Tischtennis
2004: Die Damen der BTTF Zweibrücken und ein entscheidender Konter-Ballwechsel
Wer Zweibrücken und Tischtennis miteinander in Verbindung bringt, der kommt an den Damen der BTTF Zweibrücken in den 1990er und 2000er Jahren nicht vorbei. Teils zwischen 150 bis zu 200 Zuschauer besuchten deren Spiele in der Ignaz-Roth-Halle an der Zweibrücker Berufsschule, sorgten für exzellente Stimmung in der großen Halle.
Dana Weber: Jahrelang der Kopf der BTTF-Damen
Dana Weber war lange Jahre das Flaggschiff der BTTF Zweibrücken. Ihre Erfolge sind schier unzählig, sowohl als Spielerin als auch als Trainerin. Seit 1997 war sie für den Deutschen Tischtennis-Bund (DTTB) tätig, wurde Internatstrainerin im deutschen Tischtennis-Zentrum in Düsseldorf. Sie war in den Altersklassen U15 und U18 Bundestrainerin, gewann als Trainerin bei den Europameisterschaften der Mädchen Gold mit ihrem DTTB-Team. Die heute 51-jährige gebürtige Tschechin gewann 22 Medaillen bei Landesmeisterschaften. Ihr Sohn Tobias Weber betreute bis zur Saison 2019/20 die Herren-Mannschaft der TSG Kaiserslautern in der Dritten Bundesliga. Dana Weber war eine der Spielerinnen, die immer wieder an den Aufstiegsspielen zur Zweiten Bundesliga mit den BTTF Zweibrücken teilnahm.
Bis zu 200 Zuschauer bei spannenden Aufstiegsspielen
Ab der Saison 1997/98 spielten die Bickenalbtaler Damen in der Regionalliga Südwest, waren stets weit vorne zu finden. In der Saison 1999/2000 gelang erstmals der Meistertitel. Bis zur Meisterschaftsrunde 2006/07 landeten die BTTF-Damen zum Saisonende ganze sechsmal auf dem Platz an der Sonne. Regelmäßig wurden die Gegner in der regulären Spielzeit dabei an die Wand gespielt. Wahre Dramen waren dann jedoch die Aufstiegsspiele, die kein gutes Ende für Zweibrücken nahmen. Die Gegner, oftmals aus Hessen, erwiesen sich regelmäßig als zu stark, obgleich die Südwestpfälzerinnen häufig nah dran waren.
Wie beim Spiel der BTTF Zweibrücken gegen den SV Darmstadt nach der Saison 2003/04, bei dem der Aufstiegssekt nicht nur in den Köpfen der Fans schon kaltgestellt war. 200 Zuschauer kamen damals zum Rückspiel in die Canadaschule. Mit 8:6 war zuvor das Hinspiel bei den Hessen gewonnen worden. Bärenstark war dabei Dana Weber, die nicht nur drei Einzel siegreich gestaltete, sondern auch das Doppel an der Seite von Julia Lutz gewann. Die Hoffnungen der Darmstädterinnen waren da fast auf Nullniveau herabgesunken.
2004: Aufstiegssekt ist nach Hinspiel schon kaltgestellt
Im Rückspiel waren die Zweibrücker Damen also favorisiert. Darmstadts Clarissa Benz/Nina Wolf unterlagen gegen das Störduo Jasmin Veith und Amelie Solja. Auch die Tschechin Hanna Sopova und Alina Heck verloren gegen das Top-Doppel Dana Weber und Julia Lutz. Eine Vorentscheidung? Das dachten nach Webers Sieg im Auftakteinzel gegen Clarissa Benz wohl schon die meisten. Doch dann kam der Bruch. Die Darmstädter Lilien quetschten sich durch den engen, gerade noch offenen Türspalt in Richtung Zweite Bundesliga. Denn nach der 3:0-Führung der Gastgeberinnen gingen gleich sechs Partien in Serie an die junge hessische Mannschaft, deren Fans mehr und mehr in Ekstase gerieten.
Doch der Höhepunkt der Partie war noch lange nicht erreicht. Denn auch die Bickenalbtalerinnen steckten nicht auf, verkürzten auf 5:6. Zum schlichtweg irren Spielverlauf beim Stand von 5:7 passte, dass Amelie Soljas – inzwischen Nationalspielerin in Österreich und im Alpenstaat einbürgern – sich in ihrer Partie in drei knappen Sätzen gegen Clarissa Benz durchsetzte.
Lutz scheitert mehr an ihren Nerven als am eigenen Spiel
Auch Julia Lutz, die junge BTTF-Angriffsspielerin, führte gegen Heck mit 2:0-Sätzen. Da war wieder Feuer in der Halle, die Spannung kaum mehr auszuhalten, doch dann verlor Lutz den Faden. Nach einem knappen Erfolg im dritten Satz glich Benz durch einen klar gewonnenen vierten Durchgang sogar wieder aus. Noch im Hinspiel hatte Lutz die Partie gegen Heck überwiegend dominiert. Auch der Entscheidungssatz war ein einziges Auf und Ab: erst 0:4 aus Sicht von Lutz, dann eine 7:5-Führung, bei 8:10-Rückstand zwei Matchbälle abgewehrt. Auch den dritten Matchball wehrte sie noch ab. Ein Konter-Ballwechsel beim Stand von 11:12 brachte schließlich die Entscheidung zugunsten der Weiß-Blauen aus Hessen. Lutz riss sich die Beläge vom Schläger, brach in Tränen aus und sank auf den Hallenboden der Canadaschule. Viele trösteten die Angriffsspielerin, die am Ende mehr an ihren Nerven als am eigenen Spiel gescheitert war.
Nach der Saison 2006/07 zogen sich die BTTF Zweibrücken endgültig aus der Regionalliga zurück, spielten erst acht Jahre in der 2. Pfalzliga West, zuletzt sechs Jahre in der obersten Verbandsspielklasse, der 1. Pfalzliga. Dennoch bleiben die damaligen Spielerinnen der BTTF Zweibrücken um Bettina Müller, der Ehefrau von Ex-Weltmeister Werner Schlager, die Saalstädterin Karin Bißbort, die Chinesin Fen Liang, die deutsche Schülermeisterin Anna Balduf und auch die deutsche Nationalspielerin Petrissa Solja, sowie deren Mutter, die Rekord-Pfalzmeisterin Dagmar Solja-Andrusko, ein Stück Zweibrücker Tischtennis-Geschichte. Die war auch maßgeblich das Werk von Walter Morgenthaler, der bis heute Zweiter Vorsitzender und BTTF-Geschäftsführer ist.