Zweibrücken Auf der Jagd nach Gelb im Bliesgau
Gersheim. Eine Mannschaft kam noch hinzu, seit die Verantwortlichen der Trofeo Karlsberg Mitte Mai das Starterfeld für die 29. Auflage des traditionsreichen Junioren-Radrennens für Nachwuchsnationalmannschaften vorstellten. Ein regional zusammengestelltes Team Germany wird neben dem deutschen Nationalteam und 16 anderen nationalen Auswahlen von morgen an bis Sonntag auf vier Etappen durch den Bliesgau rollen.
„Neuerdings darf beim UCI Nations’ Cup wieder eine Landesauswahl aus der Nation mitfahren, in der das entsprechende Rennen stattfindet“, erklärt Albert Müller aus Contwig, seit über 25 Jahren als Kommissär bei der Trofeo Karlsberg mit von der Partie. Bei dieser Trofeo nehme allerdings nicht eine bestimmte Auswahl aus einem Bundesland die vier Etappen und 290 Kilometer an drei Tagen unter die Räder, sondern eine zusammengewürfelte Truppe mit guten Fahrern aus unterschiedlichen deutschen Landesverbänden, die das Feld der 176 Fahrer komplettieren. Die Trofeo Karlsberg firmiert zum neunten Mal hintereinander als Teil der renommierten Rennserie Nations’ Cup – der höchste Stellenwert, den der Weltradsportverband UCI einem Junioren-Rennen verleihen kann. Zu der achtteiligen Rennserie gehören unter anderem auch der Eintagsklassiker Paris-Roubaix im April, die Friedensfahrt Anfang Mai in Tschechien und der Grand Prix General Patton in Luxembourg am 9./10. Juli. Nach fünf Rennen führen derzeit die Niederlande die Wertung an, gefolgt von Titelverteidiger Frankreich und Kasachstan. Deutschland liegt auf Rang 17. Im Vorjahr hatte nach neun Jahren Durststrecke mit Patrick Haller mal wieder ein Fahrer im deutschen Nationaltrikot die Trofeo-Gesamtwertung, sehr zur Freude von Bundestrainer Wolfgang Ruser, gewonnen. Auf diesen Spuren werden auch Max Hamberger, Bastian Flicke, Jonas Rutsch, Richard Banusch und der Westpfälzer Niklas Märkl diesmal wandeln wollen. Der 18-jährige Märkl aus Queidersbach, Schüler des Kaiserslauterer Heinrich-Heine-Gymnasiums, geht mit viel Selbstvertrauen ins dreitägige Etappenrennen. Der Fahrer des RSC Linden hatte erst am vergangenen Wochenende mit Platz drei bei den deutschen U19-Bergmeisterschaften die Führung in der Rad-Bundesliga übernommen und dafür das lila Trikot des Spitzenreiters überstreifen dürfen. Unter anderem die 17- bis 18-Jährigen aus Algerien, Belgien, Irland, Luxemburg, Polen, Russland, der Slowakei, Tschechien und den USA streiten sich mit den Deutschen um das gelbe Trikot (Gesamtführender), grüne Trikot (Sprintbester), gepunktete Trikot (bester Bergfahrer), blaue Trikot (beste Mannschaft) und rote Trikot (bester Fahrer des jüngeren Jahrgangs). Neu ist: Die erste Etappe morgen ab 16.30 Uhr führt nach dem Ausstieg der Gemeinde Großrosseln nicht mehr durch den saarländischen Warndt, sondern von Völklingen durchs Köllertal über Spiesen, Blieskastel und Gräfinthal in den Bliesgau – 97 Kilometer samt dem Anstieg von Oberwürzbach nach Ommersheim und zweimal dem Blieskasteler Schlossberg (je 16 Prozent Steigung). Am zweiten Tag geht es zunächst auf der schon traditionellen Pfalzetappe in vier Runden von Homburg über die Sickinger Höhe, Mörsbach und Käshofen werden dabei jeweils gestreift. Und nach dieser Halbetappe (79 Kilometer) müssen die Nachwuchspedaleure ab 18 Uhr noch beim mitentscheidenden Einzelzeitfahren vom französischen Rimling nach Rubenheim (17 Kilometer) ran. Zum Abschluss werden sonntags drei Runden rund um Reinheim gefahren, dabei müssen die Fahrer beim Gaswerk zwischen Obergailbach und Rimling noch einen knackigen Anstieg verarbeiten. Angst vor Wetterkapriolen hat Kommissär Albert Müller indes nicht, auch wenn er in diesem unwirtlichen Frühsommer schon einiges erlebt hat. „Am Sonntag vor einer Woche musste ich ein Rennen in Karbach wegen Unwetters abbrechen“, erzählt er. Die Sicherheit der Fahrer gehe bei Gewitter, Hagel oder Starkregen, wenn zu viel Wasser auf der Straße stehe, auf jeden Fall vor. Ansonsten habe er ja auch noch andere Möglichkeiten wie das Rennen oder den Zieleinlauf zu verkürzen oder das Rennen zu neutralisieren. Falls also der Himmel gerade seine Schleusen öffnen würde, wenn das Peloton der Trofeo die Straße von Käshofen nach Homburg runtersaust, könnte Müller eine rote Flagge zum Neutralisieren hoch halten. Wegen der Trofeo sind am Freitag in Rohrbach, Hassel und Oberwürzbach diverse Straßen zwischen 17. 15 und 17.40 Uhr gesperrt, am Samstag auch die Innenstadt von Homburg (Talstraße) von 10 bis 15 Uhr. Etappen 1. Etappe, 17. Juni, Straßenrennen, 16.30 Uhr Völklingen - Fischbach - Spiesen - Hassel - Ommersheim - Blieskastel - Ormesheim - Gräfinthal - Herbitzheim: 97 Kilometer 2. Etappe, 18. Juni, Straßenrennen, 12 Uhr Homburg - Kirrberg - Mörsbach (Pfalz) - Käshofen - Sanddorf - Homburg: 79 Kilometer, vier Runden 3. Etappe 18. Juni, Einzelzeitfahren, 18 Uhr Rimling (Frankreich) - Guiderkirch - Peppenkum (Deutschland) - Gersheim - Rubenheim: 17 Kilometer 4. Etappe, 19. Juni, Straßenrennen, 10.30 Reinheim - Niedergailbach - Obergailbach (Frankreich) - Rimling - Ormesviller - Utweiler (Deutschland) - Seyweiler - Walsheim - Reinheim: 97 Kilometer, drei Runden