Zweibrücken Aaron Holaus und Anne Bauer wollen Ortsvorsteher in Mittelbach werden
Aaron Holaus (36) ist in Mittelbach aufgewachsen. Seit 2021 wohnt er mit seiner Frau, seinem zweijährigen Sohn und seinem 17 Jahre alten Stiefsohn Auf Äckerchen in Hengstbach. Er ist seit 2018 Mitglied der FWG. „Ich habe lange überlegt. Für Arbeit, Kind und Pferd meiner Frau geht viel Zeit drauf. Aber es macht mir einfach Spaß, mich vor Ort für die Interessen der Menschen einzusetzen“, sagt er zu seiner Kandidatur. Nach Rücksprache aber war klar: Familie und Pferd stehen hinter ihm, wenn er seinen Hut in den Ring werfen will.
Der gelernte Kfz-Mechaniker arbeitet als Abteilungsleiter der Bagger-Endmontage bei Kubota. Holaus ist im Vorstand des Fördervereins Kultur und Dorfgemeinschaftshaus Hengstbach, sitzt seit 2022 als Nachrücker im Stadtrat und schraubt gerne an zwei VW-Oldtimern und einem Traktor, die er ab und zu ausfährt. Zudem ist er großer FCK-Fan und reist gerne.
Holauf will zwei Tage Jubiläumsblütenfest
Als Projekte für die nächste Zeit stehen laut Holaus die Sanierungen der Breitensteinstraße zwischen Kindergarten und Hengstbach an sowie der B465 zwischen Hengstbach und der saarländischen Landesgrenze inklusive Neubau eines Fahrbahnteilers. Ob der allerdings überhaupt etwas bringt? Da ist Holaus skeptisch „nach den Erfahrungen, die man so aus Rimschweiler hört“. Als Ortsvorsteher möchte er sich weiter für den Erhalt beider Dorfgemeinschaftshäuser einsetzen – und für den Fortbestand der Feste im Dorf. Ein Weinfest oder eine Weinwanderung würden seiner Meinung nach noch gut ins Programm passen.
Holauf kritisiert die Kommunikation zwischen Stadt und Dorf, beispielsweise in Sachen Kehrmaschine. Auch die Kommunikation innerhalb der Gemeinde will der Administrator der Facebook-Gruppe Mittelbach-Hengstbach verbessern. Das Dorfgemeinschaftshaus Hengstbach solle W-Lan bekommen, der erfolgreiche Dorftreff weitergeführt werden. „Ich will mit einem jüngeren Team antreten, weiterhin parteiübergreifend für die Gemeinde arbeiten und trotzdem Traditionen bewahren“, sagt er. „Und ich lege Wert auf einen fairen Wahlkampf.“ In vier Jahren findet das 100. Hengstbacher Blütenfest statt – Holaus schwebt ein mindestens zwei Tage langes Fest in einem großen Zelt vor.
Anne Bauer sieht gute Chancen
Anne Bauer ist Feinmechanikermeisterin und arbeitet im Öffentlichen Dienst in Saarbrücken, wo sie auch geboren wurde. Sie ist verheiratet, hat einen Sohn und eine Tochter. Die stellvertretende Vorsitzende des SPD-Ortsvereins ist seit 24 Jahren Sozialdemokratin. An der Spitze der TSG Mittelbach-Hengstbach steht sie seit zehn Jahren, dort ist die Vorsitzende gleichzeitig Abteilungsleiterin für Yoga. In ihrer Freizeit fährt sie viel Fahrrad und mag Gartenarbeit.
„Ich sehe gute Chancen, die Wahl zu gewinnen“, sagt sie und verweist auf ihre langjährige Erfahrung und ihre Vernetzung in der Gemeinde, aber auch in der Zweibrücker Politik. Bauer ist Mitglied des Stadtrats, des UBZ-Werksausschusses und des Bauausschusses. Zudem sei die Kommunalwahl eine Personen- und keine Parteienwahl – nicht ganz unwichtig für sie in einem FWG-dominierten Dorf. Kurt Dettweiler habe „gute Arbeit geleistet“, lobt sie den Amtsinhaber, gegen den sie bei den Kommunalwahlen vor fünf Jahren immerhin 30 Prozent der Stimmen geholt habe.
Die Altersstruktur bereitet Sorgen
Sie will die Vereinslandschaft erhalten und vereinseigene Anlagen fördern und mahnt die Umsetzung eines Radwegekonzepts an. „Ich bin selbst zu 40 Prozent Radfahrerin, zu 20 Prozent Fußgängerin und zu 40 Prozent Autofahrerin – ich sehe alle Seiten.“ Sorgen bereiten ihr die Altersstruktur im Dorf und dass es keinen Bäcker und keinen Metzger mehr gebe.
Anne Bauer hat lange überlegt, ob sie kandidieren möchte, hat mit der Familie, der SPD und ihrem Arbeitgeber gesprochen. „Ich hatte ein langes Gespräch mit Fritz Presl“, verrät sie. Jener habe sie zur Kandidatur ermuntert. Da sie viel im Homeoffice tätig sein kann, traut sie sich die Aufgabe als Ortsvorsteherin zu. Zudem läuft ihre Amtszeit als Vorsitzende des Sportvereins im Jahr 2025 aus – verlängern möchte sie dort nicht. „Zehn Jahre sind genug, das habe ich von Anfang an gesagt. Das Amt kostet sehr viel Kraft“, sagt sie, und sucht bereits einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin.
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