Boule
38 Zweierteams bei 21. offener Stadtmeisterschaft in Mittelbach
Aus bis zu 300 Kilometern Entfernung waren die Teilnehmer gekommen. Luxemburger Nationalmannschaftsspieler formten ebenso Zweierteams wie reine Hobbyspieler, aber auch Kugelathleten, die für Herxheim in der Bundesliga spielen. 21 Bahnen hatte das TSG-Team um Trainer und Abteilungsleiter Walter Müller im Vorfeld angelegt und hergerichtet. Auf dem abgesperrten Sportplatz-Parkplatz, der mit Splitt belegt wurde und nur abschüssige Bahnen möglich machte, warfen die Spieler ihre Edelstahl- und Carbon-Kugeln genauso möglichst nah an die Zielkugel aus Buchsbaumholz, wie auf der gummiunterlegten und holprigen Laufbahn des Sportplatzes und der geraden Bahn vor dem Sportheim sowie den eigentlichen acht Boulebahnen, die durch die Abteilung verschlankt wurden zu zwölf Bahnen und die am besten zu spielen waren.
Das Losglück meinte es für manche Paarungen gut: Sie durften auf Split und ebenem Untergrund spielen, während andere mehrfach auf der Gummilaufbahn mit hüpfenden Boulekugeln zu kämpfen hatten. Am Ende siegte jedoch nach vier Durchgängen und fünf Stunden nicht die Mannschaft mit den wenigsten Spielen auf Gummi, sondern schlicht die beste. Hier und da wurde mal mit Bandmaß oder Zollstock gemessen, welche Kugel vorne liegt, meist waren die Abstände zur Wutz aber mit bloßem Auge erkennbar. Nicht zuletzt auch durch den ein oder anderen Ricard in den Spielpausen kam ein wenig original französisches Boule-Flair auf.
TSG-Eigengewächs Daniele landet auf Platz fünf
Für die Zuschauer waren die Profis gut von den reinen Hobbyspielern zu unterschieden. Erstere zeigten Ehrgeiz und technisches Können auf höchstem Niveau; letzteren ging es darum, Spaß zu haben und zu lernen. Insgesamt 38 Zweierteams, die im Hobbybereich teils noch nie miteinander gespielt hatten, traten an. Auf den ersten Platz schafften es Rene Trimborn und Pino Polito aus Petite-Rosselle in Lothringen vor Renato Ciafoli und Gaby Hahm vom Bouleclub Niedersalbach. Dritter wurde das Neunkircher Team aus Eric Barthel und Frederik Clemens. Die ersten drei Teams erhielten Pokale, alle weiteren Gewinner Sachpreise.
TSG-Eigengewächs Francesco Daniele aus Mittelbach, der für Herxheim Bundesliga spielt, landete mit seinem Partner Finn Ochsenreither auf Rang fünf. Besonders stolz war Organisator Walter Müller auf die zahlreichen Hobbyspieler, die sich trauten, gegen Profis anzutreten. Den Preis für das schönste Team, das auf dem 38. Platz landete, errangen die Brüder Robert und Hansgeorg Hähn aus Ernstweiler. Sie freuten sich über zwei große Gläser Gewürzgurken.
Ausrichter Mittelbach will wieder in Regionalliga
Die TSG Mittelbach-Hengstbach organisiert seit 17 Jahren die Boule-Stadtmeisterschaften als offenes Turnier, auch für Nicht-Zweibrücker. In den vier Anfangsjahren, als die Stadt Zweibrücken noch Ausrichter war, standen ausschließlich Zweibrücker Teams auf der Bahn, beispielsweise die Auerbacher Boulefreunde von der Brasserie gegen Bonne Chance und die VT Niederauerbach-Bouler als erste, die in Zweibrücken überhaupt am Liga-Betrieb teilnahmen. Inzwischen zieht die offene Stadtmeisterschaft Teams aus Luxemburg, Frankreich, Herxheim und ganz Südwestdeutschland an.
Die Mittelbacher Bouler selbst, die mit mehreren Teams an der Stadtmeisterschaft teilnahmen, sind nach einem Zwangsabstieg wieder durchmarschiert in die Bezirksliga und weiter auf dem Weg nach oben. Ziel ist die Regionalliga, die zweithöchste Klasse unterhalb der Bundesliga, wo man vor dem Zwangsabstieg schon spielte.