Zweibrücken Auf die Ohren

15 bis 20 Jahre jung sind die Mitglieder der Band 10 Wks L8er (von links): Christian Krutsch, Johannes Fröbel, Jonas Fröbel und
15 bis 20 Jahre jung sind die Mitglieder der Band 10 Wks L8er (von links): Christian Krutsch, Johannes Fröbel, Jonas Fröbel und Marc Klein.

Das neue Zweibrücker Minirockfestival unter dem Namen „Support Your Local Scene“ ging am Freitagabend in die Zweitauflage im Dietrich-Bonhoeffer-Haus statt. Es bietet Nachwuchsmusikern aus der Region die Chance, sich auf der Bühne vorzustellen. Diesmal traten neben der mittlerweile bekannten Band Cash! No Credit vor rund 70 Besuchern die Neulinge Toxicrush und 10 Wks l8er auf.

Benjamin Weber, den sie im Jugendcafé des Dietrich-Bonhoeffer- Hauses meist nur unter seinem Spitznamen Bench kennen, hatte es schon im Sommer 2017 angekündigt: Aus dem ersten „Support Your Local Scene“ im S’Bonni – so nennen die Jugendlichen ihr Café liebevoll – könnte eine Dauereinrichtung werden. Man will damit jungen Zweibrücker Musikern die Chance geben, sich ein Publikum zu erspielen. Um danach idealerweise weitere Auftritte zu ergattern. Cash! No! No Credit ist das nach der Erstauflage schon gelungen. Bis hin zum Stadtfest und zu Festivals. Längst ist deren erste CD „Trading Dollars for Souls“ veröffentlicht. In der Garage in Saarbrücken haben die poppigen Punkrocker im Januar 2018 auch die zweite Runde des bundesweiten SPH-Bandcontests erreicht. Frisch im Musikgeschäft sind nun Toxicrush und 10 Wks l8er. Wobei die Musiker von Toxicrush nahezu alte Bekannte sind. Die neu formierte Rockgruppe ist aus Final Resurrection hervorgegangen. Drei der Toxicrusher kennen sich von da. Neu dabei ist lediglich Schlagzeuger Lukas Batschak. Der Contwiger ist 22 Jahre alt und studiert Jura. Sein Spiel ist hart und treibend. Wobei Batschak in der Band sehr viel Verantwortung trägt. Denn der Band fehlt für den klassischen Rhythmus einer Rockgruppe noch ein Bassist. Dafür gibt es gleich zwei Gitarristen in der Gruppe. „Ja, das ist außergewöhnlich, dass wir keinen Basser haben. Der darf gerne noch dazu kommen“, erklärt Benjamin Zdrzalek. Der Zweibrücker ist 25 Jahre alt und Polizist. Die zweite Gitarre spielt Andreas Burghard. Der 23-jährige Stambacher studiert Wirtschaftsinformatik. Den Gesang übernimmt Oliver Schlachter. Er ist 23 Jahre, wohnt in Contwig und ist Rettungssanitäter. Da die Band als Final Resurrection genug eigenes Material komponiert hat, sind während des knapp einstündigen Auftritts im S’Bonni nur zwei Coverversionen zu hören. Eine CD mit neuer Musik soll in Kürze angegangen werden. Das Spiel in der Band ist harmonisch. Die Musik, die sich aus Subgenres des Heavy Metals speist, weniger. Es geht laut, aggressiv und voller Energie zu. Das ist ein guter Weg, aufgestaute Gefühle abzubauen. Davon kann man sich auch noch im Nachhinein überzeugen. Denn Toxicrush hat die Show aufgenommen, akustisch und mit Kameras. Sie soll möglichst komplett auf der neuen Bandpräsenz auf facebook.com/Toxicrush/ zu sehen sein. Nicht ganz so weit, zumindest was das Können betrifft, ist 10 Wks l8ter (ausgesprochen: Ten Weeks Later). Die überwiegend sehr jungen Musiker versuchen sich an Rockklassikern wie „It’s My Life“ von Bon Jovi, und „Zombie“ von den Cranberries. So gut die Auswahl der gespielten Song ist, so schwer ist der Auftritt einzuordnen. Manchmal meint man, eine Karrikatur des Originals zu hören; leicht mit Punk gewürzt mit enormem Spaßpotenzial. Johannes Fröbel, mit 20 Jahren der Oldie im Quartett, klärt über den Bandnamen auf: „Wir heißen 10 Wks l8er, Ten Weeks Later, weil wir vor etwa einem Jahr erfahren haben, dass wir als Band zu einem 50. Geburtstag auftreten sollten. Wir hatten nur zehn Wochen Zeit zum Proben. Deswegen heißen wir, aus dem Englischen übersetzt, zehn Wochen später.“ Neben Fröbel sind drei junge Gymnasiasten so mutig gewesen, sich dieser Herausforderung zu stellen. Christian Krutsch spielt Bass und kommt aus Mauschbach. Marc Klein ist Contwiger und Gitarrist. Beide sind 16 Jahre jung und besuchen in Zweibrücken das Helmholtz-Gymnasium. Sogar noch ein Jahr jünger ist Jonas Fröbel, der das Hofenfels-Gymnasium besucht und das Schlagzeug bedient. In Anbetracht der Jugend der Band, die sich mit Leidenschaft an tollen Liedern der 80er Jahre abrackert, macht das, was 10 Wks l8er bietet, richtig Spaß. Eines Tages möchten die mutigen vier Musiker beim Zweibrücker Stadtfest auftreten. „Aber nicht in diesem Jahr und nicht im nächsten Jahr“, sagt Johannes Fröbel und lächelt.

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