Zweibrücken Am Anfang war das Mozart-Klavier

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Das Klavier ist schuld. Die Gründung der Mozartgemeinde Zweibrücken 1961 hatte damit zu tun, dass man das Klavier entdeckte, das Mozart in Zweibrücken bauen ließ. Das kann man nachlesen in der Festschrift zum 25-jährigen Bestehen der Mozartgesellschaft Zweibrücken-Bitsch-Pirmasens, der Nachfolge-Organisation. Das Jubiläum wird am Sonntag in Zweibrücken gefeiert.

In den 1950er Jahren wurde ein Brief von Wolfgang Amadeus Mozart an seinen Vater Leopold von 1782 bekannt. Da steht: „Nun habe ich eine Bitte an Sie; - die Baron(in) Waldstätten wird von hier wegreisen – und dürfte ein gutes kleines Pianoforte haben; Ich weiß den Namen des Claviermachers in Zweybrücken nicht mehr, und da wollte ich Sie gebeten haben, eins bey ihm zu bestellen. – es müsste aber in Zeit eines Monats oder längstens 6 Wochen fertig seyn; und der nemliche Preis wie das vom Erzbischof ...“ Der Brief fand das Interesse des musikbegeisterten Stadtbeamten Karl Jost, Cellist im Zweibrücker Kammerorchester. Hinzu kam eine Anfrage des Wiener Instrumentensammlers Erich Fiala. Der hatte ein nicht mehr bespielbares Tafelklavier gekauft und entdeckte darauf ein Firmenetikett: „Zweybrücken“. Jost fand heraus, dass es von dem Zweibrücker Klavierbauer Christian Baumann stammte. Im Mozartjahr 1956 schrieb Jost für das Buch „Das barocke Zweibrücken und seine Meister“ den heute noch grundlegenden Aufsatz „Mozart und Zweibrücken“. 1958 gelang es Dank seiner Initiative das Klavier zukaufen. Der Stadtrat war erst dafür, dann dagegen – mit Blick auf das große Haushaltsdefizit. Jost rief mit Unterstützung des Historischen Vereins zu einer Spendenaktion auf und stellte die Einnahmen aus dem Sonderdruck seines Aufsatzes zur Verfügung. Die Finanzierung gelang: Fiala reduzierte seinen Preis von 15 000 D-Mark auf 7000 D-Mark. Das Kultusministerium gab 3000 D-Mark, die Spendenaktion erbrachte 3000 D-Mark, und die Stadt zahlte den Rest aus den Einnahmen des damals erhobenen Kulturgroschens. Im November 1958 kam das Klavier zurück, ab 1961 stand es im neu eröffneten Heimatmuseum. Im Zuge des Kaufs war wiederum Jost die treibende Kraft, dass sich am 25. Juni 1962 die Mozartgemeinde Zweibrücken gründete. Sie war die erste pfälzische Ortsgruppe der Deutschen Mozartgesellschaft. Ihr Ziel war und ist – heute heißt sie Mozartgesellschaft – satzungsgemäß die Pflege aller Musik, die des Namens Mozart würdig ist sowie die Erhaltung und Förderung der Zweibrücker Mozart-Erinnerungen. Erster Vorsitzender war OB Oskar Munzinger. Der junge Verein organisierte bereits 1966 das Deutsche Mozartfest in Zweibrücken. Aber erst der neuen Mozartgesellschaft Zweibrücken-Bitsch-Pirmasens, die am 29. Juni 1990 gegründet wurde, gelang es, das Mozart-Klavier fachmännisch restaurieren zu lassen und es spielbar zu machen. Der Mozartgesellschaft Zweibrücken-Bitsch-Pirmasens, deren Vorsitzender der damalige Zweibrücker Kulturamtsleiter Roland Treiber war, traten am 28. November 1990 die Stadt Zweibrücken bei, am 1. Dezember die Stadt Bitsch und am 1. Januar 1993 die Stadt Pirmasens. Der ungewöhnliche grenzüberschreitende Zusammenschluss war politisch von den drei Städten gewollt, um die Zusammenarbeit im Grenzgebiet zu fördern. 2004 stiegt die Stadt Bitsch aus politischen Gründen aus, der Vereinsname wurde jedoch nicht geändert – in der Hoffnung, dass Bitsch später wieder Interesse an der Zusammenarbeit haben könnte. Ein Wunsch, der bislang nicht in Erfüllung gegangen ist. Festakt & Konzert —Zweibrücken, Festhalle Sonntag, 13. Dezember, 11 Uhr —Ansprachen: Walther Theisohn, Vorsitzender der Mozartgesellschaft, Henno Pirmann, Zweibrücker Kulturdezernent, Bernhard Matheis, Pirmasenser OB, Hans Moser, Beiratsmitglied der Deutschen Mozartgesellschaft. —Musik: Das Duo Lets Amis de Monsieur Napoleon roste (Walther Theisohn, Oboe, Hagen Pütz, Gitarre ) spiel t „und Fopperin schaut um die Ecke“ des Zweibrücker Komponisten Bernd Wilms. Miao Huang (Klavier) und Anna Theresa stückel (Geige) spielen zwei Sonaten in A-Dur, eine von César Franck und eine von Mozart (KV 526). Der Eintritt ist frei. —Ehrungen: Die Gründungsmitglieder werden geehrt. —Festschrift: Die Festschrift wird vorgestellt, sie kann für drei Euro erworben werden.

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