Impfzentrum Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Alle Impftermine bleiben bestehen: Moderna und Biontech ersetzen Astrazenca

Zurück in den Kühlschrank: Matthias Freyler mit einer Packung Astrazeneca.
Zurück in den Kühlschrank: Matthias Freyler mit einer Packung Astrazeneca.

Matthias Freyler redet nicht um den heißen Brei herum. Auf die Frage nach der Laune bei den Mitarbeitern des Impfzentrums antwortet er: „Frustriert. Es ist doch eine wirklich frustrierende Situation. Wir hier im Impfzentrum waren hochmotiviert. Endlich können wir Gas geben und das Impfzentrum auf 1100 Impfungen pro Woche hochfahren – und dann wird Astrazeneca ausgesetzt. Mit Volllast wird’s also nichts.“

Die Nachricht, dass der Bundesgesundheitsminister den britisch-schwedischen Impfstoff auf Eis legt, für Freyler war es wie ein Schlag in die Magengrube.

Für diese Woche waren 480 Impftermine in der ehemaligen Kaufhalle vergeben, nach 350 in der Vorwoche. Und ab nächster Woche sollte es richtig rund gehen: 1100 Impfungen pro Woche, von montags bis sonntags, ohne Pause.

Astrazeneca bleibt im Kühlschrank

Daraus wird wohl nichts. Denn die Fläschchen mit Astrazeneca, die ja bereits in Zweibrücken stehen, müssen im Kühlschrank bleiben.

Das Impfzentrum verfuhr bisher so: morgens wird Biontech geimpft, ab 12 Uhr Astrazeneca. Die Impfkandidaten wurden entsprechend eingeladen. Sinn dieser Trennung: Es soll ausgeschlossen werden, dass jemand einen Impfstoff erhält, der nicht für ihn vorgesehen ist.

Wegen der Kurzfristigkeit der Entscheidung aus Berlin konnte das Impfzentrum am Dienstag die vorgesehenen 50 Impfungen mit Astrazeneca nicht ausführen: Den Eingeladenen wurde telefonisch oder per Mail abgesagt. Wer trotzdem kam, musste unverrichteter Dinge wieder gehen.

Ab Mittwoch bis einschließlich Sonntag gilt: Wer einen Termin für eine Impfung mit Astrazeneca erhalten hat, behält diesen Termin. Dieser Personenkreis wird nun statt mit Astrazeneca mit Impfstoff von Biontech oder Moderna geimpft.

320 Impfungen mit Biontech wie geplant

Laut Freyler waren für diese Woche 480 Impfungen vorgesehen, davon 320 mit dem Impfstoff von Biontech und 160 mit dem Impfstoff von Astrazeneca. 50 Astrazeneca-Impfungen fielen am Dienstag aus, verbleiben noch 110 geplante; bei diesen Impfungen kommt nun Biontech oder Moderna in die Spritze.

Moderna-Lieferung rettet angesetzte Termine

Das ist möglich, weil Zweibrücken am Montag erstmals eine Lieferung des Moderna-Impfstoffs erhielt, genau 150 Dosen. Die sollten eigentlich diese Woche noch nicht in Oberarme kommen, aber das wird nun passieren. Zumindest ein Teil davon wird gespritzt.

Das ist gut für alle, die einen Termin für diese Woche haben. Die Kehrseite der Medaille: Wahrscheinlich kann das Impfzentrum nun nicht nächsten Montag auf Volllast hochfahren. Die ursprünglich geplanten 1100 Impfungen pro Woche sind kaum zu schaffen. Denn erstens können die vorhandenen Astrazeneca-Dosen nicht geimpft werden und auch die nicht, die noch geliefert werden sollten. Und zweitens wird jetzt schon die Ration Moderna für nächste Woche sozusagen angeknabbert.

Zuletzt kaum Absagen von Impflingen

Freyler fürchtet zudem: Sollte der Impfstoff von Astrazeneca wieder freigegeben werden, könnte es Vorbehalte geben. Diese seien zuletzt vollständig ausgeräumt gewesen. „Von den 350 Terminen vorige Woche sind nur zwei oder drei ausgefallen“, berichtet Freyler. Der Grund seien nicht Bedenken gegen Astrazeneca gewesen, sondern „menschliche Ursachen: Impfkandidat krank oder Auto nicht angesprungen, was ganz Alltägliches halt“.

Personen, deren Impftermin wegen des Impfstopps für Astrazeneca am Dienstag ausfiel, sollen laut Freyler kurzfristig und automatisch einen neuen Termin erhalten, der vor dem 28. März liegen werde.

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