Fussball RHEINPFALZ Plus Artikel 4:1 und drei Platzverweise

Zwei Torschützen im Zweikampf des Bezirksliga-Spitzenspiels: Der Knopper Skhodran Rexhaj (links) traf zum 3:1, der Weselberger M
Zwei Torschützen im Zweikampf des Bezirksliga-Spitzenspiels: Der Knopper Skhodran Rexhaj (links) traf zum 3:1, der Weselberger Marco Keßler (rechts) hatte zum 0:1 getroffen.

Die letzten Spiele der SG Knopp/Wiesbach gegen den SC Weselberg waren wenig vergnügungssteuerpflichtig – 1:2 hieß in der Bezirksliga-Hinrunde, sogar 0:2 im Pokal. Das Sprichwort „Aller guten Dinge sind drei“ wollte man aus Gastgebersicht jetzt auf keinen Fall Realität werden lassen. Das klappte: Mit 4:1 (1:1) siegte diesmal das Team von Trainer Sanel Nuhic.

Flutlicht, Erster gegen Zweiter und 160 Zuschauer: Es war angerichtet für ein Spitzenspiel auf dem Rasenplatz in Wiesbach. Und es ging ohne großes Abtasten direkt los. Die Nuhic-Elf steuerte mit gepflegtem Kurzpassspiel den Kasten des Weselberger Torwarts Steffen May an. Die Gäste hielten mit körperlicher Robustheit und einer geordneten Defensive dagegen. Abgeklärt und kompakt stehend kombinierten die Einheimischen, kamen aber nicht zu nennenswerten Torchancen.

Die Weselberger fielen mit überfallartigen Angriffen auf, eingeleitet durch weite Abschläge ihres Torhüters. In der 25. Minute saß einer dieser Nadelstiche. Spielführer Marco Keßler, bei einer Ecke unbewacht, köpfte zur SC-Führung ein. Fortan wurde es etwas ruppiger. Einen Glühwein bei einem Grad Außentemperatur brauchte eigentlich niemand, das Spiel erwärmte beim Zusehen. Es dauerte auch nur zehn Minuten, bis der gerechte Ausgleich fiel. Jan-Patrick Buchheit war gedanklich schneller als Gegenspieler Marco Keßler und versenkte einen Abpraller zum 1:1.

Zwei Elfer: Buchheit trifft einmal und verschießt einmal

Knopp/Wiesbach erwischte auch in Hälfte zwei den besseren Start. Gleich im ersten Angriff wurde Buchheit im Sechzehner von den Beinen geholt – Elfmeter. Der Gefoulte trat selbst an und verwandelte sicher zur 2:1-Führung. Weselbergs Antwort war eine Einzelaktion von Jascha Conzelmann (58.), der aber an Torwart Paul Stegmann scheiterte. Dann ein Jubelschrei bei der Heimmannschaft und ihren Anhängern in der 63. Spielminute: Diego Monteirinho war im Strafraum gefoult worden. Wieder Elfmeter, wieder trat Buchheit an. Er wählte erneut die Ecke unten links, aber diesmal schoss er am Tor vorbei.

Es blieb also spannend, und es wurde noch hitziger, weil die Gäste ihre Chance witterten, den Tabellenführer zu ärgern. In dieser Phase fiel Knopps Boris Becker auf, weil er sich immer wieder Bälle im Mittelfeld erkämpfte, Löcher stopfte und klug den Ball verteilte. Neben Mentor Shabani war er an diesem Abend einer der besten Spieler auf dem Platz.

Strittige Szene vor dem 3:1

Eine strittige Szene gab es in der 73. Minute, als Shkodran Rexhaj einen Konter sehenswert zum 3:1 abschloss, der Assistent an der Linie den Jubelsturm der Gastgeber wegen einer Abseitsstellung aber abrupt unterbrach. Kurze Beratung zwischen den beiden Unparteiischen – Referee Robin Schulze gab den Treffer sehr zum Unmut der Gäste dann doch.

Es war der Knackpunkt für den Tabellenzweiten, der nun immer öfter Schiedsrichterentscheidungen anzweifelte. Die Gäste verrannten sich immer mehr im Mittelfeld, die lang geschlagenen Bälle erreichten die Mitspieler nicht mehr. Wegen wiederholten Foulspiels sah Weselbergs Sascha Wilhelm Gelb-Rot (80.). Ein Betreuer bekam für sein daran anknüpfendes Meckern die Rote Karte gezeigt. Fredy Gonzalez machte mit einem Sonntagsschuss zum 4:1 (87.) aus gut 22 Metern den Deckel drauf.

Nuhic sieht Belohnung für viel Investition

Nach Spielschluss sah Weselbergs Spielertrainer Felix Assel ebenfalls noch Rot. „Ich habe den Schiedsrichter nicht beleidigt, sondern ihm nur gesagt, dass man auch mal dazu stehen muss, wenn man eine schlechte Leistung gezeigt hat“, kommentierte er die Aktion. Assel fügte hinzu: „Der Schiri soll keine Ausrede sein, denn wir haben in der zweiten Halbzeit, als wir vielleicht zu viel gewollt und so die Ordnung aufgegeben haben, die Niederlage selbst verschuldet. Der Elfmeter nach der Halbzeit und dann das 3:1 fielen für Knopp genau im richtigen Moment, ab dann war’s bei uns nur noch Stückwerk.“ Sprach’s und lief zu seiner wartenden Mannschaft, die einen Kreis gebildet hatte.

Zu einem solchen hatte sich auch die SG Knopp/Wiesbach formiert, um ein lautes „Spitzenreiter, Spitzenreiter“ in den Nachthimmel zu schreien. „Ich sage meinen Jungs immer, langfristig wird der belohnt, der viel investiert. Und das tun wir schon die ganze Runde“, beschreibt SG-Coach Sanel Nuhic sein Credo. Eine konstant hohe Trainingsbeteiligung und das daraus Erarbeitete münde in die Leistung auf dem Platz. „Unser taktisches Konzept hat prima funktioniert. Nach dem Rückstand haben wir weiter Druck gemacht und das Tempo hoch gehalten“, skizzierte Nuhic die Erfolgsformel. „Überragend war zudem, wie wir schon die ersten Bälle vom Gegner erobert haben und mit spielerischen Mitteln umgeschaltet haben.“

Am Sonntag (14.30 Uhr muss der Klassenprimus (40 Punkte) beim Tabellensiebten FV Bruchmühlbach (14) ran.

So spielten sie

SG Knopp/Wiesbach: Stegmann - Sikora (88. Göz), Müsel, Geßner, Silva de Souza - Shabani, Becker, Gonzalez (88. Tropper), Monteirinho - Rexhaj (90. Sylejmani), Buchheit (76. da Silva Neves)

SC Weselberg: May - Wilhelm, Marco Keßler, Helfrich, Hell (75. Ahrens) - Markus Keßler, Assel (46. Huffmann), Landoll, Bold, Conzelmann (89. Schäfer) - Büchler

Spielfilm: 0:1 Marco Keßler (25.), 1:1 Buchheit (35.), 2:1 Buchheit (47., Foulelfmeter), 3:1 Rexhaj (73.), 4:1 Gonzalez (87.) - Gelbe Karten: Monteirinho, Becker, Rexhaj - Marco Keßler, Assel, Conzelmann - Gelb-Rot: Wilhelm (80.) - Rot: Assel (nach Spielende) - Beste Spieler: Becker, Shabani, Buchheit - Marco Keßler - Zuschauer: 200 - Schiedsrichter: Schulze (Nanzdietschweiler).

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