Handball RHEINPFALZ Plus Artikel 36:40 – Mülheim überrennt Zweibrücker SG-Team in Hälfte eins

Niklas Bayer (Mitte, hier vergangene Saison noch im SV-Trikot gegen Illtal) war mit sieben Treffern zweitbester Torschütze der S
Niklas Bayer (Mitte, hier vergangene Saison noch im SV-Trikot gegen Illtal) war mit sieben Treffern zweitbester Torschütze der Spielgemeinschaft beim Spiel in Mülheim.

„Ohne Abwehr kannst du nicht gewinnen“, lautete das Fazit des neuen Trainers Klaus-Peter Weinert nach der 36:40 (16:22)-Niederlage der neuen SG SV 64/VT Zweibrücken zum Saisonauftakt der RPS-Oberliga bei Handball Mülheim-Urmitz. Was war los?

„36 Tore sollten auswärts eigentlich zum Gewinnen reichen. Das Problem war die Deckung“, analysierte der 44-Jährige einen Tag nach der Auswärtsniederlage seiner Mannschaft am Samstag vor rund 170 Zuschauern in der Philipp-Heift-Halle in Mülheim-Kärlich. Aber ein bisschen was hatte er im Vorfeld schon geahnt, auch weil mit Abwehrchef Tom Grieser ein ganz wichtiger Routinier verletzt ausfiel. Dazu fehlte auch Nils Wöschler verletzt, Moritz Baumgart war privat verhindert, und auch Till Wöschler konnte nicht aushelfen.

„Ich hatte daher vorher schon ein bisschen Angst wegen unserer Abwehr gehabt. Leider hat sich das dann bestätigt“, sagte Weinert. Vor allem in der ersten Halbzeit sei das unverkennbar gewesen. „In den ersten 20 Minuten waren wir noch ganz ordentlich im Spiel“, befand er. 14:12 für Mülheim hatte es nach 19 Minuten nur gestanden. Doch dann „haben uns die Mülheimer regelrecht überrannt“.

Gegentore vor der Pause fallen zu schnell

Immer wieder spielten die Gastgeber über die schnelle Mitte. „Sie waren immer so schnell vorne, da ist quasi nach fünf Sekunden wieder ein Gegentor gefallen“, musste Weinert erkennen. Dabei hätten die Mülheimer gar nichts Neues gespielt, „das kannten wir alles schon aus dem Vorjahr“. Allein: Seine Mannschaft verteidigte das schlecht. „Zurücklaufen kann eigentlich jeder“, monierte Weinert hier.

Und so setzte sich die HB-Mannschaft in den letzten Minuten vor der Pause nach und nach bis zum 22:16 ab. „16 Tore von uns war ja okay, du darfst halt keine 22 bekommen“, sagte Weinert. SG-Spielmacher Adam Soos, der sechs Tore erzielte, war die Doppelbelastung im Angriff und im Mittelblock der Abwehr anzumerken, da fehlte Tom Grieser ganz klar als Entlastung. Ein gutes Spiel machte für die Zweibrücker Joshua Eberhard, der im linken Rückraum mangels Alternativen ebenfalls lange spielen musste, und auf acht Treffer kam.

Auch Manndeckung hilft nichts

In der zweiten Halbzeit versuchte SG-Trainer Weinert noch mal einiges, um dem Spiel eine Wende zu geben. Aber Torwart Norman Dentzer, der Damian Zajac zwischen der 20. und 40. Minute ablöste, hatte keinen guten Tag erwischt, bekam kaum eine Hand an den Ball. Die Manndeckung gegen Mülheims Halblinken Martin Langen klappte dagegen einigermaßen. Allerdings konnten die Zweibrücker das nicht hinreichend nutzen.

Denn die Gastgeber erhöhten bis zur 45. Minute durch den starken Kreisläufer Jan Hommen (neun Tore) auf 33:26. „Wir haben in dieser Phase im Angriff versagt, zu viele klare Chancen vorbei geworfen oder Fehlpässe gespielt“, musste Weinert erkennen. Die Mülheimer schaukelten die Partie danach locker bis zum 40:36-Sieg nach Hause.

Was den Saisonstart nicht einfacher macht: Grieser und Wöschler werden beide noch eine Zeit lang fehlen, und für die Zweibrücker stehen als nächstes noch zwei Auswärtsspiele bei der SG Ottersheim/Bellheim/Kuhart/Zeiskam am kommenden Samstag und danach bei der HSG Eckbachtal an, bevor sie am 30. September erstmals in der heimischen Westpfalzhalle antreten dürfen. Also ganz schnell den Mund abputzen und weitermachen.

So spielten sie

SG SV 64/VT Zweibrücken: Zajac, Dentzer (20. - 40.) - Bayer (7), Soos (6), Eberhard (8) - Hammann (3), Kroner (4/3) - Zellmer (3) - Gräber (4), Graff (1), Ihl, Eisel.

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