Zweibrücken 25 Jahre Purple Haze: Jubiläumstour ab Ostern

So eng zusammen sind sie auf der Bühne nie zu sehen (von links): Nico Kiefer, Marc-Oliver Mayer, Andreas Baltes, Olaf Ehrmantrau
So eng zusammen sind sie auf der Bühne nie zu sehen (von links): Nico Kiefer, Marc-Oliver Mayer, Andreas Baltes, Olaf Ehrmantraut, Tobias Weißgerber und Dirk Reichel.

Spricht man mit Bandmitgliedern, dann ist die 25-jährige Geschichte von Purple Haze eine Geschichte voller Männerfreundschaften. Sie birgt einige Erinnerungen in sich, die zum Schmunzeln verleiten.

Hardrock ist nicht nur eine Musikrichtung. Hardrock ist eine Lebenseinstellung. 25 Jahre sind vergangen, seit sich Marc-Oliver Mayer und Olaf Ehrmantraut 1993 an der Zweibrücker Musikschule kennenlernten. Ehrmantraut, Gitarrist, ist damals 16 Jahre alt; Mayer, Schlagzeuger, sogar erst elf. Sie leben ihre Lebenseinstellung bis heute. Nicht nur auf der Bühne, mit Purple Haze. Sondern überhaupt. Als Freunde. Im durchschnittlich klassischen Geflecht der Musikschulen waren die beiden wohl schon als Kinder nicht Zuhause. Deshalb kommt ihnen das Angebot, Teil einer Musikschulband zu werden, gerade recht. Geleitet wird diese von Pietro Ramaglia, später Schlagzeuger von Melanie Thornton, Sarah Connor und La Bouche. 45 Minuten darf einmal wöchentlich geprobt werden. Wegen des noch jungen Alters der Musiker.

Idol Jimi Hendrix

Weil die Band einen Namen braucht, wählt man den Titel „Purple Haze“. Denn alle Beteiligten sind Fans des amerikanischen Gitarristen Jimi Hendrix. Und „Purple Haze“ war einer seiner größten Hits. Einen der ersten Auftritte absolvieren die Teenager im Rosengarten. Vor allem die dabei durch einen Fehler erzeugte Rückkopplung dürfte sich damals nachhaltig bei den Zuhörern eingeprägt haben. Von solchen Missgeschicken lassen sich die selbstbewussten jungen Hardrocker aber nicht entmutigen. Denn sie haben die Unterstützung ganz besonderer Fans, wie Ehrmantrauts Großvater. „Mein Opa war in meinem Heimatort in der Kirche als Organist tätig und hat uns einen Auftritt beim örtlichen Seniorennachmittag verschafft. Die betagten Leute haben nicht schlecht gestaunt, als wir loslegten“, schmunzelt der Gitarrist.

Nicht immer gesetzeskonform

Ähnliche Herausforderungen sind bei diversen Engagements, wie Kerwen und Dorffesten, zu überwinden. Denn der eine oder andere Protagonist von Purple Haze stand damals zu Uhrzeiten auf der Bühne, die mit dem Jugendschutzgesetz nicht wirklich in Einklang zu bringen waren. Doch alle Beteiligten hielten dicht. Nicht zuletzt, weil sich Purple Haze zu einer der beliebtesten Bands der Region entwickelte. „Kerb gespielt, bis nachts um drei Uhr. Das darf man eigentlich niemandem erzählen“, staunt Marc-Oliver Mayer über damals. Oft enden Zweibrücker Bandgeschichten, wenn die Beteiligten nach der Schulzeit Ausbildungen oder Studiengänge beginnen. Und wenn es bis dahin noch reicht, machen meist berufsbedingte Wohnortwechsel vielen Bands den Garaus. Zumindest bei den Instrumenten Bass, Gitarre, Gesang und Keyboard gab es auch bei Purple Haze immer wieder Umbesetzungen. Hatte man sich aber gefunden, blieb man in der Regel über viele Jahre beisammen. Denn neue Bandmitglieder werden zuvor genau unter die Lupe genommen. „Beständigkeit ist wichtig. Die Leute in unserer Band sind Kumpels und gehören zum Freundeskreis. Es ist wichtig, dass neue Bandmitglieder auch menschlich zu uns passen. Das ist ein ganz gewichtiges Kriterium. Er kann noch so toll die Soli runterrattern. Wenn er menschlich nicht zu uns passen würden, würden wir den Musiker nicht nehmen“, erzählt Marc-Oliver Mayer.

