eine Plätzchensorte, bei der man den in den Teig mit den Fingern eine Vertiefung drückt, die dann mit Marmelade gefüllt wird. Ausgestochenes mit Nelken war ebenfalls eine laut Fernau „interessante, aber einmalige Geschichte“. Sie waren Teil von selbstgemachten Geschenketüten zu Weihnachten, in denen neben Plätzchen auch selbstgekochte Marmeladen gewandert sind, und die bei den Geschenkten gut ankamen.
Sabrina Veith hat mit den eigenen Kindern gebacken, und zwar Ausgestochenes. „Das können die Kinder verzieren, zum Beispiel mit bunten Perlchen und kleinen Lebkuchenmännchen. Rosafarbene Perlchen für die Kinder, der Hund bekommt dann die grünen Perlchen“, erzählt sie lachend, dass das Plätzchenbacken auch ein tierisches Vergnügen ist in der Familie. Und auch Lebkuchenhäuser hat die zweifache Mutter mit ihren acht und zehn Jahre jungen Kindern gebaut, die waren aber nicht selbst gebacken, sondern gekauft. Die Plätzchen isst die Familie komplett selbst, zum Herschenken bleiben keine übrig. Nur die Oma bekommt welche. Beide Kinder sind begeisterte Bäcker, die laut Sabrina Veith kaum Plätzchen übrig lassen, nicht mal für ihren Vater. Löwenzähne stehen noch auf der Backliste, ab und zu, oder auch mal Kokosmakronen und Schwarzweißgebäck. Zimtwaffeln und Spritzgebackenes bekommt die Familie von der Oma. Was gar nicht ankommt, sind Anisplätzchen.
Katrin Leiner ist für dieses Jahr bereits fertig mit dem Plätzchenbacken. „Ich habe mit den Kindern zusammen gebacken, und wir haben die Rezepte von der Oma genutzt“, sagt sie. Dies waren zum einen Vanillekipferl, aber auch Ausgestochenes, weil das die Kinder gut verzieren können. „Das ist ein gutes, altes Rezept, da kommt viel Butter rein“, erklärt sie schmunzelnd. In Zeiten von Butter-Höchstpreisen kein billiges Vergnügen, aber ein leckeres. Freudige Abnehmer finden sich in der Familie immer. Meist bleiben aber nach Weihnachten auch noch welche übrig, denn „irgendwann hat man sich satt gegessen daran“, sagt sie.
Silke Jankovic backt „sehr gerne und mehrere Sorten“ Plätzchen. Vanillekipferl sind bereits fertig, aber auch Orangenplätzchen, Ausstechplätzchen und Puddingplätzchen. Letztere „verzichten auf Ei, und vom Mehl wird ein Teil durch Puddingpulver ersetzt. Die sind leicht zu machen, es gibt sie als Schoko und Vanille, und die schmecken super“, erklärt sie. Aufwendiger sind die Orangenplätzchen, die eine Füllung aus Mandeln und Orangenschalen mit Orangeguss enthalten. Zwischen fünf und zehn Sorten backt sie jedes Jahr vor Weihnachten, aber nicht auf einen Schlag. Beide Kinder seien gute Abnehmer. Ich liebe es, Plätzchen zu backen, für mich gehört das zu Weihnachten“, gesteht sie.
Carsten Dahl hat in diesem Jahr Tonkabohnenplätzchen gebacken. Mit Tonkabohnen-Zucker oder mit Zitronenguss. „Tonkabohne schmeckt ähnlich wie Vanille und besteht aus dem Kern der Tonkafrucht. Man kann sie alternativ zu Vanille verwenden, sie hat aber noch ein paar zusätzliche Aromen, die Vanille nicht hat“, verrät der Hobbybäcker. Tonkabohnen verwendet er schon länger, nicht nur für Plätzchen. Die Bohnen kann man in Dosen fast überall kaufen, und sie seien nicht ganz so teuer wie echte Vanille. Die Bohnen werden gerieben oder gemahlen und dann in den Teig gemischt. In diesem Jahr war das die einzige Sorte, die er gebacken hat.
Alisha Grub hat schon gebacken, und zwar Vanillekipferl. Aber auf dem Plan stehen für die nächsten Tage noch Bärentatzen, Nougathörnchen, und „dann schau’ ich noch ein wenig im Kochbuch meiner Oma“, antwortet sie auf die Frage nach den Sorten, die sie backt. Ihre Lieblingsplätzchen sind sogenannte Terrassen, das sind Vanille-Mürbeteig-Plätzchen, deren Teig abwechselnd mit Marmelade aufgeschichtet werden. Der Aufwand hält sich in Grenzen, sagt sie, aber man braucht drei verschiedene Größen von derselben Ausstechform dazu. Am liebsten backt Alisha Grub alleine, und das nicht wenig. Sechs Bleche pro Sorte ergeben die Rezepte meistens. Die große Familie, die Großeltern und die Mitschüler profitieren von ihrer Backlust. Am meisten freue sich aber ihr Vater über ihre Plätzchen.