Radsport RHEINPFALZ Plus Artikel 37. Trofeo: Warum die Nachwuchsfahrer Rennleiter Andreas Walzer verfluchen werden

Vier der sechs Trikots der 37. LVM Saarland Trofeo (von links): das orangene für die bestplatzierte Mannschaft, das gepunktete f
Vier der sechs Trikots der 37. LVM Saarland Trofeo (von links): das orangene für die bestplatzierte Mannschaft, das gepunktete für die Bergwertung, das grüne für den Gesamtführenden und das lilafarbene für den besten Sprinter.

Wer schlüpft am Ende ins grüne Trikot? Vom 19. bis 22. Juni rollt die LVM Saarland Trofeo durch den Bliesgau – unter anderem mit der schwersten Etappe aller Zeiten.

Diesmal können sich Radsport-Fans noch ganz anders auf die 37. Ausgabe der LVM Saarland Trofeo vom 19. bis 22. Juni durch den Bliesgau vorbereiten, als sich nur in der ARD-Mediathek noch mal die Zusammenfassungen der Vorjahresetappen anzusehen. Denn Anfang Juni wird das erste offizielle Buch zu dem internationalen Junioren-Radrennen vorgestellt: „Faszination Trofeo“ heißt es.

„Die Idee kam von unserem Hausfotografen Ronald Westheide. Und dann sind wir drangegangen und haben zwei Jahre dran geschafft“, erzählt „Mister Trofeo“ Wolfgang Degott, Organisationsleiter des Rennens. Unzählige Fotos mussten gesichtet und ausgewählt werden, dazu die Archive durchwühlt, um ein „Lexikon aller Fahrer drinzuhaben, die zu Ehren und Würden gekommen sind“, schildert der 68-Jährige weiter. Gut, dass er seit 1. Januar 2022 als Kulturamtsleiter der Gemeinde Gersheim in Unruhestand ist. Fraglich, ob eine solche Mammutaufgabe auch neben dem Job machbar gewesen wäre.

Zwischen 6500 und 7000 Höhenmeter zu bewältigen

Fast 458 Kilometer, 20 Mannschaften, darunter viele Nationalteams; vier Tage, fünf Etappen; zwischen 6500 und 7000 Höhenmeter – das ist die 37. LVM Saarland Trofeo 2025, deren Streckenverlauf Ex-Radprofi und Rennleiter Andreas Walzer, Welt-meister 1991 und Olympiasieger 1992, am Donnerstag im Gersheimer Kulturhaus gelaunt launig vorstellte. Seit mittlerweile 17 Jahren gehört das Rennen, das 1988 als kleines Tagesrennen für Junioren begann, zur weltweit bedeutendsten Rennserie im Junioren-Radsport, dem UCI Junior Nations Cup. In diesem Jahr ist die Trofeo, die 2008 eines der Gründungsrennen der Serie war, die sechste von acht Stationen. „Zu Beginn unseres Rennens sind noch Länder mitgefahren, die es heute in der Form gar nicht mehr gibt“, erinnert sich Michael Clivot, seit 2020 Bürgermeister der Gemeinde Gersheim, bei seiner Begrüßung auf deutsch und französisch an die Anfänge, zum Beispiel mit Teams der DDR und Jugoslawien.

Umso mehr begrüßt er die seit Jahren gute grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit dem benachbarten Frankreich. Und Clivot durfte sich außerdem darüber freuen, dass der Hauptsponsor LVM Versicherung seine Unterstützung des Rennens am Donnerstag mit einer Unterschrift für drei weitere Jahre besiegelte.

Selektive, schwere Etappe durch die Nordvogesen

Clivot mutmaßte aber auch, dass viele der 17- und 18-jährigen Fahrer Rennleiter Andreas Walzer, der die Strecken unter anderem ausgesucht hat, „verfluchen“ werden. „Das ist die schwerste Trofeo-Etappe, die wir jemals gefahren sind“, gibt der 55-jährige Walzer mit Blick auf die Frankreich-Etappe am Freitag, 20. Juni, durch die Nordvogesen unumwunden zu. „Die ist selektiv, ich gehe in Rohrbach-lès-Bitche daher nicht von einem Massensprint aus“, sagt er.

Etappen und Infos

1. Etappe, 19. Juni: Straßenrennen rund um Elversberg, 116 Kilometer

2. Etappe, 20. Juni: Straßenrennen durch Frankreich von Saareguemines - Rohrbach-lès Bitche, 112 Kilometer

3.1. Etappe, 21. Juni: Zeitfahren rund um Altheim, 12,4 Kilometer

3.2. Etappe, 21. Juni: Straßenrennen rund um Ballweiler, 104 Kilometer

4. Etappe: Straßenrennen rund um Peppenkum, 113 Kilometer

Buch „Faszination Trofeo“, 256 Seiten, mehr als 200 Fotos, zweisprachig, von Ronald Westheide und Wolfgang Degott, ab 2. Juni erhältlich, Conte-Verlag, ISBN 978-3-95602-298-2, 24 Euro.

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