Handball RHEINPFALZ Plus Artikel B-Jugend der JSG Bonn gewinnt Zweibrücker Cap-Markt-Cup

Für Trainer und Spieler der JSG Bonn (in Blau und Gelb, hier im Spiel gegen die B-Jugend des SV 64 Zweibrücken) war die Teilnahm
Für Trainer und Spieler der JSG Bonn (in Blau und Gelb, hier im Spiel gegen die B-Jugend des SV 64 Zweibrücken) war die Teilnahme am Cap-Markt-Cup in Zweibrücken »genau die richtige Entscheidung«.

Es riecht nach Schweiß, es wird um jeden Zentimeter gekämpft, die Lücke in der gegnerischen Abwehr gesucht: Kurzum, es wird Handball gespielt. Am Sonntag beim Cap-Markt-Cup des SV 64 Zweibrücken durfte auch der Nachwuchs endlich mal wieder Wettkampfluft schnuppern. Nach einer langen, für viele Spieler mehr als einjährigen Corona-Pause.

„Als sich abzeichnete, dass es möglich ist, ein Turnier zu veranstalten, war es für uns keine Frage, dass wir das Turnier in diesem Jahr wieder ausrichten“, sagt SV 64-Abteilungsleiter Jürgen Kroner. In reduzierter Form, um in Zeiten, in denen Corona noch immer ein Thema ist, so viel Sicherheit wie möglich bieten zu können. Aber ohne Abstriche, was die hohe Turnierqualität angeht. Also luden die Zweibrücker ein, und die Vereine folgten dem Ruf. Die Freude, dass wieder richtig Handball gespielt werden kann, war allerseits spürbar.

Eisenacher Jungs spielen gleich doppelt

Über persönliche Beziehungen sei der Kontakt zustande gekommen, erzählt Julius Palmen, gemeinsam mit Franz Krohn Trainer der JSG Bonn, in der sich der Nachwuchs der früheren Bundeshauptstadt leistungsstark entwickeln kann. Wie stark sie sind, bewiesen die Bonner beim B-Jugend-Turnier, das sie souverän gewannen. Für sein Team, das während der Corona-Pandemie wie alle Nachwuchshandballer auf virtuelles und individuelles Training umsteigen musste, sei das Turnier eine hervorragende Möglichkeit. „Um uns noch mal für die bevorstehende Qualifikation für die Regionalliga Nordrhein vorzubereiten“, verdeutlicht Palmen.

Dass Leistungshandball nach gut einem Jahr Pause wieder Thema ist, „ist schön“, bekennt er. Also die Rückkehr dazu auch in Bonn analog zum SV 64 Zweibrücken und zahlreichen anderen Teams, und vom virtuellen Training über Kleingruppentraining im Freien wieder zurück in die Halle. „Die Jungs haben individuell sehr gut trainiert“, sagt Palmen. Abgänge wegen Corona? „Nicht einer. Nur ein Spieler hat uns verlassen, weil er ins Handball-Internat nach Dormagen gewechselt ist“, sagt er. Die Teilnahme am Cap-Markt-Cup? „War genau die richtige Entscheidung“, fand er.

So viele Spielmöglichkeiten wie möglich sollen jetzt genutzt werden. Das machte zum Beispiel auch der Nachwuchs des ThSV Eisenach. Die B-Junioren aus Thüringen spielten am Samstag ein Turnier in Erlangen, übernachteten in Saarbrücken und spielten dann – mit sichtlich schweren Beinen – den Cap-Markt-Cup. Und doch war es Handball im Wettkampfmodus, wichtig für die Spieler.

Skepsis in Bezug auf die neue Saison

Die Skepsis ist nach den Erfahrungen der Vergangenheit aber groß, was den kommenden Spielbetrieb anbelangt. Die Inzidenzen steigen wieder rasant. „Ich rechne ehrlicherweise damit, dass der Saisonstart verschoben wird oder es wieder zu einer Unterbrechung kommen wird“, sagt Julius Palmen. Diese Einschätzung teilt SV-Jugendkoordinator und B-Jugend-Trainer Stefan Bullacher. „Leider müssen wir uns wohl darauf einstellen“, sagt er. Bis dahin soll die Zeit genutzt werden, wird ein strenges Hygienekonzept befolgt, das bei allen Spielern ab 14 Jahren – sofern nicht geimpft – umfangreiches Testen beinhaltet.

Das, was den Handball ausmacht, der Teamgeist, die Freude über toll herausgespielte Tore, der Jubel über geglückte Abwehraktionen war spätestens mit Anpfiff jedes Spiels das einzige, was zählte. Ein Stück Normalität. „Für uns beginnt kommende Woche die Oberliga-Qualifikation“, sagt Bullacher über die B-Jugend. Der Cap-Markt-Cup war ein wichtiger Testlauf. Pech, dass sich Jugend-Nationalspieler Gil Kunkel im ersten Spiel gegen Nieder-Olm verletzte. Zweibrücken hatte da mit drei Toren geführt, das aber noch aus der Hand gegeben. Auch gegen Bonn und Pforzheim-Eutingen wurden mögliche Siege vergeben. Aber Ergebnisse waren nicht das Wichtigste, sondern dass überhaupt wieder gespielt werden konnte.

HLZ-Team in eigener Liga

„Für unsere D-Jugend, die in diesem Jahr zusammen als Spielgemeinschaft mit Erbach-Waldmohr startet, waren es die ersten Spiele seit sehr langer Zeit“, sagte Bullacher noch. Mit dem Nachwuchs des Handball-Leistungszentrums Friesenheim gewann hier ein Team, „das in einer eigenen Liga spielt“, lobte er. Aber dem Zweibrücker Nachwuchs und dem von Ex-SV-Spieler Robin Egelhof trainierten Nachwuchs des TuS Dansenberg war anzumerken, dass auch sie sichtlich Spaß am Handball hatten.

Turnier in Zahlen

B-Jugend: SV 64 Zweibrücken - TV Nieder-Olm 10:10, JSG Bonn - SG Pforzheim-Eutingen 15:11, ThSV Eisenach - SV 64 12:16, Nieder-Olm - Bonn 10:15, Pforzheim - Eisenach 16:12, Bonn - SV 64 10:10, Eisenach - Nieder-Olm 9:14, SV 64 - Pforzheim 10:13, Bonn - Eisenach 21:17, Pforzheim - Nieder-Olm 6:18

Tabelle: 1. JSG Bonn, 2. TV Nieder-Olm, 3. SV 64 Zweibrücken, 4. TSG Pforzheim-Eutingen, 5. ThSV Eisenach

D-Jugend: SV 64 Zweibrücken - TuS Dansenberg 12:14, Dansenberg - HLZ Friesenheim 11:17, Friesenheim - SV 64 25:7

Tabelle: 1. HLZ Friesenheim, 2. TuS Dansenberg, 3. SV 64 Zweibrücken.

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