Zweibrücken Arbeitgeber legen immer noch Wert auf eigens ausgebildete Fachkräfte

Betriebe wie John Deere setzen immer noch auf eigene Azubis. Doch für die Firmen wird es zunehmend schwieriger, Lehrlinge zu fin
Betriebe wie John Deere setzen immer noch auf eigene Azubis. Doch für die Firmen wird es zunehmend schwieriger, Lehrlinge zu finden.

Arbeiten im Verkauf, im medizinischen Bereich oder in einem Büro: Junge Menschen in der Westpfalz haben klare Präferenzen, wenn es um die angestrebte Ausbildungsstelle und den damit verbundenen Eintritt in die Arbeitswelt geht.

Aber auch am Ausbildungsmarkt macht sich nach Angaben der Agentur für Arbeit Kaiserslautern-Pirmasens der Fachkräftemangel bereits bemerkbar. Rund 18 Prozent der gemeldeten Lehrstellen im Gebiet sind unbesetzt.

„Regionale Arbeitgeber legen weiterhin großen Wert darauf, die eigene Fachkraft auszubilden“, heißt es in einer Mitteilung der Agentur für Arbeit Kaiserslautern-Pirmasens, die für die kreisfreien Städte Kaiserslautern, Pirmasens und Zweibrücken zuständig ist sowie für den Donnersbergkreis und die Landkreise Kusel, Kaiserslautern und Südwestpfalz. Aus diesem Gebiet wurden der Agentur 3023 Lehrstellen gemeldet, das sind 129 und damit 4,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Unbesetzt seien derzeit noch 536.

Bewerber- statt Arbeitgebermarkt

„Viele Arbeitgeber haben an ihrem vorhandenen Ausbildungsangebot festgehalten und sich auch von den anhaltenden Nachwehen der Corona-Pandemie nicht von ihrem Weg, den eigenen Nachwuchs auszubilden, abbringen lassen“, sagt Peter Weißler, der Leiter der Agentur für Arbeit Kaiserslautern-Pirmasens. Aber: „Der Fachkräftemangel wird auch auf dem Ausbildungsmarkt spürbar, denn auch hier haben wir mittlerweile einen Bewerber- und keinen Arbeitgebermarkt mehr“.

Den rund 3000 Lehrstellen standen im Ausbildungsjahr 2021/22 eine etwa gleich hohe Anzahl an Bewerbern gegenüber: 3070 Jugendliche. Das sind laut Agentur ein Rückgang um 4,7 Prozent (151). Etwas mehr als 100 junge Menschen suchen noch einen Ausbildungsplatz, laut Weißler ist es immer noch möglich, eine Ausbildung zu beginnen. Hoch im Kurs bei Jugendlichen stehen dabei drei Ausbildungen: Verkäufer und Verkäuferin, Medizinischer Fachangestellter/Fachangestellte sowie Kaufmann und Kauffrau Büromanagement. Die Arbeitgeber melden zwei Ausbildungsberufe aus den Top drei am häufigsten: Verkäufer und Verkäuferin sowie Kaufmann und Kauffrau Büromanagement, ergänzt wird es mit einer kaufmännischen Ausbildung im Einzelhandel.

Zahlen in Handwerk und Industrie leicht rückläufig

Im pfälzischen Handwerk sowie in der Industrie sind die Ausbildungszahlen leicht rückläufig. Das geht aus den Bilanzen der Handwerkskammer der Pfalz sowie der Industrie- und Handelskammer (IHK) hervor. Bis zum 30. September wurden im pfälzischen Handwerk 2246 neue Lehrverhältnisse registriert. Im Vergleich zum Vorjahr (2266) entspricht dies einem Rückgang von knapp einem Prozent. Im Bereich der Agentur für Arbeit Kaiserslautern-Pirmasens wurden 893 neue Lehrverhältnisse gezählt, eine Zunahme von rund 2,3 Prozent. „Die unsichere wirtschaftliche Lage schlägt sich in der Ausbildungsbilanz aller rheinland-pfälzischen Kammerbezirke nieder“, teilt die Handwerkskammer Pfalz mit. Die Anzahl der Ausbildungen sei aber „nahezu gleichgeblieben“, was am „hohen Bedarf an Nachwuchs- und Fachkräften im Handwerk“ liege.

Die Industrie- und Handelskammer für die Pfalz registrierte Ende September 4061 neue Ausbildungsverträge, das entspricht einem Minus von 1,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. „Dieses Minus lässt sich darauf zurückführen, dass sich keine Bewerber für die vielen gemeldeten Ausbildungsplätze finden“, sagt Michael Böffel, der Leiter der Berufsbildung bei der IHK Pfalz. Er erwartet allerdings, dass die Zahl der Ausbildungsverträge noch weiter steigen wird.

Zur Sache: Ausbildungsmarkt in Zweibrücken und Landkreis Südwestpfalz

In der Stadt Zweibrücken waren mit 209 Ausbildungsplätzen im gerade zu Ende gegangenen Ausbildungsjahr 2021/2022 die wenigsten Lehrstellen in der Westpfalz (gesamt: rund 3000) gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahr ging die Anzahl der Lehrstellen um rund 16 Prozent zurück, was 40 Ausbildungsplätzen weniger entsprach. Davon besetzt werden konnten nach Angaben der Agentur für Arbeit bisher rund 85 Prozent, 30 Stellen sind noch unbesetzt. Im vergangenen Ausbildungsjahr waren zum gleichen Zeitpunkt noch mehr als doppelt so viele Lehrstellen unbesetzt. Aus der Stadt wurden 187 junge Menschen gemeldet, die eine Ausbildungsstelle suchten, exakt genauso viele wie im Vorjahr. Sechs Bewerber davon sind noch auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz.

Aus dem Landkreis Südwestpfalz wurden der Agentur für Arbeit 334 Lehrstellen gemeldet, die Anzahl blieb nahezu unverändert im Vergleich zum Vorjahr (sechs Stellen mehr als 2021). Unbesetzt waren davon zum Stichtag Ende Oktober noch 85, was im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang um rund zehn Prozent beträgt. Von den 518 jungen Männern und Frauen aus dem Landkreis, die eine Ausbildungsstelle suchen (Rückgang im Vergleich zu 2021 um drei Prozent), sind derzeit noch 18 elf junge Leute unversorgt.

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