Bandwochenenden, Konzertbesuche und Metal-Kreuzfahrten

Der Zusammenhalt im Bandgefüge wird durch gemeinsame private Aktivitäten gefördert. „Einmal im Jahr verbringen wir ein Bandwochenende im Ferienpark Hambachtal, gehen dort in die Sauna und kochen zusammen. Auch bei gemeinsamen Urlauben haben wir schon viel zusammen gelacht und gefeiert“, schwärmt Tobias Weißgerber, Keyboarder. Im Zentrum des musikalischen Geschmacks stehen auch nach 25 Jahren noch Hardrock und Heavy-Metal. Kommt einer ihrer Helden auf Tournee, sind vor allem Ehrmantraut und Dirk Reichel, Sänger, meist dabei. Reichel, Bühnentier und leidenschaftlicher Sänger, nimmt zudem jährlich an Heavy-Metal-Cruises teil: Namhafte Bands geben während einer Kreuzfahrt Rockkonzerte. Dabei war Reichel sogar schon in einer kurzen Einblendung eines Dokumentarfilms im Privatfernsehen zu sehen. Dieser beschränkte sich – inhaltlich wenig kreativ – auf die Sorge der Schiffsbesatzung davor, dass die Biervorräte auf der Fahrt vor Erreichen des nächsten Festlandes ausgehen könnten. Ein Blick auf das Purple Haze Mitglied wäre sicher authentischer und vielleicht sogar spannender gewesen.

Überraschungen parat

Wenn die Band nun am Samstagabend zum jährlichen Osterrock auftritt, beginnt eine ganzjährige Jubiläumstour, gelegentlich begleitet von Ex-Mitgliedern: am Karsamstag mit Sängerin Carmen Herkommer. Purple Haze hat für die Bliesgau-Festhalle aber noch zwei weitere Überraschungen vorbereitet. Mit „Streets to Nowhere“ hatte die Band im Jahr 2001 eine CD mit eigenen Titeln veröffentlicht. „Diese Songs haben wir, seit Dirk bei uns singt, eigentlich nicht mehr gespielt. Zwei davon haben wir rausgesucht und ein wenig aufgepeppt. Die werden sie zum Osterrock zum ersten Mal wieder spielen. Darunter ist eine Ballade namens ,Silent World’. Die ist zehn Minuten lang. Das andere Lied heißt ,Hero’“, kündigt Olaf Ehrmantraut an. Osterrock Samstag, 31. März, 19 Uhr Blieskastel, Bliesgau-Festhalle Purple Haze, Ultrahocherhitzt, Voltbeat Eintritt: 15 Euro an der Abendkasse.

Vor 21 Jahren gab es sogar eine Frau bei Purple Haze. Auf dem Bandfoto von damals sind (Vorne von links) Marc-Oliver Mayer (Schl
Vor 21 Jahren gab es sogar eine Frau bei Purple Haze. Auf dem Bandfoto von damals sind (Vorne von links) Marc-Oliver Mayer (Schlagzeug), Martin Frey (Gesang), Michael Gros (Gitarre), sowie (hinten von links) Olaf Ehrmantraut (Gitarre), Charlotte Bach (Gesang), Novica Jankovic (Bass) und Björn Morgentaler (Keyboards) zu sehen.
Songs dieser CD von 2001 werden aufpeppt .
Songs dieser CD von 2001 werden aufpeppt .
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