Zweibrücken 60 Zweibrücker Gruppen und Firmen machen mit bei großem Aufruf zur Wahl am Sonntag

„Wir sind für die Demokratie, für die Verfassung“, sagen die Initiatorinnen. Das Foto zeigt die Ausstellung „Demokratie - Akzept
»Wir sind für die Demokratie, für die Verfassung«, sagen die Initiatorinnen. Das Foto zeigt die Ausstellung »Demokratie - Akzeptanz - Vielfalt« des Kaiserslauterer Fotografen Thomas Brenner auf dem Dorfplatz in Martinshöhe.

In einer großen Zeitungsanzeige und im Internet rufen 60 Zweibrücker Unternehmen und Organisationen dazu auf, am Sonntag wählen zu gehen. Die Idee dazu hatten sechs Frauen.

Knapp 60 Vereine, Geschäfte, Büros, Praxen, Unternehmen, Organisationen und Parteien aus Zweibrücken und Umgebung unterstützen einen Aufruf „Für Demokratie – gegen Rechtsextremismus in Zweibrücken“. Darin rufen sie dazu auf, am Sonntag zur Wahl zu gehen, und positionieren sich „klar gegen Rechtsextremismus, Hass und Ausgrenzung“, wie es in dem Aufruf heißt, der in den sozialen Medien verbreitet wird und unter anderem auch am Samstag als halbseitige Anzeige in der RHEINPFALZ erschienen war. Treibende Kraft hinter dem Aufruf sind sechs Frauen aus Zweibrücken und Umgebung, die sich als private Gruppe zusammengeschlossen haben.

„Viele wollen Haltung zeigen, trauen sich als Einzelperson aber nicht“, erklären die Initiatoren, wie die Idee entstand, möglichst viele Zweibrücker Gruppen und Firmen dafür zu gewinnen, sich mit ihrem Logo öffentlich an dem Aufruf zu beteiligen. Die Frage sei gewesen: „Wie können wir die Menschen erreichen, um zu zeigen ,Wir sind mehr’?“ Zugleich gehe es darum, eine höhere Wahlbeteiligung zu erreichen, wie Uta Brocke erklärt. Auch wenn man das Gefühl habe, eine einzelne Stimme ändere nichts: Eine niedrige Wahlbeteiligung verschiebe die Prozentzahlen, weil wenige Stimmen mehr Gewicht bekämen.

„Gibt Leute, die denken, man ist ohnmächtig“

Die Initiatoren wollen ein Zeichen setzen für die Demokratie und für die Verfassung. Karin Grgic: „Für Menschlichkeit, für Mut.“ Man wolle laut sein und eine positive Stimmung schaffen – „für Freundlichkeit“. Deshalb engagiert sich auch Danielle Bailly-Salins: „Es verändert das Klima. Es gibt Leute, die denken, man ist ohnmächtig, doch man bewirkt etwas.“

„Zweibrücken ist und bleibt eine demokratische, vielfältige und solidarische Stadt!“, heißt es in dem Aufruf. Dennoch haben die Frauen auch andere Erfahrungen gemacht. So schildert Karin Grgic, dass sie regelmäßig rechtsextreme Aufkleber in der Stadt entferne.

Vielleicht Workshop gegen Stammtischparolen

3000 Euro, auch eigenes Geld, haben die Frauen in die Anzeigenkampagne gesteckt. Um die Kosten zu decken, haben sie einen Spendenaufruf auf der Internet-Plattform Gofundme veröffentlicht. Sollte am Ende noch Geld übrig sein, möchten sie einen Workshop „Stark gegen Stammtischparolen“ anbieten und dafür einen Argumentationstrainer einladen. Das ist eine Idee. Aber Karin Grgic sagt: „Vielleicht geht’s weiter mit uns sechs.“

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