Motorsport 58. Zweibrücker Grasbahnrennen im September abgesagt

Ungewöhnliche Kurvenlage: Fahrer Sebastian Kehrer (hier 2018 mit Gespannspartner Patrick Lepnik) hatte für den Renntag schon zug
Ungewöhnliche Kurvenlage: Fahrer Sebastian Kehrer (hier 2018 mit Gespannspartner Patrick Lepnik) hatte für den Renntag schon zugesagt.

Wegen der Corona-Pandemie hat die Vorstandschaft des Motorsportclubs (MSC) Zweibrücken jetzt beschlossen, die 58. Auflage des Zweibrücker Grasbahnrennens am 6. September auf das nächste Jahr zu verschieben. Die Beschränkungen lassen aus ihrer Sicht keine richtige Planung zu.

Seit der Jahreshauptversammlung im Februar konnten keine Vorstandssitzungen mehr stattfinden. Nach einigen Telefonaten und E-Mails musste nun eine Entscheidung getroffen werden. Da so eine Großveranstaltung viel Vorbereitung braucht und das Rennen spätestens zwei Monate vor dem Termin vom Deutschen Motorsport Bund genehmigt werden muss, hat sich der MSC-Vorstand am Samstag – nach eigener Aussage schweren Herzens – entschieden, das Rennen abzusagen.

Sieger von 2018 hatte schon zugesagt

Die Verantwortlichen sind auch deshalb traurig, weil der MSC Zweibrücken in diesem Jahr sein 60-jähriges Bestehen feiert und die Tradition der Grasbahnrennen in Zweibrücken schon seit 70 Jahren besteht. Die erste Startflagge zum damals vom AMC Zweibrücken ausgerichteten Rennen hatte sich am 16. Juli 1950 gesenkt.

Für den Renntag in diesem Jahr waren die MSC-Verantwortlichen mitten in der Planung: Schon im Januar waren die ersten Fahrer verpflichtet worden. Unter anderem hatten der Sieger des Rennens von 2018, Theo Pijper aus den Niederlanden, der frühere Gewinner der Silbernen Rose Stephan Katt aus Schleswig-Holstein, und Marcel Dachs fest zugesagt. Dachs nimmt seit über 15 Jahren immer am Zweibrücker Rennen teil.

Junge internationale Gespannsfahrer im Visier

Da die besten Gespanne am geplanten Renntag in Pfarrkirchen an den Start gegangen wären, hatte der MSC einige junge internationale Gespannteams verpflichtet, die beim letzten Rennen noch in der B-Lizenz mitgefahren sind. Unter anderem wollten Jan Kempa und Sebastian Kehrer auf der Rennwiese fahren. Dazu waren Rennen in den Klassen B-Solo, B-Seitenwagen und Junioren B geplant.

Dabei hatte es bei dem ursprünglichen Termin im September seitens der MSC-Vorstandschaft Bedenken gegeben, denn das Finale der Europameisterschaft der Seitenwagen war am gleichen Tag an den RSC Pfarrkirchen vergeben worden. Und tags zuvor sollte – wie schon im Jahr 2018 - die Mannschaftsweltmeisterschaft der Langbahnfahrer im südfranzösischen Morizès (südliche von Bordeaux) über die Bühne gehen.

Es bleibt beim September – nur jetzt 2021

Die Bedenken der Zweibrücker bezüglich des September-Termins sind indes nicht neu: Zuletzt wurde meist im Juli gefahren. Der Verein hatte einfach Angst, dass später im Jahr weniger Zuschauer kommen. Bei früheren sogenannten Herbstrennen, die dem Nachwuchs der B-Lizenz-Klassen gewidmet waren, kamen in der Regel rund 700 Fans auf die Rennwiese. Der Versuchsballon 2018 war aber von Erfolg gekrönt: Das erste Rennen im September seit 1993 erfüllte die MSC-Erwartungen. Über 2000 Zuschauer sahen gute Rennen und machten dem Veranstalter Mut, bei diesem Termin zu bleiben. Die 58. Auflage des Grasbahnrennens soll nun am 5. September 2021 stattfinden.

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