Fussball
Alle Klubs rund um Zweibrücken warten jetzt auf den Starttermin
Laut Südwestdeutschem Fußball-Verband (SWFV) hatten 80,27 Prozent aller an der Umfrage beteiligten Vereine für den Vorschlag des SWFV-Präsidiums zur Wertung der Spielzeit gestimmt. Demnach ist der jeweils „Erstplatzierte Sieger in seiner Staffel und damit grundsätzlich nach Maßgabe der jeweils geltenden Ordnung aufstiegsberechtigt“. Die Saisonabschlusstabellen errechnen sich danach, wer bei der Quotientenregel (erreichte Punkte geteilt durch die Anzahl der Spiele) den höchsten Wert hat. Soweit der Zweitplatzierte Anspruch auf Relegation hat, ist auch dieser aufstiegsberechtigt. Es gibt keine Absteiger. Das betrifft im Raum Zweibrücken in den unteren Ligen die Schlusslichter SV Großsteinhausen (A-Klasse) und den SV RW Höhmühlbach (C-Klasse West).
SG Rieschweiler: Kein Rückzug im Sinn
Daniel Preuß, für den Spielbetrieb zuständiges Vorstandsmitglied der SG Rieschweiler, findet die jetzt beschlossene Lösung gut. Die besagt, dass an der Dicken Eiche auch kommende Runde Verbandsliga- und mit der zweiten Mannschaft Bezirksliga-Fußball gespielt wird. Einen freiwilligen Rückzug hat der Klub in keiner der beiden Spielklassen im Hinterkopf. „Bei anderen Vereinen kann das sinnvoll sein, wenn sie bereits für die Klasse darunter geplant und vielleicht viele Abgänge haben – bei uns nicht.“
Der 35-Jährige bleibt weiter Trainer des Bezirksliga-Schlusslichts, will dort künftig auch spielen. „In der ersten Mannschaft eher nicht mehr. Da kommen ja ganz viele junge Spieler aus der A-Jugend raus“, erklärt er, räumt aber lachend ein: „Klar, wenn ich dort gebraucht werde, stehe ich zur Verfügung.“ Mit dem Auftakt zur Saisonvorbereitung will die SGR noch ein wenig warten, bis klar ist, wann die neue Runde beginnen soll. „Wir wollen das dann auch wieder ein bisschen mehr trennen zwischen erster und zweiter Mannschaft.“
Der SVN Zweibrücken ist in der A-Klasse Pirmasens/Zweibrücken hinter dem souveränen Meister SV Battweiler (52 Punkte) durch die Quotientenregel noch von Platz zwei (35 Punkte/18 Spiele = 1,94) hinter den FK Clausen (34/17 = 2,0) gerutscht und liegt damit nicht mehr auf einem Aufstiegsplatz. Es sei denn, der SVN bekommt am grünen Tisch noch drei Punkte dazu. „Das weiß ja keiner mehr, aber der SV Obersimten ist im November bei uns nicht angetreten. Der Klassenleiter hat uns zugesichert, dass wir die Punkte bekommen. Wir haben sie aber noch nicht“, sagt SVN-Trainer Andreas Hergert dazu und sitzt mit seinem Team daher weiter auf glühenden Kohlen.
SVN erwartet noch Punkte
Denn bekommt der SVN die Punkte tatsächlich, zieht das Team vom Quotienten her (38/19) wieder mit Clausen gleich. „Als Trainer wäre es mir mit meiner jungen Mannschaft aber vielleicht fast lieber, nicht in eine Bezirksliga mit dann 22 Mannschaften aufzusteigen“, sinniert Hergert und erwartet in der höheren Klasse in der nächsten Spielzeit ein Hauen und Stechen. „Letztes Endes entscheidet das bei uns dann aber der Vorstand“, sagt er. Einmal pro Woche, jeweils freitags, treffen sich die SVN-Kicker derzeit wieder zum lockeren Training. Vor allem Torschuss steht Corona-bedingt auf dem Programm.
„Ich finde es richtig, dass die Saison gewertet wird“, sagt Spielertrainer Michael Munzinger vom SV Martinshöhe, „alles andere wäre Irrsinn gewesen“. Der SVM ist in der B-Klasse West durch die Quotientenregel (45/19 = 2,36) nun aber nur noch Zweiter hinter der SG Thaleischweiler-Fröschen (45/18 = 2,5). „Klar, wir hätten die Runde gerne zu Ende gespielt, aber im Endeffekt kannst du nicht mehr klären, wie das ausgegangen wäre. Aber wir standen ja nicht ohne Grund da vorne“, sagt Munzinger und freut sich mit seinem Team riesig auf die A-Klasse. Auch wenn es schade war, dass die „schönen Momente auf dem Platz, wenn man den Titel vielleicht klar macht, diesmal gefehlt haben“.
Er ist froh, dass jetzt eine Entscheidung getroffen wurde, „das ist gut für die weitere Planung“. In Martinshöhe wird derzeit noch nicht wieder trainiert. „Wir setzen aus, bis klar ist, wann die neue Saison startet. Fünf Wochen vorher fangen wir dann mit der Vorbereitung an“, so Munzinger.
Mit der Quotientenregel musste sich die SG Bechhofen/Lambsborn in der B-Klasse Kusel/Kaiserslautern Süd gar nicht erst befassen. Die Mannschaft von Trainer Sören Bernhard lag mit 52 Punkten aus 20 Spielen auch da klar vor dem zweitplatzierten VfB Waldmohr. „Wir sind in erster Linie glücklich, Meister zu sein – auch auf diese Weise. Eine Annullierung der Runde wäre das Schlimmste gewesen.“ Das Ergebnis der Vereinsumfrage spricht in seinen Augen für die Fairness im Fußball. Auch er hätte das Ganze natürlich gerne sportlich entschieden und am Ende richtig gefeiert. „Aber bei uns weiß jeder, was wir in dieser Saison auf dem Platz geleistet haben“, findet Bernhard.
In Bechhofen und Lambsborn wartet man nun auf ein klares Zeichen des Verbandes, wann die neue Spielzeit losgehen soll. Bis Ende Juni lässt Bernhard einmal pro Woche trainieren, „im Juli wollen wir dann eigentlich mit der Vorbereitung beginnen“.
TuS fängt den TuS noch ab
„Wir haben wie viele andere Vereine auch von Anfang an dafür plädiert, die Tabelle nach dem letzten absolvierten Spieltag zu werten“, sagt Marco Schwarz vom TuS Rimschweiler, der das Team der C-Klasse West zusammen mit Julian Müller trainiert. Und das, obwohl sein Team (50/20 = 2,50) in der Titelfrage durch die Quotientenregel noch vom TuS Wattweiler (48/19 = 2,52) abgefangen wurde. Schwarz findet es aber auch toll, als Zweiter aufzusteigen. „Die Freude ist riesig. Wir haben uns nach der Trennung der Spielgemeinschaft mit Hornbach vor drei Jahren wieder was aufgebaut und dieses Jahr hart gearbeitet.“
In Rimschweiler wird bereits seit drei Wochen wieder trainiert. „Sehr ballintensiv, wir wollen die Spieler vor allem bei Laune halten. Aber die Resonanz ist gut, elf bis 15 Spieler sind immer da“, sagt Schwarz. Demnächst sind noch mal acht Tage Pause angesagt, da wird der Rasen neu eingesät. Schwarz rechnet mit einem Rundenbeginn Anfang, Mitte September, „die Weichen dafür sind von der Mannschaft her schon gestellt“.