Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Abwehrbollwerk der Zweibrücker Frauen steht felsenfest

Augen zu und voll durchziehen: Auch von dieser Osthofener Zange ließ sich Lucie Krein (mit Ball) nicht aufhalten. Krein erzielte
Augen zu und voll durchziehen: Auch von dieser Osthofener Zange ließ sich Lucie Krein (mit Ball) nicht aufhalten. Krein erzielte zwei Tore für das SV-Team und arbeitete in der Arbeit für Zwei. Foto: Moschel

Handball: Wie das aussieht, wenn man sich mit Freude und Engagement in die Abwehrarbeit stürzt, zeigten die Oberliga-Damen des SV 64 Zweibrücken im Heimspiel gegen einen überforderten TG Osthofen. Die Spielerinnen der Gäste fanden nur ganz selten die Lücke zum SV-Tor. Und wenn, stand da ja noch Torfrau Anezka Zuzankova.

ZWEIBRÜCKEN. Vorne hatte gerade die wieder genesene Kreisläuferin Ina Sohns den letzten Zweibrücker Treffer zum 25:14 (14:6)-Erfolg gegen die TG Osthofen erzielt, wenige Augenblicke später pfiffen die Schiedsrichter ab. Freudig sprangen sich im Zweibrücker Torraum SV-Spielmacherin Lucie Krein und Torfrau Anezka Zuzankova in die Arme, feierten den Sieg, die alleinige Tabellenführung und durften auch ein bisschen sich selbst feiern. Am klaren Erfolg am Samstag hatten die beiden Spielerinnen großen Anteil.

„Vergangene Woche in Bassenheim haben wir ja ganz schlecht verteidigt. So wollten wir heute nicht mehr spielen. Haben wir auch nicht gemacht“, freute sich Krein, die im Abwehrzentrum für zwei arbeitete, nach dem Spiel. Dass Osthofens Kreisläuferin Michelle Köhler nicht spielen konnte, „kam uns sicher entgegen“, räumte ein mehr als zufriedener SV-Trainer Rüdiger Lydorf ein. Angesichts der Freude und des Engagements, mit der seine Mannschaft am Samstag allerdings Abwehr spielte, hätte wohl auch Köhler keinen Stich gemacht. An der agilen 3:2:1-Deckung mit der gut aufgelegten Zuzankova dahinter im Tor bissen sich die Osthofener Angreiferinnen die Zähne aus. Die Zweibrückerinnen suchten jeden Zweikampf, machten das, was ihnen ihr Trainer mit auf den Weg gegeben hatte, setzten diesmal auch die Stopp-Fouls richtig ein, um den Osthofener Angriffsfluss zu dämpfen. „Genau das umgesetzt, was wir im Vorfeld besprochen hatten“, freute sich Lydorf, dass seine Taktik zu hundert Prozent aufgegangen war.

TGO-Überraschung funktioniert nicht

Die als abwehrstark bekannten Osthofenerinnen versuchten den Zweibrücker Angriff zu überraschen, begannen nicht mit ihrer eingespielten 6:0-Formation vor der gut aufgelegten Torfrau Antje Haag, sondern agierten offensiver. Das ging nach hinten los: Zwei Tore von Annalena Frank, ein Treffer, der klasse spielenden neuen SV-Allzweckwaffe Lucy Dzialosynski und ein Tor von Krein bescherten dem SV nach fünf Spielminuten eine komfortable Vier-Tore-Führung. Und vor allem Sicherheit. Bis zur 21. Minute zogen die Gastgeberinnen auf 11:4 weg.

Osthofens Trainer Marcus Otterstädter war sich hernach sicher, dass das Spiel noch Stunden hätte gehen können, ohne das seine Mannschaft gewonnen hätte. Trotz zwischenzeitlicher Umstellung in der Abwehr. Osthofen deckte nun defensiver, „und man hat gemerkt, dass wir ein bisschen brauchten, um uns umzustellen“, sagte Lydorf. Was wohl aber auch der Tatsache geschuldet war, dass er schon frühzeitig immer mal wieder wechseln konnte, den Spielerinnen Verschnaufpausen geben konnte.

Auf die Abwehr ist diesmal Verlass

Im zweiten Spielabschnitt taten sich die Zweibrückerinnen im Angriff zunächst schwer. Die Zahl der Ballverluste und Fehlwürfe stieg. Aber auf die Abwehr war weiter Verlass – egal in welcher Formation die Zweibrückerinnen das eigene Tor verteidigten. Nur Osthofens Rückraumspielerin Ann-Kathrin Hauck schaffte es hin und wieder, sich erfolgreich durchzusetzen. TGO-Top-Spielerin Mona Schmitt meldete die Zweibrücker Abwehr dagegen sehr konzentriert ab. Und kam sie doch mal durch, stand da Anezka Zuzankova. Wie sehr die Torhüterin die gegnerischen Angreifer verunsichert hatte, zeigte sich in der 51. Minute: Kristina Graf warf einen Siebenmeter deutlich am Zweibrücker Tor vorbei, weil sie einfach keine Lücke fand.

So spielten sie

SV 64 Zweibrücken: Zuzankova - Schlicker (1), Krein (2), Frank (5/1) - Baus (2), Dzialosynski (7) - Sohns (2) - Zellmer (1), Worm (5/4), Wagner

TG Osthofen: Haag - Blanz (1), Hauck (4), Schmitt (2) - Schnaubelt (2), Bott (2) - Graf (1/1) - Thurow (1), Fahrnbach (1), Knierim

Spielfilm: 4:0 (5.), 11:4 (21.), 14:6 (Halbzeit), 14:9 (35.), 19:12 (44.), 25:14 (Ende) - Zeitstrafen: 3:5 - Siebenmeter: 5/4 - 3/1 - Beste Spielerinnen: Dzialosynski, Zuzanova, Krein - Haag - Zuschauer: 140 - Schiedsrichter: Hehn/Köhler (Hochdorf/Kandel).

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