Zweibrücken
Alte Ixheimer Straße: Asbestfund stoppt Abriss
Bei der Gewerbeaufsicht der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Süd sei vergangene Woche eine Beschwerde eingegangen, wie Behördensprecherin Nora Schweikert auf Anfrage sagte. Anwohner der Baustelle in der Alten Ixheimer Straße hätten sich über extreme Staubentwicklung beklagt. Die Gewerbeaufsicht sei ausgerückt und habe vor Ort festgestellt, dass es tatsächlich sehr staubte, was beim Abriss alter und baufälliger Gebäude kein Wunder sei, so Schweikert. „Allerdings hätte man mehr bewässern können, und das haben wir auch bemängelt.“
Während der Begehung habe die Gewerbeaufsicht aber noch etwas anderes festgestellt: Im Schutt bereits abgerissener Gebäudeteile befand sich asbesthaltiges Material. Asbest ist eine Altlast in vielen Gebäuden, noch bis in die 1990er Jahre hinein wurde er auf dem Bau eingesetzt. Er gilt als stark gesundheitsgefährdend, unter anderem krebserregend. Da die Arbeiter in der Alten Ixheimer Straße keine entsprechende Schutzkleidung oder Masken trugen, seien die Arbeiten sofort gestoppt worden, so Schweikert.
Gutachten: Keine frei schwebenden Partikel
Der Stadt oder der Abrissfirma seien keine Vorwürfe zu machen. Dass Asbest verbaut wurde, habe man nicht sehen können, bevor mit dem Abriss begonnen wurde, so Schweikert. Es sei auch umgehend ein Gutachter einbestellt worden, der Proben zog. Er sei zum Ergebnis gekommen, dass es sich um stark gebundenen Asbest handelt, also keine frei in der Luft herumfliegenden Partikel.
Asbest muss staubdicht verpackt werden, bevor es abtransportiert und als Gefahrengut entsorgt wird. Das geschieht üblicherweise in so genannten Big Bags (deutsch: große Säcke), die sehr dicht und stabil sind und mit Warnhinweisen versehen. Die belasteten Materialien in der Alten Ixheimer Straße sind laut Stadtpressesprecher John derzeit abgedeckt und dürfen nicht bewegt werden
Laut Schweikert hat die SGD Süd als Auflagen erlassen, dass das Asbest ordnungsgemäß entsorgt wird, dass die Arbeiter geeignete Schutzkleidung und -ausrüstung bekommen und dass stärker bewässert wird, um die Staubbildung einzudämmen. „Wenn das alles erfüllt ist, kann es mit dem Abriss weitergehen“, so die Behördensprecherin. Stadtpressesprecher John sagte, dass auf der Baustelle in den nächsten Tagen wieder gearbeitet werden soll.
Der vordere Teil der Alten Ixheimer Straße ist seit Anfang vergangener Woche gesperrt. In dem Bereich sollen drei Häuser abgerissen werden: das frühere Gasthaus „Zum Kronprinz“ an der Ecke Maxstraße, die frühere Kneipe „Podium“ und die ehemalige Schusterei Sebald. Der Abriss der Schuhmacherei hat bereits begonnen, dort wurde auch das Asbest gefunden.