Zweibrücken „All hann’ses gewolld, awwer ned all hann’s geere“

„Nadierlich had’s domols ned soviel Audos gebb wie heid, awwer es war ned eenfach fa die, wo’s gedroff hadd!“ Etwa, als die neue Landauer Straße gebaut wurde und die Strecke nach Contwig nicht mehr über den vertrauten Bahnübergang am Marienstein befahren werden konnte. War es bei einer der früheren Deutschland-Rundfahrten oder bei der Rheinland-Pfalz-Tour der Rennradler? Minutenlang musste das ungeduldige Feld an der geschlossenen Schranke warten, bevor Bahnwärter Conrad – „der aus dem kleene Heisje“ – wieder die Strecke freigab. Die Neuführung war schon eine große Umgewöhnung, und für die Rasp-Tankstelle war dies nicht gerade von Vorteil, wie Chef Herrmann Diehl bald feststellen musste. Nicht so problematisch war es, als die Durchgangsstraße vor der großen Gefängnismauer endgültig geschlossen wurde, weil der damalige Direktor der Justizvollzugsanstalt, Greus, mit umfangreichen Neubaumaßnahmen für seine „Kunden“ beauftragt wurde. Etwas weiter gab es an der Seilerstraße eine neue Himmelsbergbrücke, welche die direkte Strecke Richtung Flugplatz „fa die Amis“ notwendig machte. Und dass deshalb die Himmelsbergbrücke vom Evangelischen Krankenhaus „bis zu de Rot Ladern“ nur noch für die Fußgänger zur Verfügung stand, fand nicht überall Zustimmung. Jahre hatte es gedauert und rege Debatten gegeben, bis die Steinhauser Straße neu geführt werden konnte und den großen Fahrzeugverkehr mit den Militärlastern aufnehmen konnte. Nicht anders war es, als über den Autobahnanschluss für Zweibrücken geredet wurde, der am Ende dann doch wieder etwas anders aussah, als er zunächst mit vielen Versprechungen geplant worden war. Dabei hatten vor allem nicht wenige Ixheimer zu leiden, die die neue Straße direkt vor Augen hatten. „Der Iwwergang kann awwer ned bleiwe“, sagten diejenigen, die dort am Bubenhauser Bahnübergang warten mussten. Denn damals war auf der Bahnstrecke nach Landau noch einiges los. Inzwischen würde man wohl gerne warten. „De Munzinger-Buggel“, nach dem ehemaligen Oberbürgermeister Oskar Munzinger benannt, veränderte dann den Weg nach Bubenhausen und Ixheim völlig. Vor allem diejenigen, die zu Fuß dorthin wollten, fühlten sich lange Zeit benachteiligt. Es war für sie nicht einfach (und vor allem nicht kürzer!), die neuen Wege, wie die Planer sie vorgesehen hatten, zu nutzen. Wenn nun die Bauarbeiten zur Neugestaltung der Ixheimer Straße beginnen, „was kee nausgeschmissenes Geld is“, dann wird es für Fußgänger und Autofahrer nicht einfach, sich die ideale Wegstrecke herauszusuchen. „Do had’s doch mol am Teka so e Durchgang fa die Leid, wo geloff sinn, gebb, wo ma vun unne no owwe had geen kenne? Gebd’s denne Weg noch?“ Von der Ixheimer Straße ging es dabei in die Fruchtmarktstraße, und nicht wenige meinten damals, dass auch diese Möglichkeit zur Belebung der Geschäftsstraße beigetragen hatte. „Du kommschd graad gejeniwwer em Kallebach raus“, gab es den freundlichen Hinweis für Unkundige. Und wo das Textilhaus Kallenbach war, wusste jeder. Die Bauarbeiten werden ganz gewiss auch diesmal für die Anwohner nicht einfach werden. „Ganz so eenfach wie in de Schillerschdroß gehd’s ned, bei uns is meh los“, werden sie sagen, wenn sie an die damalige Sperrung dieser Straße denken.