Zweibrücken Aufräumen für neuen Pächter

„Die Hahnberghütte erwacht aus dem Dornröschenschlaf!“: So hat der Zweibrücker Pfälzerwald-Verein seinen heutigen Arbeitseinsatz an der Contwiger Hütte überschrieben, die seit vergangenem Juli geschlossen ist. Einen neuen Pächter hat der Verein noch nicht. Aber einen Katalog an Maßnahmen, den er abarbeiten muss, ehe er die Hütte wieder öffnen darf.
Der Verein hatte sich nach einem Jahr im Sommer von der Pächterin getrennt und zudem Probleme mit den Behörden bekommen: Die Kreisverwaltung stellte Mängel beim Brandschutz fest, der Verein erhielt keine Konzession mehr (). Seit Ende Februar hat der Verein nun eine Baugenehmigung, er darf sanitäre Anlagen anbauen. „Die Baugenehmigung ist mit diversen Auflagen versehen, insbesondere zum Brandschutz“, erklärt Ulla Eder, Sprecherin der Kreisverwaltung Südwestpfalz. Da die Hütte des Vereins auf Contwiger Gemarkung steht, ist die Kreisverwaltung zuständig. Der Verein müsse „durch einen Sachverständigen schriftlich nachweisen“, dass alle Auflagen erfüllt sind, wenn er die Hütte öffnen will. Ulla Eder listet auf RHEINPFALZ-Nachfrage einige Vorgaben auf: „Öffnungen in abschottenden Bauteilen sind feuerhemmend, rauchdicht und selbstschließend zu schließen, vor allem ist die Beherbergung im ersten Obergeschoss gegenüber der Gaststätte im Erdgeschoss an bestimmten Stellen in mindestens feuerhemmender Bauart lückenlos und fachgerecht zu schließen.“ Türen an den Rettungswegen müssten sich „von innen leicht und in voller Breite ohne Hilfsmittel öffnen lassen“. Die Türen dürften nicht versperrt werden und müssten in Fluchtrichtung aufschlagen. Die Rettungswege seien durch beleuchtete Hinweisschilder mit entsprechenden Symbolen zu kennzeichnen. Auch Rauchmelder muss der Verein anbringen − „im ersten Obergeschoss in sämtlichen Aufenthaltsräumen und Fluren“, so Eder. Für den Löschwassertank, den die Verwaltung ebenfalls fordert, hat der Verein Aufschub bekommen. „Die Vorhaltung der ausreichenden Löschwassermenge muss bis spätestens Ende 2016 sichergestellt sein“, so Eder. „So haben wir etwas Luft. Wir hätten auch derzeit das Geld nicht“, erklärt Karl-Ludwig Kuhn, der Schriftführer des Vereins. Bei dem Arbeitseinsatz, der heute um 9 Uhr beginnt, wolle man Hütte und Gelände „in einen gepflegten Zustand versetzen“, schreibt der Verein. Die Auffahrt werde mit Motorsensen freigeschnitten, und die Parkplätze würden hergerichtet, „so dass die Besucher, die schon lange auf die baldige Eröffnung warten, die Hütte bequem erreichen können“, kündigt der Pfälzerwald-Verein an. Wobei es noch keinen Termin für die Eröffnung gibt, denn der Verein hat nach eigenen Angaben noch gar keinen Pächter. Doch mit einer hergerichteten Hütte gelinge es leichter, einen zu finden. Man wolle „den Hahnberg mit der in der Region bekannten Wanderhütte wieder zu einem Wochenendziel und Naherholungsort“ machen. (sbn)